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27.08.2013

06:51 Uhr

Gastbeitrag

Gehaltsdeckel für deutsche Fußballstars

VonKlaus F. Zimmermann

Bayern München und Borussia Dortmund dominieren die deutsche Fußballliga – sportlich und: finanziell. Das ist unfair und wettbewerbsverzerrend. Die USA zeigen wie man Superclubs wirksam ausbremst.

Klaus F. Zimmermann ist Direktor des Instituts zur Zukunft der Arbeit IZA in Bonn. dpa

Klaus F. Zimmermann ist Direktor des Instituts zur Zukunft der Arbeit IZA in Bonn.

Wir Deutsche wie auch wir Europäer generell sind sehr stolz darauf, dass unsere Gesellschaft deutlich weniger geldgesteuert und allgemein fairer ist als die amerikanische. Allerdings gibt es mindestens eine eklatante Ausnahme, wo wir von den Amerikanern lernen können und müssen. Sie betrifft die schönste Nebensache der Welt, den Fußball. Dieser Befund wird wahrscheinlich eine ziemliche Überraschung für alle Europäer sein, die über die extrem hohen Spielergehälter in US amerikanischen Sportligen – vom American Football oder Basketball bis zum Baseball und Eishockey – hören und lesen.

Hierzulande gibt es eine rege Diskussion darüber, inwieweit Bayern München und Borussia Dortmund nicht zu dominant geworden sind und ob sich dieser Trend aufgrund ihrer Marktmacht beim Spieleraufkauf nicht noch weiter fortschreiben wird. Das würde dem echten Wettbewerb in der Bundesliga nicht gut tun. Immerhin haben die beiden Mannschaften seit 2000 insgesamt zehn Meisterschaften errungen sowie zahlreiche weitere Titel.

Gleiches gilt übrigens auch europaweit. In Spanien ist die Situation sogar noch eindeutiger. Der FC Barcelona und Real Madrid gewannen seit der Spielzeit 2000/2001 insgesamt elf nationale Meisterschaften. In England ist die Situation nur ein bisschen besser. Dort haben im selben Zeitraum drei Mannschaften – Manchester United, Arsenal und Chelsea – zwölf britische Premier League und acht FA Cup-Titel erobert. In den anderen europäischen Ländern ist es ähnlich; die Macht liegt bei ganz wenigen Superclubs.

Angesichts dieser bemerkenswerten Konzentration der sportlichen und damit verbundenen finanziellen Potenz stellt sich das Problem der Fairness im Sport durchaus sehr konkret. Es besteht nämlich die reale Gefahr, dass diese Klubs zu dominant und einflussreich geworden sind und ihre Überlegenheit sich weiterhin derart rasant steigert, dass alle anderen Konkurrenten mehr oder weniger mit ihrer Leistungsfähigkeit an den Rand gedrängt werden.

Diese Frage beschäftigt nicht nur die Sportwelt, Marketingexperten und Millionen von Fans, sondern auch uns Ökonomen, zumal solche, die sich mit dem Arbeitsmarkt und den beruflichen Aufstiegschancen beschäftigen.

Kommentare (17)

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Super-Grobi

27.08.2013, 07:26 Uhr

Wie blöd muss man sein zu glauben, dass die Gehaltszahlen auf dem Papier was mit der Wirklichkeit zu tun haben. Die echten Gehaltszahlungen laufen über Sponsorenvertäge, daher ist ist der komplette Artikel Unsinn.

Klaus

27.08.2013, 07:38 Uhr

Ich bin auch für eine interessante, ausgewogene Liga.
Das Leistungsprinzip in Amerika sorgt dafür, dass eher leistungsorientierte Clubs entstehen und die Gelder nicht im Vereinssumpf untergehen.
Nichtsdestotrotz, sollte zum Vergleich die Anzahl der europäischen Clubs, die die CL gewonnen haben, gezählt werden, schließlich werden im Amerikanischen Vergleich ja auch nicht die Bundesstaaten herangezogen.

BVB

27.08.2013, 07:53 Uhr

Aktuellere Zahlen wäre sicher auch möglich gewesen, siehe http://www.handelsblatt.com/fussball-bundesliga-rekord-bvb-erhoeht-umsatz-auf-305-millionen-euro/8677226.html

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