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14.07.2012

16:04 Uhr

Gastkommentar

Euro-Krise überfordert die USA

VonStephen Roach

Die Euro-Krise breitet sich auf der ganzen Welt aus – und macht auch vor den USA nicht halt. Stephen S. Roach, Ex-Chef der Asien-Sparte von Morgan Stanley, glaubt nicht, dass Amerika die Weltwirtschaft retten kann.

Stephen Roach lehr an der Universität Yale und war Vorsitzender von Morgan Stanley Asia. Pressefoto

Stephen Roach lehr an der Universität Yale und war Vorsitzender von Morgan Stanley Asia.

Auf dem Höhepunkt der Finanzkrise in Asien, im September 1998, übermittelte der damalige Chef der amerikanischen Notenbank Federal Reserve, Alan Greenspan, eine simple Botschaft: die USA seien keine isolierte Oase des Wohlstands inmitten einer krisengeschüttelten Welt. Greenspans Argument trifft heute in noch viel höherem Maße zu als damals. Ja, die amerikanische Wirtschaft befand sich in den letzten drei Jahren auf einem schwachen Erholungskurs. Nicht zuletzt deshalb herrscht heute die weit verbreitete Hoffnung, dass Amerika für den Rest der Welt inmitten der Euro-Krise ein Sicherheitsnetz bieten kann. Falsch gedacht.

Seit dem ersten Quartal 2009, als die US-Wirtschaft nach der schlimmsten Rezession der Nachkriegszeit die Talsohle erreicht hatte, waren Exporte für 41 Prozent der nachfolgenden Erholung verantwortlich. In den vergangenen drei Jahren bewirkten drei Regionen - Asien, Lateinamerika und Europa - gemeinsam sogar 83 Prozent des exportgetriebenen amerikanischen Wachstums.

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Mit einem Anteil von 33 Prozent am gesamten US-Exportanstieg der letzten drei Jahre lag Asien wenig überraschend an erster Stelle. Lateinamerika wies den zweithöchsten Anteil am amerikanischen Exportaufschwung aus. Auf diese Region entfielen in den letzten drei Jahren weitere 28 Prozent der gesamten Gewinne aus Amerikas Auslandsverkäufen, wobei Brasilien und Mexiko gemeinsam für 19 Prozent dieses Anstiegs verantwortlich waren.

In beiden Ökonomien verlangsamt sich das Wachstum mittlerweile beträchtlich, ganz besonders jedoch in Brasilien. Schließlich ist da noch der traurige Fall Europas, das in den letzten drei Jahren für 21 Prozent des kumulierten Wachstums der US-Exporte verantwortlich war. Prognosen sind immer gefährlich, aber mit einigen „Was wäre wenn“-Szenarien lässt sich beleuchten, was das für die größte Volkswirtschaft der Welt bedeutet.

Seit dem zweiten Quartal 2009 liegt der Wert des annualisierten realen BIP-Wachstums der USA im Durchschnitt bei 2,4 Prozent. Da ungefähr 40 Prozent dieser Steigerung dem Export zugerechnet werden können, bedeutet dies, dass die restliche Wirtschaft nur um magere 1,4 Prozent gewachsen ist. Unter Annahme stagnierender, nicht weiter steigender US-Exporte und für den Fall, dass auch alles andere unverändert bleibt (immer eine heroische Annahme), würde das reale BIP-Wachstum auf dieses 1,4-Prozent-Schreckgespenst hinauslaufen.

Kommentare (27)

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Account gelöscht!

14.07.2012, 16:37 Uhr

Überfordert??? Die USA waren schon pleite bevor die Krise begonnen hat, nur können die Herrschaften es sich ja erlauben des gesamten Globus zu verarschen indem sie einfach Geld bis ins nächste Jahrtausend drucken und ich alle Welt schleudern...wer aufmuckt wird bombardiert.

Schaue sich doch bitte jeder mal die Geldmengenvermehrung an. Der Dollar ist nicht mal das Papier wert auf dem er steht und der Euro reift gerade zum selben Papierschnipsel heran.

Oekonomiker

14.07.2012, 16:42 Uhr

Lesen Sie

http://der-oekonomiker.blogspot.de/2012/07/standpunkt-304-hintergrundwissen.html

SlingShot

14.07.2012, 17:22 Uhr

die Probleme der USA sind hausgemacht.Eine riesige Immobilienblase die 2008 platzte, riesige Rettungsplaene fuer Banken, Lehmann Bros pleite und ein chronischer export von Arbeitsplaetzen nach Asien.
Aber es muss doch jemand anderes Schuld sein!

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