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17.06.2013

17:03 Uhr

Gastbeitrag

Transatlantische Werte neu justieren

VonTasso Enzweiler

Amerikas Datenskandal und die geplanten Freihandelszone zwischen Europa und den USA prägen den Besuch des US-Präsidenten in Berlin. Dabei werden die Weichen für das transatlantische Verhältnis neu justiert.

Tasso Enzweiler ist Mitglied der Atlantik-Brücke e.V. und langjähriger Strategieberater. Vor seiner Beratertätigkeit hat er als Journalist gearbeitet und war FTD-Chefreporter. Bild: privat

Tasso Enzweiler ist Mitglied der Atlantik-Brücke e.V. und langjähriger Strategieberater. Vor seiner Beratertätigkeit hat er als Journalist gearbeitet und war FTD-Chefreporter.

Bild: privat

KölnDie Enthüllungen zum Ausspähprogramm der US-Sicherheitsbehörden haben die Vorfreude auf den Besuch von US-Präsident Barack Obama etwas getrübt; vor kurzem war bekannt geworden, dass US-Geheimdienste weltweit auf unzählige Nutzerdaten von Internetkonzernen wie Google oder Facebook zugreifen und dies mit der Terrorismus-Abwehr rechtfertigen. Kanzlerin Merkel und ihre Minister dringen nun auf Informationen aus erster Hand und wollen das Thema mit Obama ausführlich besprechen. Verständlich. Doch auch wenn der US-Datenskandal die Stimmung zwischen beiden Ländern belastet – Deutschland und die USA sind Verbündete. Enge Verbündete. Das bleiben sie auch. Allerdings befinden sich beide Länder in einer neuen Phase ihrer Beziehung, einer Art Findungsprozess.

Nach wie vor ist es eine Wertegemeinschaft, die Amerika und Deutschland im Kern zusammenhält: Demokratie und Menschenrechte, Meinungs- und Religionsfreiheit, Freiheits- und Bürgerrechte als Eckpfeiler offener Gesellschaften. Doch der zweite Weltkrieg und die Befreiung Deutschlands durch die USA liegen schon mehr als sechs Jahrzehnte zurück.

Aus Sicht vieler Amerikaner ist das 21. Jahrhundert ein pazifisches, Obama hat sich selbst als ersten „pazifischen Präsidenten“ bezeichnet. Die USA suchen in Asien politische Verbündete.

Ein Vergleich zweier Staatsbesuche macht deutlich, wie sich die Welt gewandelt hat: Als im Sommer 1972 Richard Nixon als erster amerikanischer Präsident China besuchte, kam der mächtigste Mann der Welt in eines der größten Entwicklungsländer.

37 Jahre später, Ende 2009, kam Barack Obama zu seiner ersten Visite in die Volksrepublik China. Mit ihm reiste der größte Schuldner der Welt zu seinem größten Gläubiger. Amerika kann schon seit langem seinen Kapitalbedarf für die eigene Volkswirtschaft und für die Finanzierung der hohen Defizite seiner Staatshaushalte ohne Asien nicht mehr decken. Allein daraus entstehen neue politische Konstellationen.

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

18.06.2013, 13:48 Uhr

Ich traue unseren Eliten nicht zu, das sie es schaffen nicht von den Amis über tisch gezogen zu werden..... die reibungshitze verkauft man uns eher noch als Nestwärme

Account gelöscht!

19.06.2013, 18:15 Uhr

Weeerttteee???

Das ist ja wohl Sarkasmus pur.

Welche Werte denn? Der Westen hat alle wirklichen Werte verloren.

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