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26.09.2012

13:58 Uhr

Lorenzo Bini Smaghi

„Euro-Zone ist stärker als die Inflation“

VonLorenzo Bini Smaghi

Die Angst vor der Inflation wächst. Doch diese Sorge ist unbegründet - zumindest in Europa. Denn die Euro-Zone steht stärker da, als jede andere Region der Welt. Nicht zuletzt dank der EZB.

Droht nun die Inflation? Nach Bini Smaghi nicht. dpa

Droht nun die Inflation? Nach Bini Smaghi nicht.

Die Notenbanken ergreifen weltweit neue Maßnahmen, die ihre Bilanzsummen aufblähen werden. Das wirft vor allem in Deutschland die Frage nach den Risiken auf, die damit verbunden sind. Das erste Risiko heißt Inflation. Es wird aber aus mindestens drei Gründen in den nächsten zwei bis drei Jahren nicht akut - und das ist der Zeitraum, in dem geldpolitische Maßnahmen wirken.

Der erste Grund ist, dass Geldpolitik dann zu Inflation führt, wenn sie eine wachsende Nachfrage finanziert, die die Produktionskapazitäten überfordert. Das ist im Euro-Raum nicht der Fall. Die führenden Prognosen sehen für das laufende Jahr eine Schrumpfung der Wirtschaft voraus und für 2013 so gerade noch eine stabile Entwicklung. Produktion und Beschäftigung liegen klar unterhalb der Kapazitätsgrenzen.

Der zweite Grund ist, dass die Finanzpolitik in der Euro-Zone zurückhaltend ist, die Haushaltsdefizite fallen. Eine großzügige Geldpolitik als Ausgleich für eine restriktive Finanzpolitik ist aber ein Schulbeispiel dafür, wie man die wirtschaftliche Anpassung erleichtert, ohne Inflationsrisiken einzugehen.

Der dritte Grund ist, dass Geldmengen und Kreditvolumina insgesamt nicht wachsen, obwohl die Bilanzsummen sich so stark ausweiten. Denn der sogenannte Geldschöpfungsmultiplikator, der den Zusammenhang zwischen Notenbankbilanz und Geldmenge darstellt, ist drastisch geschrumpft, weil viele Bürger und Unternehmen jetzt auf Bargeld oder andere risikolose Anlagen setzen.

Alles in allem deuten die Indikatoren in der Euro-Zone also darauf hin, dass die großzügige Geldpolitik kurz- bis mittelfristig keine Inflation verursachen wird. In den USA ist das nicht ganz so sicher, weil sich die Wirtschaft dort schon erholt hat und das Haushaltsdefizit immer noch bei rund neun Prozent des Bruttoinlandsprodukts liegt.

Das zweite Risiko besteht darin, dass die Notenbank möglicherweise die Zügel nicht schnell genug wieder anzieht, wenn sich die Situation verbessert hat. Wenn sie den "Ausstieg" aus einer großzügigen Geldpolitik derart verschiebt, würde sie mittel- bis langfristig eben doch Inflation erzeugen. Aber warum sollte die Europäische Zentralbank (EZB) so handeln? Nach aller Erfahrung reagiert sie eher zu früh als zu spät. So hat sie etwa im April 2011 die Zinsen erhöht und einige langfristige Refinanzierungsangebote gestoppt. Damit reagierte die EZB auf erste Anzeichen einer Belebung, die sich aber rasch als trügerisch erwiesen.

Kommentare (6)

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jwiddy

26.09.2012, 16:00 Uhr

Ich sehe die Produktität als größte Stütze vor der diagnostizierten Euro-Krise bzw. Inflation. Das beste Beispiel erleben wir gerade in der Türkei, dort boomt die Wirtschaft durch Umstellung der <a href="http://www.siemens.de/prozessmanagement-in-der-industriellen-produktion/prozessmanagement-in-der-industriellen-produktion.html">industriellen Produktion</a>. Europa antwortet endlich auf die Dumping-Preise aus Fernost. Wir deutschen sind die führenden Automobilhersteller und diese Monopolstellung können wir nur Verteidigen, wenn wir mit dem Fortschritt wachsen.

Ben-Wa

26.09.2012, 16:46 Uhr

Samghi interessiert sich nur für Italien. Die haben es sich mit dem Euro gutgehn lassen. Sehr gut sogar. Schulden angehäuft ohne Ende über die letzten Jahre. Jetzt sollen die Schulden mittels Inflation in der gesamten Eurozone eingedämmt werden. Deutschland wird verarmen, während es sich Italien weiter gut gehen läßt. Inflation kennen die schon. Es waren eben ein paar schöne Jahre ohne Inflation. Da haben die Italiener für sich mit dem Euro rausgeholt, was möglich war. Doof sind die nicht.

Wenn nichts mehr zu holen ist, dann wird Italien die Eurozone verlassen. Die haben es immer geschafft in der Geschichte, gekonnt und rechtzeitig die Seiten zu wechseln.

MikeM

26.09.2012, 19:04 Uhr

Selten so einen Unsinn gelesen. Die Inflation ist bereits da. Die Finanzpolitik der Eurozone ist zurückhaltend?! Lachhaft!

Und zum Vergleich EU mit USA. Es gibt keine EU-Bürger. Hier gibt es keinen Zusammenhalt, es gibt keine gemeinsame Identität. Es gibt kein "Born in the EU".

Hier gibt es ein Hauen und Stechen. Wer greift das meiste Geld ab, wer zieht den anderen am besten über den Tisch. Kurzum: hier gibt es Lug und Betrug.

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