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31.07.2012

14:57 Uhr

Gastbeitrag

Die ungeliebte einzige Chance für den Euro

Der Einsatz der EZB für den Erhalt der Euro-Zone ist nicht alternativlos, aber es ist die vernünftigste Lösung. Die Angst vor Inflation ist berechtigt. Aber das Ende der Geldpolitik würde auch das Ende des Euro bedeuten.

Der Autor ist Professor in Oxford. dpa

Der Autor ist Professor in Oxford.

Mit Spanien und Italien sind in den letzten Wochen zwei große Mitgliedstaaten in den Brennpunkt der Euro-Krise geraten. Sie müssen hohe Zinsen bieten, um Investoren dazu zu bringen, ihnen Geld zu leihen - Spanien zwischenzeitlich mehr als 7,5 Prozent. Was kann die europäische Politik in dieser Lage tun? Sie könnte nichts tun und auf zwei Dinge hoffen: dass Zinsen über sieben Prozent attraktiv genug sind, private Investoren anzulocken, und dass die wirtschaftliche Lage in Südeuropa sich bald verbessert.

Leider ist die Gefahr groß, dass es so einfach nicht geht. An den Kapitalmärkten scheint sich die Überzeugung durchzusetzen, dass die Krisenstaaten sich nicht erholen und die hohen Zinsen sie überfordern. Wie kann die Politik dem entgegenwirken?

Derzeit wird diskutiert, Spanien und Italien mit Krediten aus den Rettungsschirmen zu helfen. Die verfügbaren Mittel sind aber begrenzt. Der EFSF kann noch 140 Milliarden Euro ausreichen. Wenn das Bundesverfassungsgericht den ESM passieren lässt, kommen noch einmal 500 Milliarden hinzu. Für begrenzte Stützungsmaßnahmen reicht das. Spanien und Italien ganz vom Markt zu nehmen ist mit den derzeit vorhandenen Rettungsschirmen jedoch nicht möglich. Der Refinanzierungsbedarf Italiens und Spaniens beträgt allein in den Jahren 2013 und 2014 fast 700 Milliarden Euro.

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EZB-Chef Draghi gibt dem Druck der Märkte nach. Die Zentralbank wird wohl mit der Notenpresse die gigantischen Staatsschulden abtragen. Das ändert die Rolle der Währungshüter in der Krise fundamental.

Deshalb wird immer wieder gefordert, die Solidarhaftung für Staatsschulden massiv auszuweiten, beispielsweise durch Euro-Bonds oder den vom Sachverständigenrat angestrebten Schuldentilgungsfonds. Diesen Schritt kann man wagen - man sollte sich nur nicht der Illusion hingeben, er sei revidierbar. Er bedeutet den Übergang zu einem System, das einem Europäischen Bundesstaat näher steht als einer Währungsunion mit dezentraler Finanzpolitik. Das umzusetzen erfordert langwierige Verhandlungen und Volksabstimmungen in den Mitgliedstaaten. Als Mittel zur akuten Krisenbekämpfung ist ein solches Projekt nicht geeignet.

Kommentare (46)

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31.07.2012, 15:13 Uhr

Mit Verlaub aber das Ende des Euro IST die einzige Chance!

Buergerwehr

31.07.2012, 15:13 Uhr

Wofür sich dieser nicht ernst zu nehmende Kommentar ausspricht ist zuzulassen, daß die gesamten deutschen Ersparnisse einem "politischen Projekt" geopfert werden!
Wie perfide blöde muß man eigentlich sein, um wie Schäuble und Merkel nicht aufzuwachen? Wie perfide blöd muß man sein, um wie dieser Gastkommentar rücksichtslos die Bevölkerung in Deutschland zu enteignen.
Widerlich! Ekelhaft und WIDERLICH!
Es soll sich niemand wundern, wenn sich die MITTE der Gesellschaft radikalisiert. Ich werde dazu gehören!
Dies ist NICHT mein Europa. Dies ist auch NICHT mehr mein Vaterland, sondern ein Haufen geistergestörter, größenwahnsinniger Politiker, die in widerwärtigster Manier versuchen, Schicksal zu spielen.
Ich hoffe, es wird den ESM geben mit Banklizenz. Damit einfach jeder der DÜMMSTEN DEUTSCHEN ENDLICH BEGREIFT, was hier Sache ist und diese widerwärtige Politik beendet!

Account gelöscht!

31.07.2012, 15:17 Uhr

Ich hab' genug vom EURO. Ein Staat nach dem anderen geht Pleite und die Verschuldung wächst und wächst. Wer sich den EURO ausgedacht hat, gehört verhaftet.

Totaler Schuldenschnitt und ein Neuanfang mit nationalen Währungen. Die Europäische Gemeinschaft ist ohne EURO besser dran.

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