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05.10.2012

19:26 Uhr

Gastkommentar

Notenbanker – Helden oder Schurken?

VonMohamed El-Erian

Glückt das Anleihekaufprogramm der EZB, wird man sie als Heldin feiern. Doch es drohen auch Hyperinflation und hohe Arbeitslosigkeit. Der Chef der Fondsgesellschaft Pimco über die schwierige Rolle der Notenbanken.

Der Autor ist Chef der Fondsgesellschaft Pimco (Allianz-Gruppe). Reuters

Der Autor ist Chef der Fondsgesellschaft Pimco (Allianz-Gruppe).

Die Geschichtsbücher werden unseren Kindern überliefern, dass die westlichen Notenbanken sich nach der weltweiten Finanzkrise 2008 auf ein beispielloses Experiment einließen. Sie wagten sich mutig weiter vor, als es geldpolitische Institutionen jemals getan hatten. Sie überdehnten ihr Mandat und riskierten ihre politische Unabhängigkeit mehr als je zuvor.

Und wenn sie damit nicht so recht vorankamen, versuchten sie es um so verbissener, statt sich zurückzuziehen. Das alles haben sie gemacht, weil andere politische Institutionen nicht gewillt oder nicht in der Lage waren, ihre Verantwortung ausreichend, rechtzeitig und koordiniert zu übernehmen. So weit ist der Fall klar.

Und abzusehen ist auch, dass die Geschichtsbücher sich nicht nur mit der Europäischen Zentralbank (EZB) beschäftigen werden, die in Deutschland so stark unter Beobachtung steht. Denn auch die britische und die japanische Notenbank und die Fed in den USA - sie alle experimentieren, was das Zeug hält. Keine von ihnen weicht zurück.

Die EZB hat sich jetzt sogar entschlossen, unter bestimmten Bedingungen unbegrenzt Staatsanleihen anzukaufen. Und die Fed hat ein Programm mit offenem Ende gestartet, das sogar bei einer wirtschaftlichen Erholung der USA fortlaufen wird. Schwieriger vorauszusagen ist, wie künftig die Ergebnisse dieser Politik bewertet werden.

Werden die Notenbanken als Helden oder als Schurken in die Geschichte eingehen? Genauer gefragt: Werden sie als Helden gelten, weil sie das Wachstum, den Arbeitsmarkt und die finanzielle Stabilität unterstützt und, im speziellen Fall der EZB, die europäische Perspektive, die so weitreichende Vorteile und Chancen bietet, gerettet haben?

Oder werden sie als Schurken gelten, weil sie unseren Kindern Inflation, schwaches Wachstum und hohe Arbeitslosigkeit beschert haben und so - zum ersten Mal seit langem - eine Generation schlechter dasteht als die ihrer Eltern? Um diese Frage - Held oder Schurke? - zu entscheiden, fehlen heute die Zahlen und Fakten. Erschwerend kommt hinzu, dass niemand sagen kann, was ohne den Einsatz der Notenbanken passiert wäre.

Manche argumentieren plausibel, ohne diesen Einsatz wäre die Euro-Zone zerbrochen und die USA wären in eine Rezession mit noch länger andauernder Arbeitslosigkeit gerutscht. Beides hätte zweifellos auch weltweit eine Rezession oder gar Depression verursacht.

Kommentare (8)

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LarsLonte

05.10.2012, 20:11 Uhr

Schurken!

"Was ist das Verbrechen eine Bank zu überfallen, gegen das Verbrechen eine Bank zu gründen?"

Bertholt Brecht

Bürgerbewegung Solidarität

http://www.bueso.de

Aus der Schweiz

http://www.zeit-fragen.ch

Der Monetarismus der Chicagoer Schule der Volkswirtschaft nach Milton Friedman ist gescheitert!

http://theeconomiccollapseblog.com/

LarsLonte

05.10.2012, 20:20 Uhr


Die neoliberale monetaristische Postmoderne...Gangstas Paradise...Die Freihandels-Ideologie und der Monetarismus der Chicagoer Schule der Volkswirtschaft lassen die Welt verarmen!

http://www.larouchepac.com

http://www.bueso.de

http://americanfreepress.net/

Account gelöscht!

05.10.2012, 20:26 Uhr

Die Notenbanker sind natürlich Helden für den Geldadel wie u.a. PIMCO, aber Schurken für den einfach Bürger und Sparer.

Die Notenbanken und Staaten retten die Banken und Großinvestoren unterschiedslos auf Kosten der Steuerzahler und Kleinsparer. Jeder Haufen Kuhscheisse ist systemrelevant, die große Systemlüge des Geldadels.

Leider werden alle, die gegen die monetative Inflations-Lösung warnen, als Störer und Abweichler bezeichnet. Bestenfalls wird ihnen noch die Schuld für das Nichtfunktionieren der Banken- und Euro-Rettung in die Schuhe geschoben.

Mit Marktwirtschaft hat das alles jedenfalls nichts mehr zu tun.

Siehe auch:
http://ef-magazin.de/2012/09/25/3723-geldpolitik-totale-niederlage-der-liberalen
http://ef-magazin.de/2012/10/05/3740-ueberschuldungskrise-brot-heute-hunger-morgen

Ein unorthodoxer Weg zur Knechtschaft: http://www.misesinfo.org/?p=2982
Die Geldschöpfung „aus dem Nichts“ führt in die Krise: http://www.misesinfo.org/?p=2925

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