Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

31.05.2012

08:20 Uhr

B.wertet

Mehr Pfingsten würde helfen

VonChristine Bortenlänger

Europa steckt in einer tiefen Krise. Beistand täte uns dringend Not. Dabei ist Verständigung als faires Abstecken der eigenen Interessen und Abwägen der Interessen der anderen die Voraussetzung, um eine Lösung zu finden.

Christine Bortenlänger – B.wertet. Christine Bortenlänger leitet ab September 2012 das Deutsche Aktieninstitut in Frankfurt.

Christine Bortenlänger – B.wertet. Christine Bortenlänger leitet ab September 2012 das Deutsche Aktieninstitut in Frankfurt.

Das Pfingstfest ist vorüber und die Feiertage wurden hoffentlich zur allseits notwendigen Entspannung genutzt. In manchen Bundesländern folgen nun Ferien, in anderen endeten sie. Genutzt wurden diese freien Tage vor allem zum Reisen.

Der Münchner Flughafen etwa erwartete gleich zu Beginn der bayerischen Pfingstferien einen Andrang von mehr als 130.000 Fluggästen, die meist Richtung Italien strebten. Auch die Straßen sind und waren voll in diesen Tagen. Als einziges großes christliches Fest hat es Pfingsten nicht geschafft, eine eigene Industrie ins Rollen zu bringen – außer uns selbst.

Weder die Schokoladenfabriken noch die Spielzeug- oder Nippes-Hersteller überfluten uns mit Pfingstochsen, Tauben oder Zungen jeglicher Art. Auch die Bräuche zu Pfingsten halten sich in Grenzen. Offensichtlich ist Pfingsten zu abstrakt, die Gabe des Heiligen Geistes schwer darstellbar. Dabei wird Pfingsten als der Beginn der „Kirche“ interpretiert.

Mittelalterliche Künstler malten gerne rote Zungen auf die Häupter der Jünger, die versinnbildlichen sollten, dass sie nun alle Sprachen der Welt sprachen und sich verständlich machen konnten. Eine gemeinsame Sprache sprechen und sich verständlich machen können, auch wo Kontroversen herrschen, scheint mir heute notwendiger denn je zuvor.

Wir stecken in Europa ohne Zweifel in einer tiefen Krise. Beistand täte uns dringend Not. Und Verständigung als faires Abstecken der eigenen Interessen und Abwägen der Interessen der anderen ist die Voraussetzung, um eine von allen akzeptierbare und damit auch durchführbare Lösung zu gewinnen.

Kommentare (5)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

D-Mark_macht_zahlungsstark

31.05.2012, 09:05 Uhr

Die Eurogegner müssen sich vorhalten lassen, dass sie bisher keine wirklich erstrebenswerte Alternative zum Euro aufgezeigt haben.
---
Die Rückkehr zur D-Mark und den anderen nationalen Währungen und Euroaustritt Deutschlands ist die Alternative!
Nur das ist politisch und medienmässig nicht gewollt, obwohl schon 1998 von der Einführung des Euro gewarnt wurde:
http://www.focus.de/politik/deutschland/waehrungsunion-gewaltige-sprengsaetze_aid_170413.html

Die Mehrheit der Deutschen und ich persönlich wollten den Euro niemals, aber man hat ihn uns undemokratisch untergeschoben. Die Medien waren daran nicht unbeteiligt.
Ich erinnere an die großen doppelseitigen „Pro-Euro“ Anzeigen in diversen deutschen Zeitungen und Magazinen.


D-Mark_macht_zahlungsstark

31.05.2012, 09:21 Uhr

Dürfen Ulrich Wickert und Sabine Christiansen für den Euro lächeln? Die Kampagne, mit der die Bundesregierung auf Plakaten, in Anzeigen und demnächst auch via TV für die neue Währung wirbt, ist möglicherweise gesetzwidrig. Der Rundfunkstaatsvertrag untersagt, dass in Fernsehspots „Personen auftreten, die regelmäßig Nachrichtensendungen oder Sendungen zum politischen Zeitgeschehen vorstellen.“ Medienrechtler Christoph Degenhart von der Universität Leipzig hält die Prominentenfilme für „problematisch“, weil die öffentliche Autorität der ARD-Journalisten „zielgerichtet“ für politische Zwecke ausgenutzt werde.

Über einen Werbestopp der Moderatoren müssten die ARD-Rundfunkräte entscheiden.

(Focus Nr. 24 /2001)

Happy-Euro

31.05.2012, 10:49 Uhr

Verantwortliches Tun bedeutet, auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein und einen „Plan B“ in der Tasche zu haben….
Der Plan „B“ wäre bereits bei der Euro-Einführung notwendig gewesen. Ein solches Projekt ohne zu überlegen was wir tun können, wenn es nicht funktioniert war unverantwortlich. Zudem wurde die extreme Verschuldung vieler Länder um Jahre zu spät entdeckt. Wo gab es hier ein Krisenmanagement? Es haben genug Wirtschaftsexperten den jetzigen Verlauf vorhergesagt.
Noch ein Wort zur „Ansteckungsgefahr“. Hiermit wird immer suggeriert, dass dies ähnlich läuft wie bei einer hochansteckenden Krankheit. Tatsächlich ist es aber so, dass die Länder die Krankheit, die Überschuldung heißt, ja schon lange haben, und zwar im Endstadium. Es gibt kein Land in der Euro-Zone welches die Verschuldung für die anderen Länder bezahlen kann ohne dass es in dieselbe Situation gerät. Andererseits können die Länder, die jetzt wirtschaftlich am Boden liegen, und es werden immer mehr, in dieser Situation ihre Verschuldung nicht abbauen. Die Einmischung von außen bewirkt vor allem den Hass der Bevölkerung.
Das Euro-Experiment ist gescheitert, das Gegenteil der Erwartungen wie Frieden und Stärkung der Wirtschaftskraft ist eingetreten. Den Frieden hatten wir vor dem Euro. Der Wunschtraum von ein paar Politikern ist von der wirtschaftlichen Realität eingeholt worden. Das Problem heißt Euro!
Vorschläge von den Euro-Befürwortern und Rettungsversuche, haben nichts verbessert, sie werden dazu führen, dass Deutschland genauso in den Schuldenstrudel durch die kommende Transferunion gezogen wird, und ebenfalls im Staatsbankrott endet. Wem hilft das? Wirtschaftliche Gesetze lassen sich nicht durch noch so schöne Worte außer Kraft setzen.
Es gibt ernstzunehmende Vorschläge, wie Europa aus dieser Situation wieder herauskommen kann.
http://www.youtube.com/watch?v=iiQ8n55gosE http://www.youtube.com/watch?v=OJqmP0Fpm5w
http://www.youtube.com/watch?v=3-cyI7WUDtE

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×