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07.11.2012

11:44 Uhr

Gastbeitrag Klaus F. Zimmermann

„Der Präsident muss sein Versprechen einlösen“

VonKlaus F. Zimmermann

Die Beschäftigungskrise und die Staatsschulden sind für Barack Obama die größten Herausforderungen seiner zweiten Amtszeit. Denn sie bedrohen den Glauben an die Zukunftsfähigkeit des amerikanischen Modells.

Klaus F. Zimmermann, Direktor des Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA) und Wirtschaftsprofessor der Universität Bonn. dapd

Klaus F. Zimmermann, Direktor des Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA) und Wirtschaftsprofessor der Universität Bonn.

Die Amerikaner geben Barack Obama, wenn auch nur knapp, eine zweite Chance. Eine große Herausforderung das zu verwirklichen, was er schon zuvor versprochen hatte, nämlich die Supermacht aus einer ihrer härtesten Wirtschafts- und Beschäftigungskrisen herauszuführen. Darüber hinaus wird er den Grundstein für eine fiskalische Stabilisierung legen müssen, die eine Griechenlandisierung Amerikas vermeidet. Dies könnte zu einer Sisyphos-Aufgabe werden, die die Demokraten langfristig aus der Regierung drängt.

Denn trotz einer scheinbar langsamen Erholung des darnieder liegenden Arbeitsmarktes sind die Ausgangsbedingungen für einen Durchbruch bei diesen Aufgaben keineswegs günstig. Noch immer fehlen bis zu vier Millionen Jobs, um wenigstens das Beschäftigungsniveau vor der großen Krise zu erreichen. Doch für einen schnellen Aufschwung gibt es allenfalls schwache Anzeichen, die Schleifspuren von Immobilien- und Finanzkrise sind noch tiefer als befürchtet. Selbst wenn  die  Arbeitslosenquote inzwischen unter die kritische Marke von zehn Prozent gefallen ist, die vor zwei Jahren gemeldet wurde, so ist das momentane wirtschaftliche Wachstum doch deutlich zu gering, um eine durchgreifende Wende auf dem Stellenmarkt zu ermöglichen.

Und so hat die Langzeitarbeitslosigkeit inzwischen ein für die USA bislang ungekanntes Ausmaß erreicht. Dieses Problem hat man in den USA, gerade auch aus Sicht der Wirtschafts- und Wissenschaftseliten, lange nur für ein europäisches Problem gehalten. Inzwischen stellt sich nicht nur die Frage nach den Beschäftigungsaussichten weißer Männer über 50, sondern – angesichts des akademischen Erfolges junger Frauen – immer stärker auch die Frage, wie es um die berufliche Zukunft junger Männer ganz grundsätzlich bestellt ist.

Zwar finden Collegeabgänger weiterhin Jobs, aber immer mehr eher auf dem Niveau von Aushilfsjobs und im Metier ungelernter Arbeitskräfte. Dies führt zu einem Verdrängungseffekt bei den weniger Qualifizierten und mittelbar zu beträchtlichem sozialen Sprengpotenzial.

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Kommentare (13)

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07.11.2012, 12:23 Uhr

Hallowach.
Obama darf nix und kann nix.
Und jetzt legen Sie sich wieder nieder.

Stimmvieh

07.11.2012, 12:30 Uhr

Humankapital ist doch schon lange kein knappes Gut mehr, sondern in Hülle und Fülle vorhanden. Die Arbeitslosenzahlen sprechen da eine klare Sprache. Freie Arbeitsmärkte zwischen USA und Europa würden den Wettbewerb um Arbeitsstellen noch verschärfen und die Löhne weiter drücken. Ökonomisch mag es ja richtig sein, dass dadurch mehr Stellen besetzt werden können und die Arbeitslosenzahlen leicht sinken. Aber zu welchem Preis (Lohndumping) für alle abhängig Beschäftigten?!

AxelSiegler

07.11.2012, 12:42 Uhr

.. ein "Wirtschaftsprofessor", der Steuererhöhungen propagiert, statt die überbordenden, in jeder Beziehung destruktiven Staatsausgaben anzumahnen - da weiss man doch gleich, auf wessen Gehaltsliste der steht: "Institut zur Zukunft der Arbeit" sagt wohl alles!

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