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04.01.2010

14:49 Uhr

Alcon/Novartis

Den Preis fest im Blick

VonAlexander Smith

Novartis hat Alcons Minderheitsgesellschaftern magere 153 Dollar pro Aktie für ihren 23-prozentigen Anteil an dem Augenheilmittelhersteller geboten. Der schweizerische Pharmakonzern bezahlt Nestlé hingegen 180 Dollar pro Aktie für dessen 52-prozentige Kontrollmehrheit an dem Unternehmen. Die Minderheitseigner haben kein Druckmittel - dennoch sollten Sie einen besseren Preis fordern.

Novartis-Chef Daniel Vasella betont seine Zuversicht darüber, dass Alcons Minderheitseigner sein Angebot annehmen werden, 2,8 Novartis-Papiere gegen eine Alcon-Aktie zu tauschen. Damit liegt das Angebot 12 Prozent über dem von Novartis geschätzten normalen Börsenkurs von Alcon. Dessen jüngster Aktienpreis von 164 Dollar macht deutlich, dass der Markt ein großzügigeres Angebot erwartet hatte.

Alcons unabhängige Direktoren senden mit ihrem Hinweis erfreuliche Lebenszeichen, man solle doch auf die Preisspanne von 15 Prozent Nachlass auf Novartis? Barangebot für Nestlés Holding achten. Sicher, Novartis hatte seinen ersten Alcon-Happen im Jahr 2008 billiger bekommen. Doch selbst, wenn man den durchschnittlichen Preis nimmt, den Novartis dem schweizerischen Lebensmittelkonzern bezahlt hatte - 168 Dollar pro Alcon-Papier - liegt man immer noch weit über dem Angebot, dass derzeit auf dem Tisch der Minderheitseigner liegt.

Natürlich befinden sich diese in einer schwächeren Position als Nestlé, da man Novartis keine Mehrheit auf dem Tablett servieren kann. Doch dieser zweischneidige Deal widerspricht dem Gleichbehandlungsprinzip aller Aktionäre. Eine Hoffnung bleibt den Minderheitsgesellschaftern: Novartis wünscht sicherlich kein langwieriges, zehrendes Hickhack mit unzufriedenen Gesellschaftern. Der Konzern rechnet zugegebenermaßen bei einer Komplettübernahme mit 50 Prozent mehr Synergien. Womöglich ist diese Zahl sehr konservativ angelegt.

Tatsache ist, dass Novartis wenig Spielraum bleibt. Würde man Alcons Aktionären dasselbe bezahlen wie Nestlé, und das in bar, kostete das 12,2 Mrd. Dollar. Das würde Nestlés AA-Rating gefährden, wenn auch damit mehr Aktien in die Berechnung einflössen.

Alcons unabhängige Direktoren sollten die erste Verteidigungslinie für die Minderheitseigner stellen. Ihre schnelle Antwort ist denn auch vielversprechend. Angesichts der saftigen Synergien weiß Novartis, was bei Alcon zu holen ist. Dessen Minderheitsgesellschafter sollten Novartis denn auch dafür bezahlen lassen.

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