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30.08.2012

15:12 Uhr

B.wertet

Das Wetter lenkt vom Euro ab

VonChristine Bortenlänger

Den Deutschen kann man es beim Wetter nicht Recht machen. Kaum ist der Sommer da, sehnen sie sich nach Kaltluft. Und alle sind im Urlaub - wie viel Bruttosozialprodukt dabei wohl verloren geht? Gedanken zum Wetter.

Christine Bortenlänger – B.wertet. Christine Bortenlänger leitet ab September 2012 das Deutsche Aktieninstitut in Frankfurt.

Christine Bortenlänger – B.wertet. Christine Bortenlänger leitet ab September 2012 das Deutsche Aktieninstitut in Frankfurt.

Das Thermometer kletterte in den vergangenen Tagen auf über 30 Grad, in der Spitze wurden fast 40 Grad erreicht. Die Badeseen füllten sich, die Biergärten lockten und die Kleiderordnung lockerte sich – auch in den Büros der Finanzzentren.

Der berühmte Spruch der Deutschen Bahn, „alle reden vom Wetter, wir nicht“, bewahrheitete sich einmal wieder nur im ersten Satzteil: Tatsächlich redeten alle vom Wetter! Alle stöhnten gleichermaßen über das Wetter, das zu heiß, zu trocken, zu schwül sei. Merkwürdig, kaum tat der Sommer das, was man von ihm seit Wochen verlangte – nämlich endlich zu kommen – sehnt man sich Kaltluft herbei.

Temperaturen, die uns im Urlaub im Ausland begeistern, nerven im eigenen Land und irgendwie überkommt einen das Gefühl, wir meckern einfach gerne übers Wetter. Immerhin, dann lassen wir wenigstens kurzzeitig dem Euro seine Ruhe.

Dass wir über die Hitze stöhnen, liegt zum guten Teil natürlich daran, dass wir gleichzeitig arbeiten müssen. Schönes Wetter und arbeiten, das merken wir dann mit Blick auf unsere südlichen Nachbarn, verträgt sich nicht besonders gut. Und was wir an unseren südlichen Nachbarn bewundern – die Coolness – geht uns bei Hitze leider völlig ab.

Erschwerend kommt hinzu, dass wir, die wir in Ferienzeiten in den gekühlten Büros sitzen, uns irgendwie „zurückgeblieben“ vorkommen. Als einsame Streiter zum Wohle der Volkswirtschaft. Denn vom Bäcker über den Arzt, Apotheker und bis hin zum Stamm-Italiener prangt an jedem zweiten Geschäft, Praxis, Restaurant eine „Kundeninformation“, dass man in Urlaub sei.

Wir könnten verhungern und verdursten und noch nicht einmal den Arzt rufen – so kommt es uns vor. Hat irgendjemand schon einmal ausgerechnet, wie viel Bruttosozialprodukt dabei verloren geht?

Kommentare (1)

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selina

11.09.2012, 20:41 Uhr

ich finde voll unfähr daas morgen früh in niedersachsen nicht regnet und die wettervorhersagee sollte genau sagen ob es morgens die sonne scheint.

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