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23.04.2012

15:52 Uhr

Gastkommentar

„Shitstorms“ und Treibjagden

VonBodo Hombach

Chance für mehr Demokratie und Treibhaus für Demagogen: Für Bodo Hombach ist das Netz ein Paradox. Es steht für die Idee einer undurchdringlichen Durchlässigkeit.

Das Netz respektiert keine eingeübten Gewissheiten. dpa

Das Netz respektiert keine eingeübten Gewissheiten.

Internet. Facebook, Google, Twitter. Das große Irgendwo. Alles steht auf Klick zur Verfügung. Von der klügsten Bemerkung bis zur Latrinenparole: Alles ist wie in Stein gemeißelt. Weltweit. Für immer.

Das „Welt-Netz“ ist da, und allmählich dämmert uns: Es ist ein Quantensprung der kulturellen Evolution, vergleichbar mit der Erfindung der Schrift oder des Buchdrucks. Es verändert nicht den Menschen, aber fast sämtliche Parameter seiner alltäglichen Existenz.

Das wurde lange ignoriert. Öffentliches Nachdenken wurde als exotisch belächelt. Kirchen, Schulen, Gewerkschaften, Parteien waren sprachlos und eingeschüchtert. Eine neue Partei war nötig, um wichtige Fragen aufzuwerfen. Noch stammelt sie Antworten, aber schon erscheinen alle anderen als antiquiert.

Wir brauchen die große Debatte der Gesellschaft über Chancen und Gefahren – nicht der neuen Technik oder des neuen Mediums, sondern der neuen Situation, in der wir leben.

Handelsblatt-Community: Warum Pseudonyme im Netz so wichtig sind

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Warum Pseudonyme im Netz so wichtig sind

Handelsblatt Online-Chefredakteur Oliver Stock hat die Nutzer dazu aufgerufen, Artikel unter Angabe ihres Namens zu kommentieren. Die meisten melden sich jedoch weiterhin anonym zu Wort. Drei Thesen, warum Pseudonyme im Netz so wichtig sind.

Das Netz respektiert keine eingeübten Gewissheiten. Globale Ferne wird zur unmittelbaren Nachbarschaft. Ungleichzeitige Kulturen prallen hart aufeinander. Der zeitliche Abstand zwischen Ereignis und Wahrnehmung schrumpft gegen null. Herrschaftswissen wird zur puren Illusion. Menschenmassen ballen und organisieren sich auf Zuruf zu mächtigen Bewegungen. Eine exponentiell anschwellende Informationsflut. Privater und öffentlicher Raum sind kaum zu unterscheiden.

Das Netz erfüllt uralte Weltbürger-Träume. Hierarchien werden flacher, Entscheidungen transparenter, Teilhabe wird möglicher. Eingeübte Verhaltensmuster und Rollenbilder weichen auf.

Das ist nicht die Lösung der Probleme, aber es vermehrt die Alternativen. Man hat die Wahl, aber man muss auch wählen. Entgrenzung bedeutet Asymmetrie: zwischen Entwicklern und Usern, Großrechnern und Hackern, Weltenbummlern und Schrebergärtnern, eleganten Bildschirmflaneuren und widerborstigen Erbsenzählern. Schicke einen Spießer auf Weltreise, und er kommt als braun gebrannter Spießer zurück.

Kommentare (7)

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Account gelöscht!

23.04.2012, 18:59 Uhr

Ja,erhalten wir uns die Vorteile und sparen uns mit Hombach eine Regulierung im Sinne des SPD-Medienimperiums WAZ & Co.

blackstone13

23.04.2012, 22:11 Uhr

Ein Verfasser, der "daß" noch mit "scharfen S" schreibt (schreiben lässt), gehört nicht ins Internet.

In der SPD ist er dagegen gut aufgehoben.

Genießen Sie ihre unverdiente(n) Rente, Tantiemen und Bezüge.

Schönen Gruß an Herrn Maschmeyer, Schröder, Riester und Rürup als auch an ihre "Schreiber im Hintergrund".

LG
Blackstone13

Account gelöscht!

23.04.2012, 22:41 Uhr

Hombach??? lest mal: www.medienmoral NRW.de

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