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27.04.2012

20:03 Uhr

Gastkommentar

Unsere Energiewende braucht Hilfe aus Europa

VonKurt J. Lauk

Die Energiewende treibt den Preis für Strom in die Höhe. Um den steigenden Kosten entgegenzusteuern, braucht Deutschland Unterstützung aus den Nachbarländern.

Der Autor Kurt J. Lauk ist Präsident des Wirtschaftsrats der CDU. dpa

Der Autor Kurt J. Lauk ist Präsident des Wirtschaftsrats der CDU.

Die Energiewende in Deutschland ist im Wesentlichen emotional begründet: Man glaubt so, technische Katastrophen mit Opfern von Menschenleben vermeiden zu können. Ohne internationale Regeln bringt das aber nichts. Der deutsche Alleingang ist offenbar kein Modell für den Rest der Welt. Von weltweit 443 Kernkraftwerken sind seit der Katastrophe von Fukushima 13 abgeschaltet worden: eines altersbedingt in Großbritannien, vier infolge der unmittelbaren Betroffenheit in Japan und acht infolge politischer Entscheidungen in Deutschland. Zeitgleich sind sechs neue Blöcke in Asien ans Netz gegangen. 436 Kernkraftwerke sind damit in Betrieb. Dabei behauptet jedoch keiner, dass diese Technologie eine große Zukunft hat.

Seit der Verkündigung des Ausstiegs haben wir viel gelernt: Der Ausbau der Stromnetze ist Voraussetzung für den beschleunigten Umstieg auf erneuerbare Energien. Der Netzausbau auf regionaler und überregionaler Ebene jedoch stockt. Die Fans der Energiewende gehen gegen die Folgen ihrer Forderungen auf die Straße. Sie protestieren gegen Leitungstrassen und Stromspeicherwerke und blockieren den Stromtransport aus den Windparks in Nord- und Ostsee in den Süden. Hohe dreistellige Milliardenbeträge müssen in neue Energieinfrastrukturen investiert werden. Zugleich erreichen die Subventionen für erneuerbare Energien unbezahlbare Höhen. Ohne Subventionen rechnet sich wirtschaftlich (fast) nichts.

Die Energiewende hat sich längst zum Preistreiber für Strom entwickelt. 45 Prozent der Haushaltsstromkosten sind Steuern und Abgaben, die seit 1998 um satte 178 Prozent gestiegen sind. Die explosive Verteuerung des Stroms wird zu einer neuen Armutsfalle in Deutschland: Zur Altersarmut kommt jetzt die staatlich verordnete Energie-Armut. Schon gibt es Hilferufe, die sozial Schwachen mit Hartz-IV-ähnlichen Leistungen zu unterstützen. Die deutsche Planwirtschaft bei der Energiewende feiert fröhliche Urstände. Konsequenz ist: Immer weniger müssen immer höhere Kosten tragen. Ohne erneute Wende läuft die Energiewende vor die Wand.

Es wird immer deutlicher: Durch den planlosen Ausbau erneuerbarer Energien frei nach dem Motto „Hauptsache, die staatlich garantierte Rendite stimmt“ setzen wir die Versorgungssicherheit unseres Industrielandes aufs Spiel: Mangels Netzen und Speichern können Wind und Sonne nicht zu einer stabilen Versorgung beitragen. Die vier Stromübertragungsnetzbetreiber haben festgestellt: Nur durch eine Verkettung vieler glücklicher Umstände und die Aktivierung von Reservekraftwerken in Österreich sind wir diesen Winter an einem Blackout vorbeigeschrammt. Angesichts der hohen Industriestromkosten und abnehmender Versorgungssicherheit verlassen energieintensive Industrien Deutschland und investieren verstärkt im Ausland.

Kommentare (17)

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laika0231

27.04.2012, 21:20 Uhr

Dieser polemische Artikel strotzt voller unwahrer Behauptungen, die einer kritischen und sachlichen Prüfung nicht Stand halten. Dabei muss man wissen, dass Herr Lauck einer der heftigsten Befürworter der AKW-Laufzeitverlängerung war. Die Energiewende hat er wohl nicht verkraftet, sonst würde er nicht mit Angst machenden Argumenten versuchen, das Rad zurückzudrehen.
Was die Versorgungssicherheit angeht, sollte sich der Autor die Untersuchungen der Bundesnetzagentur zu Gemüte führen. Die Kosten des Netzausbaus der Energiewende in die Schuhe zu schieben ist schlicht dreist.
Und: Die Innovationen liegen anwendungsreif vor uns, wir müssen sie nur nutzen! Hierbei handelt es sich um Wind- und PV-Anlagen!
So sieht innovationsfeindlicher und Partikularinteressen bedienender Lobbyismus aus. Ganz schlecht für Deutschland und darüber hinaus. Mit dieser Einstellung kann die alternativlose Energiewende nicht klappen...

Der_Henker

27.04.2012, 21:29 Uhr

Deutschland braucht keine Energiewende .Mit dem Eurocrash ist sowieso alles Vergangenheit . Wer kann sich dann noch Strom leisten bei einem Eurocrash .Das Ganze ist einfach nur Wahnsinn wie der Euro .Natürlich soll der Demos wieder die Hauptschuldenlast tragen .

Mit dem EEG wollen sich Raffgierige bereichern ,aber wer denkt an die Natur .

Kohl ist der Schuldige für den Eurowahnsinn .
Merkel ist die Schuldige für den Energiewendewahnsinn .

Jetzt müssen die dreckigen Kohlekaftwerke wieder angefahren
werden. Welch eine Umweltverschmutzung !

AKW retten uns vor dem Klimawandel !

Mit den Windmühlen u.Sonnenspiegel ist kein Industriestaat überlebensfähig.

Merkels Machtpolitik wird untergehen ! Kohl 2




kein

27.04.2012, 21:37 Uhr

"Pumpspeicherkraftwerke in Norwegen"

Zitat: "Vor zehn Jahren verkündete Oslo, dass die Zeit des Wasserkraftausbaus vorbei sei. Das Forum for natur og friluftsliv, dem mit 600.000 Mitgliedern größten Umweltverband Norwegens, verabschiedete im Februar eine Resolution, mit der allen Träumen von Norwegen als "Europas grüne Batterie" eine Absage erteilt wurde."

Ich finde es lächerlich, obwohl Norwegen schon vor längerer Zeit eine absage erteilt hat, Träumen die Öko Fanatiker immer noch von "Pumpspeicherkraftwerke in Norwegen" in ihren feuchten träumen.

Deutschland hat bereits jetzt schon mit die höchsten Strompreise Weltweit, hinzu kommt, dass die Preise für alle Energieformen in Deutschland explodieren, es ist nur eine Frage der Zeit, bis der Zuspruch für Erneuerbare gegen 0 geht.

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