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25.01.2010

15:10 Uhr

Bank of China

Billig kaufen, teuer verkaufen

VonJohn Foley

Die Bank of China hat eine schlaue Möglichkeit gefunden, ein gähnendes Loch in ihrer Bilanz zu stopfen. Man gibt Effekten zu einem derzeit augenscheinlich guten Preis aus und lässt dem Hauptaktionär die Möglichkeit, zu einem späteren Zeitpunkt neue, preislich attraktive Aktien zu kaufen.

Die Bank of China hat eine schlaue Möglichkeit gefunden, ein gähnendes Loch in ihrer Bilanz zu stopfen. Man gibt Effekten zu einem derzeit augenscheinlich guten Preis aus und lässt dem Hauptaktionär die Möglichkeit, zu einem späteren Zeitpunkt neue, preislich attraktive Aktien zu kaufen.

Das chinesische Unternehmen sagte am Freitag, man wolle 5,9 Mrd. Dollar an Wandelanleihen ausgeben und bittet nun die Aktionäre um ihre Zustimmung, für 29 Mrd. Dollar neue Aktien zum gegenwärtigen Preis zu emittieren. Schon die Wandelanleihe alleine würde die Kapitaladäquanz der Bank von 11,6 Prozent im letzten September auf 12,5 Prozent erhöhen und damit die Messgröße, auf die Regulierungsbehörden besonders achten.

BoC lag schon davor über der offiziellen Mindestquote von 11 Prozent, hinter ICBC und der China Construction Bank. Das frische Kapital wird es der BoC ermöglichen, mit zu der staatlich erwünschten Ausgabe von Krediten in Höhe von 1,1 Billionen Dollar beizutragen. Tatsächlich könnte BoC sogar zehn Prozent davon übernehmen - in etwa ihr Marktanteil - und dennoch eine Kapitalquote von knapp 11 Prozent aufrechterhalten.

Die Bank hat zudem eine Preisdiskrepanz ausgenutzt. In Shanghai kosteten BoC-Aktien zum Börsenschluss am Freitag 22 Prozent mehr als in Hongkong. Knüpft man die Wandelanleihe an die teurere Variante, können 18 Prozent weniger Aktien ausgegeben werden. Und der Coupon, auf maximal drei Prozent begrenzt, ist billiger als bei früheren Emissionen nachrangiger Verbindlichkeiten.

Auch dem staatseigenen Huijin-Fonds, der 67 Prozent der BoC-Aktien besitzt, geht es gut. Selbst ohne die Dreingabe von neuem Geld wird die Wandelanleihe seine Anteile um nur zwei Prozentpunkte verwässern. Sollte der Bezugspreis hoch liegen und die Umwandlung nicht komplett vollzogen werden, könnte es womöglich zu gar keiner Abschwächung kommen.

Mehr noch: sollte sich BoC zu einer nachträglichen Bezugsrechtsemission in Hongkong entschließen, könnte sich Huijin genug Aktien besorgen, um sein Aktienpaket billig wieder aufzustocken. Diese Option steht den meisten Investoren vom Festland nicht offen. Der Kauf von BoC-Aktien in letzter Zeit beweist Huijins Auge für Schnäppchen - die Kapitalerhöhung könnte die BoC wiederum als cleveren Verkäufer ausweisen.

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