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21.06.2012

20:56 Uhr

Klimastrategie für Schwellenländer

Kulturelle Arroganz des Westens

VonKlaus Engel

In seinem Gastbeitrag fordert Klaus Engel eine angemessene Klimastrategie für Schwellenländer. Denn die Lebenswirklichkeit der Menschen habe man auf Klimagipfeln bisher konsequent ausgeblendet.

Die eigentliche Agenda der Weltgemeinschaft ist für Klaus Engel der Hunger. Täglich sterben über 20.000 Menschen, weil sie zu wenig Nahrung bekommen. dpa

Die eigentliche Agenda der Weltgemeinschaft ist für Klaus Engel der Hunger. Täglich sterben über 20.000 Menschen, weil sie zu wenig Nahrung bekommen.

Es klingt wie eine Erzählung aus einem Klimamärchenbuch: „... und dann verschwand das riesige Ozonloch wieder genauso rätselhaft, wie es ein Jahr zuvor aufgetaucht war ...“ Vor wenigen Tagen wurde das Märchen wahr: Nachdem Forscher im vergangenen Jahr ein Riesen-Ozonloch von etwa zwei Millionen Quadratkilometer Fläche über der Arktis vorgefunden hatten, überboten sich die Medien mit Schlagzeilen und Horrorszenarien. Die Entwarnung hingegen, dass sich die Ozonschicht in 20 Kilometer Höhe wieder erholt hat, wurde Anfang Juni nur mit einem Achselzucken in den vermischten Kurzmeldungen quittiert - das Phänomen war lediglich die Folge einer Temperaturschwankung gewesen.

Angesichts der Beliebigkeit und mangelhaften Relevanz mancher Ergebnisse der Klimaforschung brauchen wir mehr und bessere Klimadaten und ein besseres Verständnis der Zusammenhänge. Von der Weltpolitik und von der Bundesregierung fordere ich mehr und bessere Begründungen, bevor energiepolitische Weichenstellungen für die Zukunft von Generationen und Fahrpläne für ganze Volkswirtschaften vorgenommen werden. Hier ist der neue Bundesumweltminister durchaus ein Vorbild: Schonungslos legt er die wahren Kosten und Probleme der Energiewende auf den Tisch. Fakten statt Illusionen.

Die Bevölkerung der Welt wird weiter wachsen. Dieser Anstieg auf neun Milliarden Menschen bis 2050 diktiert bei gleichzeitiger Begrenzung unserer natürlichen Ressourcen die wahre Agenda der Weltgemeinschaft: Immer noch sterben täglich über 20.000 Menschen an Hunger. Auf der anderen Seite wollen viele endlich teilhaben am steigenden Wohlstand. Und sie haben ein Recht auf Bildung, Arbeit und Teilhabe statt Armut.

Was einst vor 20 Jahren auf dem Umweltgipfel von Rio de Janeiro als gemeinsamer Aufbruch der Weltgesellschaft nach dem Ende des Kalten Krieges zu Recht gefeiert wurde, hat leider die Erwartungen kaum befriedigen können. Ein Klimagipfel jagte den nächsten, und die Weltklimapolitik entwickelte sich bis dato leider zu einem politischen Alptraum mangelnder Entscheidungen und Verbindlichkeiten. Doch die Lebenswirklichkeit der Bevölkerung wird auf den Klimagipfeln konsequent ausgeblendet. Für die Klimastatistik ist sie nur eine Variable, die unbedingt herausgekürzt werden muss.

Kommentare (4)

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vandale

21.06.2012, 21:53 Uhr

Der Artikel ist seltsam verdreht. Abseits der Oekopropaganda haben ernsthafte Wissenschaftler in Indien und China die Legende von der CO2 Klimahölle mit ihren Arbeiten widerlegt.
Der indische Umweltminister verglich den IPCC (Klimaschwindlergremium) Vorsitzenden mit dem Baghwan der die spirituelle Leere der Westeuropäer nach dem Rückzug der Kirchen aus dem Leben der Menschen mit seinem Glauben profitabel zu füllen verstand.

Es bietet sich an anstatt der destruktiven Oekoreligion zu huldigen der Bibel "Machet Euch die Erde untertan", oder auf US Englisch Dril baby drill, zu folgen.

Es gilt die Armut zu besiegen und den Wohlstand zu steigern. Hierzu bedarf es der Erschliessung von Kohleminen, Erdgasfeldern und neuen, umweltfreundlichen Kernkraftwerken.

Vandale

GenFacebook

21.06.2012, 22:50 Uhr

Kein Problem:
Abschaffen der Subvention für die Agrawirtschaft -> sinkender Fleischverbrauch durch steigende Preise -> Weniger Abordnung von Regenwald für die Weiden von Rinderherden -> weniger schädlicher Methanausstoß durch das Vieh -> mehr Soja und Getreide für die restliche Weltbevölkerung verfügbar -> Lebensstandard steigt -> weniger bis keine Hungertoden und weniger Unterernährung der Schwellenländerbevölkerung. Generation Facebook -> wir Leben hier und in der Zukunft und haben genau einen Planeten!!!

Jabbatewook

22.06.2012, 00:44 Uhr

Ist leider nur halbseiden und nicht zu Ende gedacht, weil es bleibt in der Unternehmersicht stecken (Nehmermentalität ist deutlich herauslesbar).

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