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26.08.2012

10:02 Uhr

Weltkonjunktur

„Die Bric-Staaten können uns retten“

VonJim O'Neill

Die Bric-Staaten haben noch immer das Potenzial, eine weltweite Rezession abzuwenden. Auch wenn die einstigen Boom-Staaten heute straucheln: Schaffen sie es wieder nach oben, ziehen sie uns mit.

Autor Jim O'Neill ist Chef von Goldman Sachs Asset Management. Goldman Sachs

Autor Jim O'Neill ist Chef von Goldman Sachs Asset Management.

Im Jahr 2008 sah sich die Welt einer tiefen Rezession gegenüber. Damals liefen wir Gefahr, dass sich eine große Depression wie im Jahr 1929 wiederholen könnte. Doch vor allem zwei Kräfte retteten uns: eine anhaltende und massive Entlastung seitens der Geldpolitik sowie der stetige Aufschwung in den Volkswirtschaften der vier Bric-Staaten Brasilien, Russland, Indien und China.

Vier Jahre später sind nun die gleichen Sorgen zurückgekehrt, allerdings mit einem Unterschied: Der Westen hat sich mit seinen politischen Initiativen seit 2008 verausgabt. Umso mehr wird deshalb wieder auf die Hilfe durch die Brics gesetzt, obwohl diese Staaten selbst vor großen Herausforderungen stehen. Und: Die Bric-Staaten haben Angst, dass sie selbst in den Abgrund gezogen werden könnten.

Doch schon so wie 2008 habe ich die Hoffnung, dass solche Befürchtungen nicht angebracht sind. Ich bin noch immer überzeugt, dass der steigende Wohlstand und der wachsende Konsum in den Brics jene Länder rettet, die Waren produzieren, die in den Brics nachgefragt werden.

Das sind die wettbewerbsfähigsten Volkswirtschaften der Welt

Platz 1

Hongkong

Platz 2

USA

Platz 3

Schweiz

Platz 4

Singapur

Platz 5

Schweden

Platz 6

Kanada

Platz 7

Taiwan

Platz 8

Norwegen

Platz 9

Deutschland

Platz 10

Katar

Quelle

IMD-„World Competitiveness Ranking“ 2012.

Die Schweizer Business-School IMD veröffentlich seit 1989 jährlich ihr Wettbewerbsranking. Dazu befragen die Wissenschaftler mehr als 4200 internationale Geschäftsleute. Die Länder werden nach über 300 Kriterien bewertet.

Werfen wir einen Blick auf die Brics insgesamt: Das Bruttoinlandsprodukt dieser Ländergruppe ist seit 2001 von rund drei Billionen Dollar auf 13 Billionen Dollar gewachsen. Das ist etwa so, als würden zwei Drittel der USA neu geschaffen. Allein im Jahr 2011 stieg das BIP der Brics um 2,2 Billionen Dollar und damit in etwa um die Größe der Volkswirtschaft Italiens. Stellen Sie sich das für einen Moment vor: Diese Länder wachsen in einem Jahr um das Volumen der achtgrößten Volkswirtschaft der Welt.

Für einige Länder hat diese Entwicklung ganz enorme Vorteile. Ende 2011 exportierte Deutschland mehr in die vier Bric-Staaten, als Frankreich insgesamt exportiert. Ich spaße manchmal darüber, dass die deutschen Konzernmultis wohl lieber in einer Währungsunion mit den Brics wären als mit dem Rest Europas. Nur: Werden die Brics weiterhin jedes Jahr um 2,2 Billionen Dollar wachsen?

Für die Antwort auf diese Frage ist China der Schlüsselfaktor, denn es hat die gleiche Größe wie die anderen drei zusammen. Zu den 2,2 Billionen Dollar trug allein China 1,37 Billionen Dollar bei. Zum Verständnis: In einem Jahr wächst China mehr als Indonesien, Korea, Mexiko oder die Türkei. Alle elfeinhalb Wochen schafft China ein zweites Griechenland. Nur: Chinas Wachstum schwächt sich ab, also kann es die Rettung nicht wiederholen, oder?

Kommentare (5)

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Wuest

26.08.2012, 10:49 Uhr

Wenn ein Profi solchen Quatsch schreibt, sollte man genau auf seine Motive schauen!
Warum halte ich das für Quatsch? Ganz einfach deshalb, weil gerade die BRIC-Staaten davon abhängig sind, dass wir deren Rohstoffe für viel Geld abnehmen. Bricht das Wirtschaftswachstum ein, wofür sehr viel spricht, werden zwei sich selbst verstärkende Effekte eintreten: Die Nachfrage nach Rohstoffen wird sinken, die Preise für Rohstoffe noch deutlicher!

Dann will ich erst mal sehen, wer da wen mitzieht. Ich denke, die Industrieländer werden die BRIC's mit in die Tiefe ziehen.

pro-d

26.08.2012, 11:48 Uhr

warum denn retten, vor was denn?

Diese Krise ist ein Segen für alle kraftvollen Nationen
und sie wird endlich die beseitigen, die in unserer Klasse nichts zu suchen haben.

Wir sind doch keine Opfer, die man retten muss. Redet uns doch nicht imemr so einen Schrott ein. Wir sind eine kraftvollen Nation mit einer goldenen Zukunft und kein Problemland.



Account gelöscht!

26.08.2012, 14:36 Uhr

Welcher Dilettant hat diesen Artikel geschrieben? China hat in annähernd jeden Sektor massive Überkapazitäten, die auf Jahre nicht abgebaut werden können. Provinzregierungen machen schon längst was sich wollen und kümmern sich nur noch um ihr eigenes Wohl.
In Indien wird es sich in den nächsten 3 - 6 Monaten entscheiden, wie es weiter gehen wird. Die korrupte Staatsapparat behindert und verhindert notwendige Reformen. Ohne Reformen wird kein Kapital ins Land fliessen. Die Rupie hat schon massiv an Wert verloren und wird dies auch noch weiterhin tun. 70% des Oelbedards wird durch Importe gedeckt. Es kann sich jeder selbst ausmahlen, was dies fuer die Inflation in Indien bedeutet. China und Indien sind näher am Abgrund als es viele sich vorstellen können.

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