Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

31.01.2012

14:20 Uhr

Gastkommentar

„Wettbewerb statt Korruption“

VonWladimir Putin

Wladimir Putin will bei der Wahl im März in Russlands Präsidentenamt zurückkehren. In einem Gastbeitrag nennt er seine künftigen Prioritäten - und legt damit indirekt Versäumnisse seiner bisherigen Regierungszeit offen.

Ministerpräsident Wladimir Putin. Reuters

Ministerpräsident Wladimir Putin.

MoskauWir leben in einer Zeit großer Umbrüche in der Weltwirtschaft. Nie zuvor schritt der technologische Fortschritt so weit voran. Was wir heute sehen, hätte noch vor 15 Jahren den Anschein von Science Fiction erweckt.

Unter diesen Umständen ist es wichtig, unsere eigene Wirtschaft stabil zu entwickeln, um unsere Bürger soweit wie möglich vor den Auswirkungen der globalen Krise zu schützen und gleichzeitig die Grundlagen unserer Wirtschaft zu erneuern.

Für Russland wäre eine Wirtschaft, die Stabilität, Souveränität und einen anständigen Lebensstandard nicht garantieren kann, inakzeptabel.

Wir brauchen eine Wirtschaft, die auf einer wettbewerbsfähigen Industrie und Infrastruktur, einem entwickelten Dienstleistungssektor und einem leistungsfähigen Landwirtschaftssystem beruht; kurz gesagt eine Wirtschaft, die sich moderne Technologie zunutze macht.

Die Förderung des wirtschaftlichen Wettbewerbs ist der Schlüssel, um Innovation zu fördern. Nur Wettbewerb kann Privatunternehmen dazu anregen, Hochtechnologien zu entwickeln und ihre Produkte zu verbessern.

Um unseren technologischen Führungsanspruch wiederherzustellen, müssen wir unsere Prioritäten sorgfältig setzen. Unser Augenmerk sollte insbesondere auf Industriezweigen wie der Pharmaindustrie, der High-tech Chemieindustrie, der Verbundbaustoff- und Nichtmetallindustrie, der Luftfahrtindustrie, und den Informations- Kommunikations- und Nanotechnologien liegen.

Die Erfahrung aus Ländern wie Südkorea und China zeigt, dass ein Anschub des Staates für die Modernisierung der Wirtschaft wichtig ist. Wir zählen auch auf die aktive Beteiligung von russischem Kapital an der Privatisierung und der Entwicklung von High-Tech-Anlagen. Wir brauchen aber auch Käufer aus globalen Investmentkreisen, die nicht nur in einzelne Produktionsstätten investieren, sondern ihre Kontakte und Erfahrungen auf den internationalen Markten einbringen.

Den globalen Technologieführern muss dabei geholfen werden, den Übergang zu schaffen von der ersten Stufe, in der Russland als ein vielversprechender Markt gesehen wird, über die zweite Stufe, in der in lokale Produktionsstätten investiert wird, bis zur dritten Stufe, wo neue Prozesse und Produkte in Russland entwickelt werden.

Kommentare (11)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

31.01.2012, 14:48 Uhr

Dieser Text krankt eindeutig an zwei Punkten:
- an der z.T. sehr holprigen Übersetzung ins Deutsche
- an der Tatsache, dass er offensichtlich nicht von Putin selbst stammt, sondern von Leuten aus seiner Verwaltung verfasst und von Putin nur abgesegnet wurde.
Vor allem aber krankt dieser Text daran, dass auch nicht im Ansatz deutlich wird, warum eigentlich Putin als Präsident für weitere 6 Jahre ein Land lenken will, das unter seiner Leitung derart herabgewirtschaftet wurde!
Es fehlt zudem jegliches Eingehen auf die Oppositionsbewegung, es fehlen Hinweise darauf, dass Putin sich auch nur ansatzweise mit der Kritik an seiner Regierungsführung auseinanderzusetzen bereit ist. Sollte man einer KGB-Regierungsmannschaft, die derart blind ist für die Realität, wirklich erlauben, dieses Land weiter herunterzuwirtschaften? Immer mehr Russen haben diesen Stil offenbar satt und sind bereit, Putin im März die Rechnung zu präsentieren.

F.S.

31.01.2012, 15:15 Uhr

Ihr Wort in Gottes Ohr Herr Putin - allein mir fehlt der Glaube!

Sie haben die Lage ihres Landes sehr präzise beschrieben und auch sehr genau erkannt an was es noch mangelt. Doch allein duch warme Worte wird sich all dies nicht umsetzen lassen - allein Taten zählen.

Und ja, auch dazu gehören faire und freie Wahlen. Und genau wie ein Land Wettbewerb in der Wirtschaft braucht um zu wachsen, braucht es offenen und fairen Wettbewerb um die besten Konzepte in der Politik ihre Landes.

Deshalb machen Sie den ersten Schritt, gehen Sie mit gutem Beispiel voran und setzen sie endlich klare demokratische Strukturen in ihrem Land um.

Jaja

31.01.2012, 15:36 Uhr

Ich hoffe Ihnen krankt es nicht:

- Präsident wird man in Russland für 4 Jahre (max. 2x möglich)

- Zur Opposition und zur Kritik hat er ausführlich, meist in russischsprachigen Medien, seine Meinung und Position erklärt. In westlichen Medien kommt es nicht durch. Das heißt aber nicht, dass Sie sich informieren müssen, bevor Sie was schreiben.

- Opposition hat nur ein Programm – Putin muss weg egal wie. Worauf soll er eingehen? Zumal ohne Unterstützung von Außen nimmt sie Mehrheit der Bevölkerung nicht ernst.

- Herunterwirtschaften???- Wirtschaftskennzahlen über Suchmaschinen ersichtlich. Sie verwechseln da was mit Elzin.

- Nach aktuellen unabhängigen Umfragen wird er die Wahl gewinnen (aber unsere USFreunde werden bestimmt nicht so leicht aufgeben).

Bleiben Sie sachlich und Informieren von beiden Seiten hilft.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×