Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

28.06.2012

07:02 Uhr

Gastkommentar

Sieben Schritte zur Rettung des Euro

VonGustav A. Horn

Die Euro-Zone hat es trotz zahlreicher Krisengipfel nicht geschafft, die Krise einzudämmen. Die Staats- und Regierungschefs müssen ihre Strategie grundlegend ändern. Diese sieben Schritte sind dafür notwendig.

Prof. Dr. Gustav A. Horn ist Wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) in der Hans-Böckler-Stiftung. Er lehrt an der Universität Duisburg-Essen. dpa

Prof. Dr. Gustav A. Horn ist Wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) in der Hans-Böckler-Stiftung. Er lehrt an der Universität Duisburg-Essen.

Europa hastet von Krisengipfel zu Krisengipfel. Immer wieder scheint die Überwindung der Krise des Euroraums so nah – und entpuppt sich dann doch wieder als so fern. Keine von all den zahlreichen mit hohen politischen und finanziellen Risiken verbundenen Maßnahmen hat die Krise endgültig zu stoppen vermocht. Immer mehr Länder flüchten unter den Rettungsschirm. Die Sorgen kreisen schon längst nicht mehr nur um Griechenland, sondern mittlerweile ergreift die Furcht vor dem wirtschaftlichen Kollaps auch Spanien und Italien. Die Krise des Euroraums hat damit nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ ein neues, extrem gefährliches Stadium erreicht. Was also muss geschehen, um die Krise schnellstmöglich zu stoppen?

Am Anfang muss die allgemeine Erkenntnis stehen, dass die bisherige Strategie, jedes Land als Einzelfall jeweils individuellen Versagens zu behandeln, gescheitert ist. Der Euroraum befindet sich in einer Systemkrise. Folglich muss auch eine systemische Reaktion auf die Krise erfolgen.

Vor allem muss die politische Kommunikation der Regierungen auch der eigenen Bevölkerung zu erklären versuchen, dass es nicht um einzelne Länder geht, sondern um den Euroraum als Ganzes mit einem gemeinsamen Fehlverhalten als Ursache. Daraus ergeben sich sieben Schritte, die zur Rettung des Euro gemacht werden sollten. Und zwar ohne weitere Umwege.

Kommentare (61)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

27.06.2012, 20:35 Uhr

Mal wieder die gleiche absurde Melodie: Transfers, Schuldenvergemeinschaftung, Glaube an künftige vertragliche Vereinbarungen, obwohl die bisherigen gebrochen wurden. Das alles ohne eine wirkliche Reformpolitik, die schmerzhafte Strukturreformen durchsetzen sowie die korrupten politischen Eliten und die Steuerhinterzieher der Südländer zur Verantwortung ziehen müsste. Ob die deutschen Gewerkschaftsmitglieder schon verstehen, wie radikal auchz sie ausgenommen werden sollen?

solala

27.06.2012, 20:43 Uhr

Nur ein paar Gegenthesen, dass Herr Horn das Verhältnis zur Realität verloren hat:
1. Das eine Zentralbank Staatsanleihen aufkauft und dadurch Vertrauen herstellt, ist ein Schwachsinn, der nicht mehr zu überbieten ist. Sie haben eine Druckerpresse im Keller, mir dem sie Ihr eigenes Geld drucken. Ihr Bäcker will das dann nicht mehr zum bezahlen der Brötchen akzeptieren und die Medizin ist das Sie mehr Papier bedrucken. Wer ist hier bitte das Brötchen, Herr Horn? ;-)
2. Die Reformen wurden kaum im Ansatz umgesetzt und deshalb soll zeitlich gestreckt werden? Herr Horn: Ihre Frau betrügt Sie und Sie erwischen Sie in flagranti. Sie verspricht sich zu bessern, aber nicht sofort, sondern erst nach 2 Jahren? Wer ist hier der Gehörnte?
3. Maßnahmen zur Wiederherstellung der Wettbewerbsfähigkeit sind natürlich zu begrüßen, aber alles was Sie sagen ist, das wir in Vorleistung gehen „müssen“. Allein das „Müssen“ ist ein Horn. Nicht an den Geberländern ist es Vertrauen aufzubauen, oder sind wir nicht bereits erheblichem Risiko.
Alle weitere Ausführungen zu den Ausführungen sind ermüdend. Dem HB ist zu empfehlen, nur von echten Ökonomen Meinungen abzudrucken bzw. vorher dies qualitätszusichern.

99Thesen

27.06.2012, 20:45 Uhr

Merkel hat Recht: ohne Kontrolle keine weiteren Konzessionen. Verträge hatten wir bisher auch (Maastricht), es hat sich aber keiner dran gehalten. Deutsches Geld gibt es erst, wenn eine EU-Finanzaufsicht (aber bitte nicht die EZB, die soll doch politisch unabhängig agieren) die Haushaltsgenehmigung erteilen muss - ähnlich der Bezirksregierungen für die Kommunen. Allerdings: auch die Bezirksregierungen konnten die Überschuldung der dt. Kommunen nicht verhindern. Von daher bleibt generell Skepsis gegenüber den - bisher ja leeren - Versprechungen der EU-Partner angebracht. Sinnvoller wäre der temporäre Austritt der Schuldenländer. Sie könnten dann mit einer eigenen Währung abwerten, und später wieder zurückkommen.

Mehr unter: http://99thesen.wordpress.com

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×