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23.05.2013

10:53 Uhr

Gastbeitrag

„Die SPD hat sich nie verleugnet“

VonMichelle Müntefering

Politik sei das langsame Bohren harter Bretter, sagte Max Weber. In 150 Jahren hat die SPD tatsächlich viel hartes Holz gebohrt und viel erreicht. Für die Zukunft muss sie sich eines bewahren: ihren Mut.

Michelle Müntefering  tritt für die SPD im Wahlkreis Herne-Bochum II an. Sie ist mit dem früheren SPD-Vorsitzenden Franz Müntefering verheiratet. SPD

Michelle Müntefering tritt für die SPD im Wahlkreis Herne-Bochum II an. Sie ist mit dem früheren SPD-Vorsitzenden Franz Müntefering verheiratet.

Die Geschichte der Sozialdemokratie ist eine lange Geschichte, weil sie eine alte Geschichte und eine junge Geschichte ist. Es steht außer Frage: Sozialdemokraten haben dieses Land entscheidend geprägt. Vor allem bei großen Veränderungen in der Geschichte des Landes hat sich gezeigt, es ist gut, dass es die politische Kraft Sozialdemokratie gibt. Sicher hat sie sich verändert, sie hat viel Gutes erreicht und manchmal auch Fehler gemacht. Eines musste sie jedoch nie: Ihren Namen ändern und sich selbst verleugnen.

Es waren ihre Grundwerte, ihre tiefe Überzeugung von der Gleichwertigkeit der Menschen, für die sie gleich zwei Mal verfolgt und verboten wurde. Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität. Um diesen zeitlos universellen Anspruch geht es auch heute noch.

Die Protagonisten der sozialdemokratischen Geschichte erscheinen einer jungen Generation heute wie aus einer anderen Welt: Weit weg, altertümlich, unmodern. Vieles aber ist noch immer zum Greifen nah. Der Kampf um das Frauenwahlrecht, der Widerstand gegen Hitler, der Wiederaufbau, die Annäherung an den Osten als Grundlage der Wiedervereinigung, der Kniefall Brandts.

Das alles ist kein Menschenleben entfernt, manche Großeltern waren schon auf der Welt. Unsere Elterngeneration hat gegen das Nachkriegsdeutschland aufbegehrt, als sich zum ersten und bisher letzten mal über 90 Prozent der Menschen im Land an einer Wahl beteiligten. 1972 ging es um Aufklärung, Bildungschancen und mehr Demokratie. Die SPD war die politische Kraft dieser Zeit.

Meine Generation ist aufgewachsen mit der digitalen Revolution, mit Wachstum und Konsum in einer Welt, in der kein Winkel, kein Land mehr unerreichbar ist. Mit dem Stillstand der Ära Kohl und dem politischen Aufbruch. Die großen Entscheidungen, die meine Generation geprägt haben, waren der Ausstieg aus der Atomenergie, das Nein zum Irak-Krieg und die Agenda 2010. Wir kennen keinen Hunger und haben keinen Krieg erlebt, sondern politische Stabilität und Demokratie.

Heute erleben wir Praktikaschleifen, Zeitverträge, ungezügelte Finanzmärkte und neue Ausbeutung. Die Aufgabe dieser Generation ist es deswegen nicht, das System zu stürzen, sondern die Demokratie zu stützen. Denn ungefährdet ist Demokratie nie.

Kommentare (22)

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Michael

23.05.2013, 09:58 Uhr

Oh ja, sie haben sehr viel erreicht. Wie gut es uns 80 Millionen Menschen in Deutschland doch heute geht. Und Europa ist ein Paradies.

Auf der Wolke, die diese Dame scheinbar bewohnt, wäre ich auch gern.

Anmassend, Verachtend, zum Teil, was sie da schreibt.

blackstone13

23.05.2013, 10:14 Uhr

Herrn Münteferings 40 (!) Jahre jüngere Frau erklärt uns die Welt:

"Heute erleben wir Praktikaschleifen, Zeitverträge, ungezügelte Finanzmärkte und neue Ausbeutung."

Nein wirklich? Wo kommt denn dies her? Wer hat denn mit der Agenda 2010 den Weg dazu bereitet? Wer hat denn das Trennbankensystem unter Rot/Grün aufgehoben und die Zockerbanken nach D gelockt, Frau Müntefering?

Da Sie ja offensichtlich nicht Praktikaschleifen, Zeitverträgen, ungezügelten Finanzmärkten und neuen Ausbeutungen betroffen sind:

Welches Einkommen erzielen Sie aus welchen Quellen?

Ist es richtig, dass im Falle des Ablebens Ihres Mannes Müntefering (geboren 1940 !), die exorbitante Pension auf Sie als Witwe (geboren 1980 !) übergeht, die der Steuerzahler zu tragen hat, Frau Müntefering?

Ich glaube, Sie sollten nicht für diese Generation sprechen, denn Sie haben längst auf Kosten anderer ausgesorgt!!!

LG
Blackstone

Account gelöscht!

23.05.2013, 10:16 Uhr

Nun ja, sie lebt ja auch in besten Verhältnissen, denn Münteferings Pension vom Steuerzahler dürfte ja mehr als ausreichend sein
Die redet ein Blech wie ein kleines Mädchen

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