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12.04.2012

10:27 Uhr

Sony-Sanierungsplan

Atempause auf dem langen Leidensweg

VonMartin Kölling

Die neue Sanierungsstrategie von Sony ist kein Befreiungsschlag. Der neue Konzernchef Hirai hat nur ein Erste-Hilfe-Paket präsentiert. Der japanische Elektronikkonzern hat kaum Wachstumsbereiche zu bieten. Eine Analyse.

Der Elektronikkonzern Sony hat kaum Wachstumsbereiche zu bieten. Reuters

Der Elektronikkonzern Sony hat kaum Wachstumsbereiche zu bieten.

TokioEs war kein Befreiungsschlag, den Sonys neuer Chef Kazuo Hirai am Donnerstag mit seiner Sanierungsstrategie vorgelegt hat. Sich auf Kerngeschäfte konzentrieren, in Schwellenländern wachsen, Stellen streichen, die Display-Produktion abstoßen, Fernseher aus dem Bereich der Kernprodukte verstoßen: Das sind lediglich Erste-Hilfe-Maßnahmen, um das Bluten zu stoppen und sich so ein bisschen Zeit für die einstige Ikone der japanischen Elektronikindustrie zu kaufen. Und Zeit hat Hirai bitter nötig.

Hirais Aufgabe ist schwerer als die anderer Chefs der kriselnden japanischen Elektrokonzerne. Denn anders als seine Rivalen hat das Unternehmen kaum Alternativen, aus dem ruinösen Wettbewerb in der Konsumelektronik auf profitablere Geschäftsbereiche umzusteigen. Denn die Teile - Inhalte wie Filme und Musik hier und Konsumelektronik da - passen einfach nicht zusammen.

Martin Kölling ist Handelsblatt-Korrespondent in Tokio privat

Martin Kölling ist Handelsblatt-Korrespondent in Tokio

Die Rivalen haben den Vorteil, nicht ganz so arg zerrissen zu sein. Panasonic beispielsweise macht noch mehr Verluste, aber hat ein klares Ziel für den Neuanfang. Genau wie Sony hat Panasonic sein einstiges Königsprodukt Flachfernseher zum Mitläufer degradiert. Dafür will sich das Unternehmen zu einem führenden Anbieter von Energiemanagementsystemen umbauen.

Die neuen Könige sind Akkus, energiesparende Haushaltsgeräte, Brennstoff- und Solarzellen sowie Energiemanagementsysteme im großen Maßstab - für ganze Städte, wenn der Kunde es will. Überdies investiert Panasonic in einen Wachstumsmarkt mit Zukunft: die Robotik.

Die Strategie muss nicht funktionieren, hat aber zwei intellektuelle Vorzüge: In den angepeilten Geschäftszweigen winken höhere Gewinnmargen als bei TVs, Handy und anderer Konsumelektronik. Und die einzelnen Geschäftsbereiche verstärken sich.

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