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08.11.2013

10:40 Uhr

Gastbeitrag

„Deutschland als Ziel von Attacken prädestiniert“

VonUlrich Dietz

Ausgerechnet die NSA-Spähaffäre zeige, dass Deutschland bei der Informationstechnologie ins Hintertreffen geraten sei, so Ulrich Dietz, Chef des IT-Dienstleisters GFT. Er fordert eine deutsch-europäische Basis-IT.

Ulrich Dietz ist Vorstandschef des IT-Dienstleisters GFT technologies und Vizepräsident des Branchenverbands Bitkom. PR

Ulrich Dietz ist Vorstandschef des IT-Dienstleisters GFT technologies und Vizepräsident des Branchenverbands Bitkom.

Der „Whistleblower“ hat es bereits geschafft. Und auch bei der „Spähaffäre“ dürfte es nicht mehr lange dauern: Der Eintrag in den Duden und somit die Würdigung als Teil der deutschen (Sprach-) Kultur. Das war es dann aber auch schon mit der Wertschätzung. Bei der Diskussion rund um die Enthüllungen von Edward Snowden spürt man in erster Linie eins: Empörung. Aus dem Blickfeld gerät dabei, welche Motivation hinter den Aktivitäten von NSA & Co. stehen: Es geht um die strategische Nutzung von Informationen.

Dies mag banal klingen, offenbart bei näherem Hinschauen aber auf dramatische Weise, welche Versäumnisse es in Deutschland in den letzten Jahrzehnten gegeben hat. Die angelsächsischen Länder haben nach dem zweiten Weltkrieg gezielt ihre Geheimdienstaktivitäten ausgebaut und damit massiv in Informationsgewinnung investiert. Ging es zunächst in erster Linie um Antikryptographie, so kam ab den Siebziger Jahren die Informationstechnik hinzu, die die Aktivitäten deutlich vereinfachte. Am Prinzip hat sich seither nicht viel verändert. Lediglich die Einsatzmöglichkeiten und das Effizienzniveau haben sich dank moderner IT radikal verbessert. Es ist viel leichter geworden, eins und eins zusammenzuzählen und daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen.

Dass IT eine Querschnittstechnologie ist, die alle Bereiche der Wirtschaft und Gesellschaft durchdringt, erscheint trivial. Vor dreißig Jahren war es das aber noch nicht. Die Weitsichtigkeit, dass IT kein Additivum, sondern ein Prozessbeschleuniger und Innovationstreiber ist, hat allen deutschen Regierungen seither gefehlt. Zu wenig wurde mit Ernsthaftigkeit an der Weiterentwicklung der eigenen IT-Schlagkraft gearbeitet.

Bei sämtlichen Basisthemen in der IT wie der Hardware, Betriebssystemen oder Datenbanken wurde Deutschland von der globalen Konkurrenz abgehängt. Auch bei sozialen Plattformen, den heute vielleicht größten Datenlieferanten, hat Deutschland die Zeichen der Zeit schlichtweg übersehen.

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

08.11.2013, 10:52 Uhr

Das ist alles richtig.

Es kann aber nur heissen, dass wir die Aufklärung bei uns SELBER betreiben müssen.
Und dass wir als Terrorabwehr deklarierte Wirtschafts- und andere Spionage aktiv aufklären und verhindern müssen.
Mit anderen Worten: Deutschland muss mit einem gesunden Selbstbewusstsein und auch Egoismus endlich erwachsen werden.

pro-d

08.11.2013, 10:58 Uhr

Stimmt, die Attacken durch die Amis und besonders auch durch unsere lieben Freunde von der Pirateninsel (England) sind böswillig gemein.

Was da an terroristischen Attacken gegen uns abläuft ist so schlimm, dass es selbst Timbuktu nicht erdulden dürfte. Aber die Siegermächte machen auch hier von ihrem Kriegsrecht brutalen Gebrauch und hören sogar unsere Staats-Chefin ab. So ein terroristisches Verhalten ist außerhalb jeder rechtsstaatlichen Regeln. Aber dank SHAEF und der UN-Charts / Feindesstaaten nehmen sich die Kriegstreiber das Recht uns wie Dreck zu behandeln.

Wir müssen sogar unsere Soldaten nach Afghanistan schicken, nur damit der Drogenanbau dort geschützt wird und die kaputten Amis schön mit Drogen versorgt werden.

Account gelöscht!

13.11.2013, 15:40 Uhr

Während Bundes- und Landesminister unwillig oder unfähig sind die Sicherheit der Bürger zu gewährleisten, sieht das Positionspapier der CDU in den Koalitionsverhandlungen die Ausweitung der Programme gegen "Rechtsextremismus" usw. aus.
http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/wp-content/uploads/2013/11/Innenminister-Friedrichs-Forderungskatalog.pdf
D. h dass noch mehr millionen Euro Steuergelder an linksmultikulturelle Gruppen fließen, deren Ziel es ist jedwede nationale, wertkonservative, Begegnung oder Partei unter Deutschen zu bekämpfen, bzw.
Das Posisitionpapier macht auch sehr wohl deutlich, dass dieser Extremismusprävention letztlich eine Umerziehung des Bevölkerung bedeutet und damit eine Umkehrung des demokratischen Prinzips, dass politische Entscheidungsfindung von unten nach oben stattzufinden haben.

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