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24.05.2012

08:12 Uhr

B.wertet

Mehr als nur ein Motto?

VonChristine Bortenlänger

Der Deutsche Katholikentag war sehr gut besucht - wohl auch wegen des Mottos „Einen neuen Aufbruch wagen“, wo für alle was dabei ist. Doch unangenehme Themen spart die Kirche aus. So kommt sei den Menschen nicht näher.

Christine Bortenlänger – B.wertet. Christine Bortenlänger leitet ab September 2012 das Deutsche Aktieninstitut in Frankfurt.

Christine Bortenlänger – B.wertet. Christine Bortenlänger leitet ab September 2012 das Deutsche Aktieninstitut in Frankfurt.

Der diesjährige Deutsche Katholikentag in Mannheim stand unter dem Motto „Einen neuen Aufbruch wagen“. Das Programmheft für dieses Wagnis umfasste 600 Seiten – mein Neues Testament kommt mit knapp 400 Seiten aus. Die mehr als 1200 Veranstaltungen und Gottesdienste waren, etwas verkürzt, den Themen zukunftsfähige Kirche, Kultur der Gerechtigkeit, Kultur des Lebens und Verantwortung für das Gemeinwohl gewidmet.

Ein solches Programm bietet schon aufgrund seiner Quantität für jeden etwas – und genau mit diesem Statement warb der Katholikentag für sich. Und vielleicht ist das der Grund, warum so wenig von diesem Kirchentag in der breiten Öffentlichkeit wahrgenommen wurde. Ich zählte nicht zu den 80.000, die in Mannheim dabei waren, zuhörten und diskutierten und dies sicher anders empfinden werden. Aber als Außenstehende habe ich den Eindruck, dass dieser Katholikentag insgesamt wenig Spuren über den Tag hinaus zurücklassen wird.

Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Alois Glück, äußerte sich begeistert über die "Gesprächskultur“ der Laien. Die katholische Kirche wird zeigen müssen, wie sie mit dieser Gesprächskultur in Zukunft umgehen will. Glück sprach mit Recht davon, dass christliche Laien viele Bereiche des gesellschaftlichen Lebens aktiv begleiten und ihr Einsatz notwendig sei, um die derzeitigen Umbrüche und Krisen zu meistern.

Dieses Kultur der Mitsprache und Mitwirkung fordern die Laien jedoch mehr und mehr auch in der Kirche aktiv ein – doch hier ist gerade in der katholischen Kirche in den vergangenen Jahren alles andere als ein Aufbruch auszumachen.

Auch von „Zukunft wagen“ ist da wenig zu spüren. Themen wie Frauen und Priestertum, Sexualmoral, Zölibat, Ökumene spielen eine große Rolle und es gibt es viele Dinge, die von Laien – und im übrigen auch von vielen Priestern, Theologen und Ordensleuten – ganz anders betrachtet werden als von der Amtskirche. Sie sind immer weniger gewillt, sich vertrösten zu lassen, das zeigten die heftigen Diskussionen auf dem Katholikentag.

Kommentare (1)

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Tabu

25.05.2012, 17:43 Uhr

immerhin,noch 80.000 Menschen die da wenig öffentlich
imformiert,noch zu solchen Veranstaltungen pilgern.
Die Mißbrauchsfälle in den Kirchen,sind ja nicht der einzige Grund,warum Menschen austreten,sonst müßte auch
die Familie ad acta gelegt werden,wo der häufigste Mißbrauch der eigenen,bzw. Stiefkinder zu verorten ist.
Auch Jugendsportvereine haben trotz der Häufigkeit von
Trainern und ihren Übergriffen,regen Zulauf.
Den Menschen ist ganz einfach,der Glaube abhanden gekommen.
Kaum eine Familie,die ihren Kindern Weihnachten noch erklärt warum dieses Fest gefeiert wird,einschließlich
Ostern.Und Himmelfahrt ist der Tag wo Papa sich besäuft.
Das es dennoch Menschen gibt,die sich bekennen und Christentum leben,ist erholsam.Sind aber die letzten Ausläufer in einer Welt der Party und Fun Generation.

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