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10.01.2014

16:08 Uhr

Außerparlamentarische Opposition

„Deutschland braucht eine neue Willkommenskultur“

VonChristian Lindner

ExklusivDie Debatte um EU-Arbeitnehmerfreizügigkeit und „Armutsmigration“ schlägt in Deutschland hohe Wellen. Nun äußert sich FDP-Chef Christian Lindner – und findet klare Worte: Deutschland braucht eine Willkommenskultur.

Christian Lindner: Der FDP-Chef kritisiert die politische Agenda der Großen Koalition.

Christian Lindner: Der FDP-Chef kritisiert die politische Agenda der Großen Koalition.

Dies ist der Gastbeitrag von FDP-Chef Christian Lindner im Rahmen der Kolumnenreihe „Die außerparlamentarische Opposition“ (APO) über die Diskussion um die Folgen der EU-Arbeitnehmerfreizügigkeit. Einen Artikel zum selben Thema von AfD-Chef und APO-Autor Bernd Lucke finden Sie hier. Die Meinung der Kolumnisten ist die nicht die Haltung von Handelsblatt Online.

Wer Bulgaren oder Rumänen pauschal Sozialmissbrauch unterstellt, wie dies in den vergangenen Tagen getan wurde, der opfert die Weltoffenheit unseres Landes. Deutschland aber braucht mehr denn je eine Willkommenskultur. Auf dieses Ziel ist übrigens jeder, der in Deutschland politische Verantwortung trägt, schon durch das Grundgesetz verpflichtet. Denn in Artikel 3 unserer Verfassung heißt es: „Niemand darf wegen (...) seiner Heimat und Herkunft (...) benachteiligt (...) werden.“

Qualifizierte Zuwanderung ist eine der Antworten auf die Herausforderungen einer alternden Gesellschaft. Wir sollten uns glücklich schätzen, wenn Menschen zu uns kommen wollen, um mit uns gemeinsam unseren Wohlstand auszubauen und unsere sozialen Sicherungssysteme angesichts des demografischen Wandels stabil zu halten. 

In eigener Sache: Eine Stimme für die APO

In eigener Sache

Eine Stimme für die APO

FDP, AfD und Piraten haben den Einzug in den Bundestag verpasst. Diesmal sind etwa sieben Millionen Wählerstimmen nicht im Bundestag vertreten. Handelsblatt Online gibt ihnen eine Stimme.

Für uns Liberale kommt es deshalb nicht darauf an, woher jemand kommt. Es kommt darauf an, wohin er mit uns will. Wir sind überzeugt: Wer an dieser Gesellschaft teilhaben möchte, wer sich in unser Wirtschaftsleben einbringen will, wer die republikanische Wertordnung des Grundgesetzes akzeptiert, der soll hier auch ein neues Zuhause finden können. Aber damit Menschen voller Tatendrang und Schaffenskraft nach Deutschland kommen, müssen sie uns in Deutschland vor allem eines sein – willkommen. Pauschale Verdächtigungen, falsche Vorhaltungen und mediale Stimmungsmache sind das Gegenteil einer Willkommenskultur. 

Gleichzeitig ist auch klar: Die vielen Menschen, die zu uns kommen, um hier bei uns zu arbeiten und ihre Kinder großzuziehen, die Teil unserer Gesellschaft sein wollen – wir würden sie den Stimmungsmachern ausliefern, wenn wir real existierende Probleme nicht angehen. Es gibt diese Probleme, etwa in Duisburg, Offenbach oder Berlin. Mit verwahrlosendem Wohnraum, mit kaum beschulbaren Kindern und mit steigender Kriminalität. Mit diesen Problemen dürfen die Städte und Gemeinden und die Bürgerinnen und Bürger nicht alleine gelassen werden – sie brauchen echte Hilfestellungen. Denn die nicht gelösten Probleme vor Ort bilden sonst den Nährboden, auf dem die Parolen der Stimmungsmacher gedeihen.

Kommentare (6)

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blackstone13

10.01.2014, 16:40 Uhr

Herr Lindner möchte erst einmal die in ihn und seine Start-Ups (Moomax, die Königsmacher, usw.) investierten Steuer-Millionen-€ der KfW mit Zins und Zinseszins an den Steuerzahler zurück erstatten.

[...]

Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

Account gelöscht!

10.01.2014, 17:22 Uhr

Nein, Herr Lindner, mit so lauwarmen, weichgespülten Äußerungen über die freizügige Zuwanderung von nicht benötigten und bildungsresistenten Armutsflüchtlingen, können Sie keine Wähler überzeugen. Hier müssen Sie schon eine feste und praktikable Vorstellung für die Wähler anbieten. Die Zeit der Herumeierei und des Versteckens hinter den diesbezüglich schuldbehafteten größeren Parteien dürfte vorbei sein. Klare Verhaltensregeln für die Zuwanderung sind gefragt. Beispielsweise, wer keine Schulbildung und Berufsausbildung nachweisen kann, ist nicht das, was hier gebraucht wird. Eine prompte Rücksendung zur Nachbildung in den Herkunftsländern ist zwingend erforderlich. Die BRD wird widrigenfalls in absehbare Turbulenzen geraten. Eine EU-Kommission, die tönt und verlangt, daß die Schleusen zu `unserem` Sozialsystem geöffnet werden sollen, ist nicht mehr ernst zu nehmen. Auch dagegen muß massiv etwas unternommen werden. Sie sind gefragt, die Dinge besser zu machen als die etwas sehr schläfrigen und ignorierenden, bisherigen Regierungsparteien. Bieten Sie etwas Richtiges an! Sonst wird das nichts, mit Ihnen und vor allem mit der Sache.

Account gelöscht!

10.01.2014, 19:28 Uhr

Aussage: 1+1=2. Meinung von Herrn Lindner: Wer 1+1=3 sagt, hat Unrecht, wir sollten nicht mit dem Finger auf Bruessel zeigen, sondern selbst dafuer sorgen, dass 1+1=2 durchgesetzt wird. "Klare" Worte??

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