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23.05.2013

12:07 Uhr

SPD feiert Geburtstag

Große Marke ohne Kern und Vision

VonFrank Dopheide

150 Jahre mit einem gefühlten Marktanteil von 30 Prozent im Markt ist eine Meisterleistung. Mannesmann oder Quelle könnten ein Lied davon singen, wenn es sie noch gäbe. Glückwunsch an die SPD - und eine Marken-Kritik.

Frank Dopheide ist Inhaber der Agentur Deutsche Markenarbeit.

Frank Dopheide ist Inhaber der Agentur Deutsche Markenarbeit.

Gleich auf den ersten Blick sticht ins Auge: Die Zeiten scheinen wie gemacht für die Sozialdemokratie. Die Welt ist aus den Fugen geraten. Gierhälse, Egoshooter und Bonusjäger werden als  Feindbilder der zivilisierten Welt an die Wand genagelt. Es ist viel Energie im Raum, unsoziales Verhalten zu zügeln und zu sanktionieren. Rückenwind für eine Marke die Gerechtigkeit und ein soziales Herz verspricht – denkt man. Aber das Gegenteil scheint der Fall.

Im Zentrum des Sturms gingen der Marke 2009 1,5 Millionen Stammkunden von der Fahne. Die gesamte Einwohnerzahl Köln und Düsseldorf zusammen wandte sich in der Wahlkabine von der SPD ab. Diagnose Nummer eins: Die Marke hat kein Bekanntheitsproblem, aber ein massives Wahrnehmungsproblem. Das beginnt schon beim Fundament der Marke: ihrer Produktqualität.

Eine Marke braucht Qualitätsbeweise.

Wer in 150 Jahren gerade 23 Jahren an den Hebeln der Macht saß, hat es schwer sein Können unter Beweis zu stellen. In der Opposition hat man gut reden, aber wenig Handlungsmöglichkeiten. Pures Opponieren gilt nicht als Zeichen von Exzellenz.

Die Agenda 2010 als Voraussetzung für die heutige Stärke unseres Landes für sich zu „claimen“ wäre aus Markensicht ein vielversprechendes Terrain. Doch die Partei ringt schwer mit den schmerzhaften Entschlüssen von damals und überlässt dem politischen Gegner Glanz und Gloria. Ein Fehler.

Eine Marke braucht eine Kernbotschaft.

Die Oppositionsarbeit verlangt zu jedem Thema eine Meinung und meistens eine andere. In der Masse der Botschaften verwässert die Kernaussage. Was ist Ihre Aufgabe in der Welt? Das große Ganze ist kaum mehr zu erkennen. Der Kern der Marke wird weich und schwammig.

In Zeiten wie diesen, möchte man der Marke konzentriert euch – alle Kraft auf die Gerechtigkeit. Die Forderung nach Tempolimits gehört nicht dazu.

Eine Marke braucht Zukunft durch Herkunft.

Die hohe Schule der Markenführung lehrt uns, erzähle die Markengeschichte von Beginn an und schreibe sie weiter. Die wunderbare Gründungsgeschichte der SPD liefert der Marke starke Wurzeln und kraftvollen Halt.

Es fehlt aber der Blick in die Zukunft. Statt Reparaturbetrieb des täglichen Lebens braucht die Marke das positive Bild nach vorn. Nur wenn die vermutete Zukunft erstrebenswert scheint, begeben wir uns auf die bewegte See. Dieses zukunftsträchtige Bild fehlt.  

Kommentare (7)

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Numismatiker

23.05.2013, 12:24 Uhr

Woran erkenne ich eigentlich die SPD?

An besonders dreisten Steuererhöhungen, angeblich zum Wohle der "kleinen Leute", real um exzesssive Steuerverschwendung zu finanzieren.

Thomas

23.05.2013, 17:58 Uhr

Woran erkenne ich eigentlich die SPD?
Am Tam Tam um die so genannten rechten.
Was auch wiederum nur Steuergeld Verschwendung ist.
Und die Linken hoffiert man mit Geld gegen Rechts was auch wiederung nur Steuergeldverschwendung ist.
Also erkennt man die SPD an der Steuergeld Verschwendung bzw Veruntreung.
Also an der Legalen Steuergeld Veruntreung was dann Abzokke der Bürger ist.

Aber Politiker machen immer was sie Wollen.
Das wissen alle unmündigen Bürger die sich noch nie wirklich auser einen Tag vor der Wahl Gedanken zur Politik gemacht haben.
Man könnte ja mal auf die idee kommen sich kleinere Parteien die noch nicht im Bundestag vertreten sind, näher anzukucken.
Nur so als Tipp.

Account gelöscht!

24.05.2013, 18:14 Uhr

Was der Autor über Schröder schreibt, ist absolut richtig.
Die SPD, hier diese hochgelobte Hannelore Kraft, kreischt ja immer "wir lassen kein Kind zurück" Sie lassen aber jede Menge Kinder zurück mit ihrem Schulquatsch
Dass früher viel mehr Kinder aus bildungsfernen oder Arbeiterfamilien es schafften, ist eine Tatsache.
Schröder war das beste Beispiel.
Nur leider hat er dann auf dem Weg nach ganz oben die Bodenhaftung verloren.
Schröder hätte ein guter SPD-Führer werden können, aber er unmgab sich dann auch lieber mit den Reichen
Dann als Kanzler wurde er der Genosse der Bosse, also völlig gegen die SPD. Das zeigt sein völlig falsch installiertes Hartz IV. Er traf damit nicht die, die aus den Sozialhilfe-Dysnastin kamen und wirklich faul sind, sondern den ganz normalen Arbeitslosen und das hat die gesamte SPD bis heute nicht begriffen
Und sozial ist auch nicht, mit der Gießkanne übers Volk zu gehen, sondern da geben, wo es nöig ist, es aber da lassen, wo es Unsinn ist, z. B. Kindergeld für Reiche. Lafontaine hat das schon vor Jahren gesagt und auch der Unternehmer Stollmann, den Shröder als Wirtschaftsminister wollte. Angepakct hat die SPD nichts

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