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16.09.2013

16:32 Uhr

„Das Wort zur Wahl“ (Teil 1)

„Ich würde so gerne in einem modernen Land leben“

VonBenno Fürmann

Was muss sich in Deutschland ändern? Wie wichtig wird die Wahl und welche Wünsche gibt es an Regierung und Volk? Das wollten wir von Prominenten wissen. Heute hat der Schauspieler Benno Fürmann das „Wort zur Wahl“.

Benno Fürmann (41) zählt zu den gefragtesten Schauspielern Deutschlands.

Benno Fürmann (41) zählt zu den gefragtesten Schauspielern Deutschlands.

Nach acht Jahren Merkel stellt sich die Frage: Ist das alles, was wir drauf haben? Ich würde so gerne in einem progressiven Land leben. In einem modernen Land. In einem Land, das den Anforderungen unserer Zeit gerecht wird und Verantwortung übernimmt.

Zum Beispiel bei der Energiewende. Sie wurde ausgerufen, aber anstatt endlich bindende Gesetze engagiert voranzubringen, wird weiter rumgeeiert. Als hätten wir alle Zeit der Welt. Als wären die drohenden Katastrophen nicht unsere Katastrophen. Wir stecken den Kopf in den Sand und hoffen, dass alles halb so schlimm wird, hoffen, unseren Lebensstandard halten zu können.

Aber den Preis dafür zahlen andere. Diejenigen, die am wenigsten zum Klimawandel beitragen, sind am stärksten von den Auswirkungen betroffen. Die Menschen in der Sahelzone beispielsweise, verursachen kaum CO2-Emissionen, doch die durch den Klimawandel bedingten immer häufiger auftretenden Dürren führen dort schon jetzt zu noch mehr Hunger.

Bundeskanzlerin Angela Merkel sprach sich zuletzt auf der Automesse IAA gegen die von der EU angestrebten strengeren Emissionsobergrenzen für Autos aus. Klar, sind wir eine Auto-Nation, aber wie kann man heute allen Ernstes noch mit einem SUV durch die Stadt fahren? Habe ich früher auch gemacht. Mittlerweile finde ich es falsch. Und peinlich.

Wir brauchen endlich verbindliche Emissionsobergrenzen für Pkw: 80g/km fordert zum Beispiel die Naturschutzorganisation BUND. Wir leben nicht mehr in den Achtzigern. Wir müssen als Konsumenten mehr Verantwortung übernehmen. Wir fahren Auto mit Bio-Sprit von Agrar-Anbauflächen – bei einer Milliarde Hungernden weltweit eine Schande!

Dörfer in der Lausitz erzeugen durch Solaranlagen und Biogas mehr Energie als sie verbrauchen und müssen dennoch dem Tagebau weichen. Werden abgerissen, damit fossile Brennstoffe gefördert werden können – eine extrem veraltete und umweltbelastende Technologie. Soll diese Absurdität unsere Antwort auf den Klimawandel sein? Klimagipfel verlaufen prinzipiell weitestgehend ergebnislos. Wo bleibt das internationale Gewicht, das Deutschland in die Waagschale werfen könnte, die Konsequenz in unserem Handeln? Wir dämmern so dahin.

Die Energiewende wird durch Diskussionen über die steigenden Energiepreise schlecht geredet. Warum aber tragen die privaten Endverbraucher einseitig die Mehrkosten für den Umstieg auf erneuerbare Energien, während große Unternehmen von Zahlungen befreit werden, damit ja nicht ihre Wettbewerbsfähigkeit gefährdet wird? Das mag hier und da angemessen sein, aber diese Sonderregelungen müssen den tatsächlichen Notwendigkeiten entsprechen und dürfen nicht ein Blankoscheck für Gewinnmaximierung auf Kosten der Umwelt sein. Der Einzelne muss Verantwortung übernehmen, der Staat muss Verantwortung übernehmen, und es kann nicht sein, dass die Wirtschaft aus der Verantwortung entlassen wird. Sonst schaffen wir das nicht.

Kommentare (25)

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Account gelöscht!

16.09.2013, 16:44 Uhr

was ist denn dann schon wieder für ein unnötiger Artikel? Benno sonstwie - ein Schauspieler!! Mein Gott. Wen interessiert denn, was ein Schauspieler meint? Schön, dass wir nun auch diese Allgemeinplätze gehört haben. Also wirklich ...

Account gelöscht!

16.09.2013, 16:49 Uhr

Entweder dieser Mann ist Teil der CO2-Propaganda oder er hat wirklich noch nichts davon gehört, dass es keineswegs erwiesen ist, dass CO2 in Zusammenhang mit dem Klimawandel steht, wenn es ihn denn überhaupt gibt. Seit 15 Jahren hat sich das Weltklima jedenfalls nicht erwärmt.

Linke_Langeweile

16.09.2013, 16:53 Uhr

Ein weiterer Fall von Polit-Outing im Handelsblatt, wobei - gähn - nur die Frage zwischen rot und grün geht, und, falls überhaupt noch Wirtschaftsthemen in dieser Zeitung behandelt werden, nur Fragen der Umverteilung, der Mindestlöhne, der schärferen Gesetze für dieses und jenes nach dem Motto: schützt die Bürger vor dem bösen Markt oder als Themen der Energiewende.

Für die letzten Tage des Wahlkampfes bin ich gespannt, welche Hammer wir im Handelsblatt noch zu lesen bekommen.

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