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10.01.2010

18:00 Uhr

Bank of America

Bonusregen ist kein Allheilmittel

VonAntony Currie (breakingviews.com)

Die Beziehungen zwischen den Bankern der Bank of America und Merril Lynch Auch ein Bonusregen wird die Kluft zwischen BofA und Merrill Lynch sind denkbar schlecht. Dabei arbeiten sie nun unter einem Dach. Doch hohe Boni können die Differenzen kaum überbrücken.

Hohe Boni sollen die Banker der Bank of America und von Merril Lynch versöhnen. Quelle: ap

Hohe Boni sollen die Banker der Bank of America und von Merril Lynch versöhnen.

NEW YORK. Die Wall Street-Mannschaft der Bank of America (BofA) kann erleichtert aufatmen. Es scheint sich abzuzeichnen, dass die Bank Boni zahlen will, die fast so hoch sind wie im Jahr 2007. Und zwar an alle ihre Investmentbanker und Händler. Wenn dies zutrifft, kann das Institut vermeiden, dass sich der Schlammassel des vergangenen Jahres wiederholt. Damals wurde die Merrill-Seite während der letzten Bonusrunde der Bank als unabhängige Firma reich belohnt, während ihre neuen BofA-Kollegen so gut wie nichts abbekamen. Doch bei den Boni gleiche Bedingungen für alle herzustellen, ist kein Allheilmittel, um die Unternehmenskulturen miteinander zu versöhnen.

Zunächst einmal gibt es keine Garantie dafür, dass eine solche Vorgehensweise sämtliche immer noch nachklingenden Feindseligkeiten beseitigt, die durch die Ungereimtheiten dieser Zweiklassenvergütung entstanden waren. Doch selbst wenn sie kein Thema mehr wären, wird mehr vonnöten sein als höhere Boni, um die Vielzahl von Wunden zu heilen, die den Mitarbeitern zugefügt werden, wenn zwei ehemalige Rivalen plötzlich zusammengezwungen werden. Es hat Jahre gedauert, bis die Spannungen nachließen, die entstanden waren, nachdem zum Beispiel die Credit Suisse DLJ gekauft oder als Chase JP Morgan übernommen hatte. Und wenn man sich letzteres Beispiel betrachtet, so förderte die Entlassung des Co-Leiters des Investmentbanking, Bill Winters, im vergangenen Jahr die Erkenntnis zu Tage, dass aufgrund der Fusion die Nerven immer noch blank lagen, obwohl davon ausgegangen worden war, dass längst alles glatt lief.

Doch das ist noch nicht alles. Rekordboni mögen ausreichen, um einige davon abzubringen, sich aktiv nach einem neuen Arbeitgeber umzusehen. Aber das wird die Konkurrenten nicht davon abhalten, aggressiv anzuklopfen. Der neu ernannte BofA-Chef Brian Moynihan war daran gescheitert, viele der Dealmaker bei Merrill während seines kurzen Abstechers dort als Leiter der Investmentbank zu inspirieren. Da zudem ehemalige Spitzenkräfte von Merrill in anderen Firmen Führungspositionen ausfüllen, wie etwa Greg Fleming bei Morgan Stanley, bleibt BofA Merrill ein viel versprechendes Jagdrevier.

Außerdem könnte sich die Regierung in Washington einmischen. Die Bank würde ihren Bankern, Händlern und Vermögensverwaltern für 2009 rund 15 Mrd. Dollar zukommen lassen. Die Zahl basiert auf den geschätzten Einnahmen und dem Verhältnis der Vergütung zu den Einnahmen von Merrill im Jahr 2006. Für das Jahr 2007 liegen keine Vergleichszahlen vor, da Merrill negative Einnahmen ausgewiesen hatte. Die Wahrscheinlichkeit ist äußerst hoch, dass die Gesetzgeber und Aufsichtsbehörden diesen Betrag als zu hoch für eine Bank erachten, die nicht nur erst kürzlich Beihilfen der Steuerzahler über 45 Mrd. Dollar, die ihr das Überleben überhaupt erst ermöglicht haben, zurückgezahlt hat, sondern die auch in jedem der ersten drei Quartale des vergangenen Jahres Geld verloren hat, wenn man Sonderposten herausrechnet.

Die Boni anzugleichen, ist dennoch ein Kinderspiel. Aber die BofA hat noch einen langen Weg vor sich, bis der Zusammenschluss mit Merrill die Erwartungen erfüllen wird.

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