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03.05.2012

09:53 Uhr

B.wertet

Faszination ist unbezahlbar

VonChristine Bortenlänger

Fußballer und Unternehmenslenker verdienen viel. Während Millionen-Gehälter bei Fußballprofis akzeptiert werden, werden Manager schnell als maßlos verschrien. Die Faszination des Sports ist einfach unbezahlbar.

Christine Bortenlänger – B.wertet. Christine Bortenlänger leitet ab September 2012 das Deutsche Aktieninstitut in Frankfurt.

Christine Bortenlänger – B.wertet. Christine Bortenlänger leitet ab September 2012 das Deutsche Aktieninstitut in Frankfurt.

Fußball begeistert mich. Spannung, Risikobereitschaft, das unberechenbare Auf und Ab und die Wankelmütigkeit des Glückes – vieles aus der Welt des Fußballs erinnert mich an die Börse. Nun ist die Bundesligasaison fast zu Ende, der deutsche Meister steht fest und nur um den Abstieg wird noch gerungen. Gratulation an die einen, Kopf hoch an die anderen, bleibt mir da nur zu sagen.

Mein Herz schlägt für Bayern München. In dieser Saison haben „die Roten“ tolle Spiele hingelegt, leider allerdings auch so manches Mal ihre Chancen nicht genutzt. Das ist nicht erfreulich – aber auch das erinnert mich an die Börse. Uns Bayern-Fans bleibt nur übrig, den Daumen für das Champions-League-Finale im eigenen Stadion zu drücken – wenn die Bayern dann die gleiche Mischung aus Leidenschaft und Professionalität an den Tag legen wie gegen Madrid, ist mir um das Ergebnis nicht bange.

Und im DFB-Pokal gibt es ein Wiedersehen mit dem deutschen Meister Borussia Dortmund – nach den Niederlagen in der Bundesliga könnte es dann vielleicht einmal klappen. Aber Vorhersagen sind beim Fußball wie an der Börse schwierig.

Eines hat die vergangene Saison gezeigt: sie war spannend und voller Überraschungen und es wird nicht derjenige Verein automatisch Meister, der die höchsten Umsätze erzielt oder die höchsten Gehälter bezahlt. Wieder eine Parallele zur Wirtschaft. Auch dort behaupten sich kleinere und mittelständische Unternehmen neben Großkonzernen und sind oftmals sogar Weltmarktführer, weil sie sich auf ihre Stärken konzentrieren und oftmals mehr als 100 Prozent abrufen. Weil sie von einem leidenschaftlichen, phantasievollen, strategisch denkenden und begeisternden Chef gelenkt werden.

Einen großen Unterschied gibt es allerdings zwischen Fußball und Wirtschaft: Während in der Wirtschaft die Gehälter der Unternehmensführer Anlass zu harscher Kritik geben, vor allem wenn sie sich im höheren einstelligen oder niedrigen zweistelligem Millionenbereich bewegen, werden die zum Teil viel höheren Gehälter mancher Fußballer weniger kritisch beäugt.

Kommentare (9)

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03.05.2012, 11:06 Uhr

"Wenn wir uns wieder einmal über zu hohe Managergehälter aufregen, müssen wir uns fragen lassen, ob wir uns zutrauen, einen Weltkonzern zu führen."

Vielleicht sollten es sich einige Manager nicht nur zutrauen, einen Weltkonzern zu führen, sie sollten auch gut darin sein. Der wesentliche Unterschied zwischen Managern und Fussballern ist wohl der, dass die Kriterien wer gut und wer schlecht ist leichter zu überprüfen sind.

In der Bevölkerung herrscht auch selten Unmut über hohe Gehälter von Manager die Arbeitsplätze sichern und ihren Mitarbeitern gute Gehälter zahlen. Das Problem sind doch die Manager die schlicht und einfach schlecht arbeiten und trotzdem hohe Gehälter verlangen. Beispiele hierfür gibt es genug und wird es auch in Zukunft noch reichlich geben, denn, im Gegensatz zum Fussball, entscheidet eben nicht das Volk (die über 60.000 Zuschauer) über die Bezahlung eines Managers sondern Spekulanten die überhaupt kein Interesse an einer längerfristigen Beziehung zu Unternehmen und Mitarbeitern haben. Fans hingegen wechseln nur sehr selten den Verein und durchleben daher auch alle Höhen und Tiefen mit. Wenn dann eine gute Mannschaft den Verein an die Spitze führt freut man sich und akzeptiert auch ein vielleicht nicht mehr ganz angemessenes Gehalt. Der Zeitliche Abstand zwischen zwei Aktientransaktionen liegt doch heute schon im Sekundenbereich, warum sollte man da noch Interesse an der Leistung und der Vergütung des Managements haben. Das Management hingen weiss um diesen Umstand und langt natürlich kräftig zu.

Jeder Manager der ebensoviele Menschen glücklich macht wie die großen Fussballstars hat auch ein vergleichbares Gehalt verdient. Jeder Manager der das nicht von sich behaupten kann (man denke hier nur an die führenden Köpfe der Finanzindustrie) sollte auch deutlich weniger verdienen. Ist doch eigentlich ganz einfach!!!

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03.05.2012, 11:19 Uhr

Man könnte ja ganz einfach nachrechnen wieviele Menschen aufgrund der Spekulationen der Deutschen Bank Hunger leiden, ihr Haus verloren haben oder einfach nur all ihr Erspartes verloren haben und von dieser Zahl die Angestellten der Deutschen Bank (von denen man einfach mal ausgeht dass sie glücklich sind über ihren Job) abzieht, dann kriegt man ziemlich schnell einen Eindruck darüber ob Herr Ackermann in den letzten Jahren sein Gehalt verdient hat oder nicht.

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03.05.2012, 11:32 Uhr

Die Kritik an den meisten Managern ist nicht zulässig. Die Leute machen in ihrer Mehrheit einen guten Job. In vielen Fällen halte ich zwar auch die Vergütung für unangemessen hoch, doch im Vergleich mit den Fußballern i.d.R. für nicht überhöht.

Was leistet den ein Fußballer oder ein anderer Profisportler? Was tragen die zur Erhöhung des BIP bei? Da kann ich nicht erkennen.

Es ist auch falsch alle Aktionäre als Spekulanten zu bezeichnen. Die große Masse der Aktionäre hält ihre Aktien über Jahre. Spekulieren tun nur wenige. Den Computerhandel können nur die betreiben die über die entsprechende Technik verfügen. Und ob der sich rechnet ist höchst fraglich.

Inwiefern Fußballer Menschen glücklich machen kann ich mir bei lebe nicht erklären. Gilt auch für andere Profisportler. Vielleicht sind ja die Chaoten glücklich darüber wenn die sich wieder einmal untereinander und mit der Polizei prügeln können. Bezahlen müssen für die Polizeieinsätze nicht die Millionäre in ihren kurzen Hosen - ja die habe sogar soviel Hirn, dass sich Spieler der gleichen Mannschaft schlagen, wie bei den Münchnern - sondern der Steuerzahler.

Und was am schlimmsten ist, die öffentlich-rechtlichen Abzocker zahlen Millionen für Übertragungsrechte von Sportveranstaltungen die nur eine Minderheit sehen will.

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