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28.11.2011

10:37 Uhr

Gastkommentar

Wie der Handel vom Internet profitieren kann

Handel und Internet können voneinander lernen und profitieren. Welche Trends sich abzeichnen und wo die größten Chancen liegen – ein Gastkommentar.

Volle Einkaufsstraßen am ersten Advent - aber das Internet spielt für den Einzelhandel eine immer wichtigere Rolle. dpa

Volle Einkaufsstraßen am ersten Advent - aber das Internet spielt für den Einzelhandel eine immer wichtigere Rolle.

Der Handel ist eine der wichtigsten Säulen der Wirtschaft. Schon seit vielen tausend Jahren. Wo der Handel floriert, blüht das Gemeinwesen, wachsen Städte, entstehen Metropolen. Denn der Austausch von Waren fördert Produktion und Innovation. Das ist heute grundsätzlich nicht anders, doch die Handelswege verändern sich und mit ihnen das Verhalten der Akteure. Der Grund ist das Internet. Allerdings nicht nur in seiner Form als Vertriebsweg und nicht ausschließlich als Einbahnstraße zu Lasten des stationären Handels.

Zunächst zeichnen sich zwei Trends ab: Kunden sind durch die Möglichkeiten des Webs wesentlich besser informiert und Onlineshops werden zu ernsthaften Wettbewerbern des traditionellen Handels. Diese neuen Herausforderungen wurden von den etablierten Geschäften erst mit Zeitverzögerung erkannt. Jetzt jedoch führt ihre Reaktion auf das veränderte Umfeld zu einem dritten Trend - der Modernisierung des Handels außerhalb des Internet. Viele Läden spielen ihre Stärke aus und machen Einkaufen zu einem persönlichen Erlebnis. Das ist besonders in der Möbelbranche wichtig, weil das ausgewählte Produkt individuell in den eigenen Wohnbereich passen sollte.

Der Handel muss dabei der Gefahr begegnen, zu einem puren „Ausstellungsraum“ zu verkommen, in dem Kunden beispielseise ein Sofa probesitzen, um dann im Internet zu bestellen. Eine Strategie ist es, den unbestreitbaren Nutzen des Internet in die Geschäfte zu bringen. So macht Kabs Polsterwelt Online-Bewertungen seiner Produkte in den Filialen auch offline zugänglich und bietet analog zum Kauf im Web ein 14tägiges Rückgaberecht.

Andererseits bringen Kunden das Internet mit in die Geschäfte. Nach einer Studie der IfH Institut für Handelsforschung GmbH in Köln informieren sich bereits 27,5 Prozent der Smartphone-Besitzer während des Besuchs eines Ladengeschäfts im Internet. Das führt - zusammen mit der Webnutzung zu Hause - insgesamt zu einem starken Kaufimpuls durch das Internet, der laut IfH-Studie bei 9,3 Prozent des stationären Umsatzes liegt.

So gibt das Web an den Handel zurück, was es ihm zunächst scheinbar durch vermehrten Wettbewerb genommen hatte. „Der tatsächliche Wert des Internets als Vertriebskanal geht weit über den reinen Online-Umsatz hinaus“, betont denn auch Andreas Duscha, Leiter des E-Commerce-Center Handel (ECC Handel) an der IfH. „Insbesondere die Möglichkeit online echte Kaufimpulse zu setzen, die vertriebskanalübergreifend zu Käufen führen, sollten Handelsunternehmen jeglicher Branche nicht unterschätzen.“

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