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16.11.2012

12:23 Uhr

Gastkommentar

„Russland will umarmt werden“

VonViktor Jerofejew

Putin hat sich durch seinen autokratischen Führungsstil stärker denn je von den westlichen Demokratien distanziert. Die Antwort Europas darauf darf aber nicht Isolation heißen, fordert der Autor Viktor Jerofejew.

Polizisten kesseln im russischen St. Petersburg Demonstranten ein. dpa

Polizisten kesseln im russischen St. Petersburg Demonstranten ein.

Wozu reisen Sie nach Russland, Frau Bundeskanzlerin? Da lebt doch ein wildes Tier, der frischgebackene Diktator eines riesigen Landes! Er ernährt sich vom Blut der unschuldigen Mädchen der Musikgruppe Pussy Riot! Er mehrt die Anzahl der politischen Gefangenen aus dem Kreis der sympathischen jungen Moskauer, die der russischen Polizei Widerstand geleistet haben. Denken Sie nur daran, wie er durch das leergefegte Moskau in den Kreml fuhr, um sich für eine zweite Amtszeit krönen zu lassen, als wäre er nicht der neue Präsident, sondern ein Eroberer!

Sie, Frau Bundeskanzlerin, fliegen nach Moskau, dessen halbe Einwohnerschaft, unsere besten Leute, Putin feindselig gesinnt ist und Sie nicht verstehen wird. Denn für viele Moskauer ist er ein Präsident, der sogar durch gefälschte Wahlen, also illegitim, an die Macht kam! Geben Sie Ihr Flugticket zurück, und bleiben Sie in Berlin, Sie haben dort auch so schon einen Haufen Probleme, nicht zuletzt mit Europa und dem Euro.

So ungefähr könnte Wladimir Putin denken, wenn er losfährt, um die deutsche Kanzlerin abzuholen. Er weiß sehr gut, dass er in Europa unbeliebt ist, dass Europa endgültig von ihm enttäuscht ist. Ein deutscher Fernsehregisseur, der einen Film zu Putins Sechzigstem gemacht hat, erzählte mir, der russische Chef habe ihn gefragt: "Haben Sie denn keine Angst, mit mir zu tun zu haben? Fürchten Sie nicht um Ihren guten Ruf?" Wir leben in einer postmodernen Welt, eine andere haben wir nicht. In dieser Welt können selbst Diktatoren über ihre eigene Diktatur spotten und dabei ihre diktatorischen Eigenschaften voll und ganz bewahren.

Die Liebe der Europäer zu Putin oder zumindest der Respekt vor ihm hat eine deutliche Abkühlung erfahren, und das generiert menschenfressende Goya'sche Gestalten. Wir kommen tatsächlich aus einem großen Land von Menschenfressern, aus Stalins Sowjetunion, in der die Menschenfresser nicht nur Millionen friedlicher Einwohner, sondern auch sich gegenseitig gefressen haben. In unserem Land hat man die Besten umgebracht. Auf den Trümmern der UdSSR sind gejagte, verschreckte Spießbürger und ein Häuflein nicht totzukriegender Intellektueller übrig geblieben. Nichtsdestoweniger haben sie ihre letzten Kräfte mobilisiert, um das Regime der Utopie abzuwerfen und ein neues Leben anzufangen.

Kommentare (12)

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Zeitverschwendung

16.11.2012, 13:17 Uhr

Sorry, um so ein Sammelsurium von unbelegten Lügen fertig zu lesen, fehlt mir die Zeit. Darf ich auch ein Artikel bei HB veröffentlichen? Ich kenne mich wenigstens auch in Russland im Gegensatz zu dem Autor mit russisch klingendem Namen... Glauben Sie mir, außer dem Namen sehe ich in dem Text nichts was die heutige Situation in Russland spiegelt.

gib

16.11.2012, 13:43 Uhr

""Der Autor zählt zu Russlands bekanntesten Autoren."

Lächerlich, der Autor ist in Russland als Russophob bekannt!
In seinem Buch "Энциклопедия русской души" sagt er, die Russen sind eine beschämende Nation, diese muss man schlagen, erschießen und an der Wand verschmieren.
Das kann man in der Russischen Wiki nachlesen.
Damit ist disqualifiziert sich dieser Atikel von selbst."

Account gelöscht!

16.11.2012, 13:54 Uhr

Putin hat das Verbrechen begangen, die anglo-amerikanischen Rohstoff- und Bank-Kartelle mitsamt ihren Marionetten, den "Oligarchen" faktisch aus Rußland rauszuwerfen und die Ausplünderung des Landes zu verhindern. Das ist natürlich unverzeihlich! Zumal er jetzt auch noch den US/Nato-Angriffskriegen die Unterstützung verweigert.
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