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05.08.2014

17:17 Uhr

Leser-Reaktionen

„Die gute Arbeit eines Managers bemisst sich an seiner Leistung“

VonKatharina Matheis

Viel Geld für viel Leistung? Auf den Kommentar eines Managers, warum er verdient, was er verdient, reagieren unsere Leser zweigespalten. Einige geben dem Manager Rückenwind – andere sehen die nächste Revolution kommen.

Verdient ein Manager, was er verdient? Unsere Leser sind in dieser Frage zwiegespalten. dpa

Verdient ein Manager, was er verdient? Unsere Leser sind in dieser Frage zwiegespalten.

DüsseldorfÜber Geld reden die Deutschen bekanntlich ungern. Umso kontroverser geht es zu, wenn ein Manager schreibt: Viel Geld für viel Leistung. Der Text eines anonymen Managers über die Gründe seines hohen Gehalts sorgte für eine kontroverse Diskussion bei unseren Lesern.

Anders als vielleicht zu erwarten wäre, fand sein Kommentar durchaus Rückenwind. „Die gute Arbeit eines Managers bemisst sich an der Leistung – und nicht am Zeiteinsatz“, findet zum Beispiel ein Leser in unseren Kommentaren. Das haben die vielen Menschen, die 'nur' 40 oder mal 50 Stunden arbeiten einfach nicht verstanden.“

In seinem Plädoyer für hohe Löhne schilderte der anonyme Manager die Anforderungen und Fähigkeiten, die Führungskräfte wie er mitbringen müssen. Dazu gehören seiner Meinung nach Standhaftigkeit, Feingefühl, Belastbarkeit. Eigenschaften, die nicht jeder habe. Und Gründe, warum er mehr verdiene als durchschnittliche Angestellte. Ein Teil der Leser sah das genau so und bekräftigen die Argumentation des Topverdieners; Kritik daran sei nichts als Neid.

Doch viele Kommentatoren analysieren auch die Konsequenzen solcher Gehaltsschecks. Sie kritisieren zum Beispiel einen zunehmenden Realitätsverlust. So kommentiert der Nutzer Patrick Schwarz auf unserer Website: „Die hohen Gehälter und langen Arbeitszeiten sind manchmal sogar der Grund für das Scheitern.“ Das Management verliere das Gefühl für Normalverdiener, dadurch würden entscheidende Führungsaufgaben verfehlt und Projekte fehlgeleitet. Und was, wenn ein Manager scheitert? Leser Schwarz kritisiert, dass genau dann die Verantwortlichkeit der Manager ende. Für die Angestellten sei das im Zweifel fatal: „Manager sparen auch gern an der Weiterbildung der Mitarbeiter. Das führt dann dazu, dass die Angestellten keinen Job mehr finden, wenn der Manager die Firma gegen die Wand fährt. Der Manager hingegen findet problemlos einen Folgeauftrag.“

Plädoyer für hohe Managergehälter: Das sind die Gründe, warum ich so viel Geld verdiene!

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Das sind die Gründe, warum ich so viel Geld verdiene!

Üppige Chef-Gehälter sind in der Gesellschaft längst zu einem Reizthema geworden. Ein Interim-Manager, der anonym bleiben möchte, erklärt, warum er so viel Geld für seine Arbeit bekommt – und es absolut verdient hat.

Ein Facebook-Nutzer führt diesen Aspekt unter unserem Post des Artikels weiter aus: „Der Skandal dreht sich ja nicht in erster Linie darum, dass Manager viel bekommen, das war immer so. Es geht darum, dass sie heute selbst im Versagen üppige Abfindungen und Boni einstreichen.“

Spitzengehalt für hohe Verantwortung – dass die Gleichung auch bei Fehltritten gilt, ist für andere Leser das entscheidende Problem. Ihnen geht es nicht um die Leistung von Topverdienern. Sie kritisieren die richtige Angemessenheit der Gehälter. So schreibt eine Leserin auf Facebook: „Es geht um die Verhältnismäßigkeit. Wenn die normalen Arbeiter ebenfalls einen anständigen Lohn bekommen, dann kann der Manager auch viel mehr verdienen, keine Frage. Aber durch die heutige Zeitarbeit und das derzeitige System verdienen die unteren immer weniger und die oberen immer mehr.“

Eine solche Pyramide beschreibt auch Wladimir Andropowitsch in der Kommentarspalte auf unserer Webseite. „Die Giftwirkung liegt in der Konzentration.“ Einige wenige verfügten über den Großteil der Einkommen. Solche Lohnpolitik verschärft die Entwicklung hin zu einer „stetig kleiner werdenden Clique von Besitzstands- und Erbbesitzfeudalherrschaften“. Der Kommentator prognostiziert, „dass Manager so unbrauchbar sein werden wie 1789 der Erbadel“.

Einen zynischen Vergleich zur Feudalgesellschaft zieht auch der Leser Thomas Bergmann in der Kommentarspalte: „Diese Zustände sind es die in kleinen selbstständigen Dienstleistern wie mir unter Steuer- und Abgabenlast ächzend, revolutionären Unmut gegen die feinen Herren der neuen Aristokratie aufkommen lassen.“

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