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27.08.2012

19:24 Uhr

Gastkommentar

Energiekonzepte auf dem Prüfstand

VonHubertus Bardt

Der Energiegipfel im Kanzleramt kann die Weichen für die Energiewende in Deutschland stellen: Über das Ziel herrscht Einigkeit, aber wir brauchen den Streit um die besten Wege dorthin.

Offshore-Windparks gelten als Zukunft für die Windkraft. dapd

Offshore-Windparks gelten als Zukunft für die Windkraft.

Am 28. August gibt es zwei große Termine im Kanzleramt. Bei beiden geht es um die Zukunft Deutschlands. Die Kanzlerin lädt zum "Zukunftsdialog", aber konkreter und streitiger wird es beim Energiegipfel. Hier muss der Kanzleramtsminister ran. Wenn er aber bei diesem Kernthema seine Chefin, Angela Merkel, ganz vertreten muss, wäre das für die Energiewende kein gutes Zeichen.

Die Kanzlerin nimmt an der Abschlussveranstaltung des Zukunftsdialogs teil. Es geht um entscheidende Fragen: "Wie wollen wir zusammenleben?", "Wie wollen wir lernen?". Und nicht zu vergessen: "Wovon wollen wir in Zukunft leben?" Merkel hat zum Dialog eingeladen. Dabei muss nicht Konsens herauskommen, sondern es sollte möglichst gute und neue Ideen geben. Rund ein Jahr lang haben über 100 Experten diskutiert. Alle Bürger konnten sich im Internet beteiligen. Die Abschlusskonferenz soll nicht das Ende der Diskussion sein, sondern der Auftakt.

Um kurzfristige Herausforderungen geht es beim nächsten Energiegipfel. Was hat Priorität? Ein Dialog über die Zukunft oder der Streit über die Energie? Wie Dialog zum Markenkern der Kanzlerin gehört, gehört Streit zur Notwendigkeit der Energiewende. Und natürlich gehört die Energiewende zur Zukunftsfrage "Wovon wollen wir leben?".

Beim Energiegipfel geht es um nicht weniger als die Grundlagen unseres zukünftigen Wirtschaftens und künftigen Wohlstands. Schließlich gilt es, die Energiewende so zu gestalten, dass sie allen Anforderungen gerecht wird. Der Umbau auf erneuerbare Energien soll bis zur Jahrhundertmitte erreicht, die Stromversorgung gesichert werden - 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr. Und die Preise dürfen nicht ungebremst weiter steigen. Zumindest nicht, wenn wir ein leistungsfähiges Industrieland bleiben wollen.

Gerade bei den Kosten aber treten die Probleme offen auf. Die EEG-Umlage wird 2013 voraussichtlich von gut 3,5 auf fünf Cent steigen, wenn nicht noch höher. Für einen typischen Privathaushalt wären das Kosten von rund 200 Euro im Jahr - für ein Industrieunternehmen entsprechend mehr, wenn es nicht von Ausnahmeregeln profitiert. Zuletzt ist der Stromkostennachteil Deutschlands gegenüber unseren Nachbarn deutlich gestiegen: ein großes Risiko der Energiewende und erklärt, warum viele Unternehmen das Thema so ernst nehmen.

Kommentare (3)

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27.08.2012, 20:45 Uhr

Ein Energie-Konzern mit gierigen Aktionären muss jedes Jahr die Energiepreise erhöhen, was sich negativ auf die Inflationsrate und das Wirtschaftswachstum auswirkt.

Energie gehört verstaatlicht! Jeder braucht kostengünstige Energie - jedes Unternehmen, jeder Haushalt. Die Einnahmen können für Forschung und Ausbau des Energienetzes eingesetzt werden.

vandale

27.08.2012, 21:49 Uhr

Hallo Hot Six...Die grossen Versorger gehören bereits heute im wesentlichen staatlichen Körperschaften. Wenn Sie noch die Gewerkschaftler in den Aufsichtsräten als Transmissionsriemen der Arbeiterklasse berücksichtigen, sind diese sehr staatlich.
Ich nehme an Sie meinen/möchten eine zentrale Planwirtschaft einführen?

In einer solchen lassen sich Kosten beliebig zuordnen und das beim Zusammenbruch des Systems kann niemand sagen ob "Erneuerbare Energien", oder der Sozialismus schulde waren. Da haben Sie recht

Vandale
Vandale

vandale

27.08.2012, 21:58 Uhr

Das Grundproblem ist das die "Energiewende" auf (öko)religiösen Visionen beruht. Diese schreiben eine Energieerzeugung wie im Mittelalter, Windmühlen, Verbrennung von Lebensmitteln, Solarzellen, vor. Von modernen, umweltfreundlichen Kernkraftwerken gehen gem. dieser Religion dämonische Atomstrahlen aus, Kohlekraftwerke verursachen ein Waldsterben, oder führen in eine CO2 Klimahölle.

Auch mit unendlich vielen Konferenzen lässt sich mit diesem religiös korrektem Konzept keine moderne Energieversorgung errichten.

Somit liegt es nahe, dass man die Kosten intransparenter macht, den pösen Versorgern die Schuld gibt, die "Energiewende" ein wenig streckt.

Vandale

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