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02.03.2012

11:07 Uhr

Connellys Corner

Finanzielle Eigenverantwortung ist ein Muss

VonAnne Connelly

Das neue Unterhaltsrecht stellt sicher geglaubte Ansprüche auf den Prüfstand. Eigenverantwortung für die finanzielle Sicherheit ist damit ein Muss, vor allem für Frauen.

Anne Connelly – Connellys Corner. Anne Connelly ist eine Pionierin der Investmentfondsbranche.

Anne Connelly – Connellys Corner. Anne Connelly ist eine Pionierin der Investmentfondsbranche.

Das in 2008 reformierte Unterhaltsrecht zeigt sich in Form von Gerichtsurteilen nun regelmäßig in seinem neuen Licht. Unterhalt für geschiedene Ehepartner wird nur sehr eingeschränkt gewährt und laut einem BGH-Urteil nur fällig, wenn Kinder unter drei Jahre alt sind. Ein Ehevertrag sollte die ideale Absicherung bieten. Eigentlich. Nun hat ein neues BGH-Urteil eine lebenslange Unterhaltsverpflichtung im Rahmen eines Ehevertrags gekippt. Die Begründung lag in der veränderten Rechtslage aufgrund des reformierten Unterhaltsgesetzes. Dies bringt vor allem Frauen in eine prekäre Lage und zwingt sie, künftig selbst für ihr finanzielles Wohlergehen Sorge zu tragen.

Frauen sind die großen Verlierer der Reform, wenn sie sich zugunsten der Kinder und der Karriere des Mannes aus dem Berufsleben zurückgezogen haben. Sie sehen sich unerwartet einer harschen finanziellen Realität ausgesetzt.  Um künftig nicht zu den Verlierern zu zählen, ist es höchste Zeit, dass Frauen die Eigenverantwortung für ihre Finanzen erkennen und übernehmen. Dazu gehört ein eigenes Berufsleben und entsprechendes Einkommen, trotz Kindern. Den bequemen Weg des geringsten Widerstandes gilt es künftig nicht mehr zu beschreiten.

Sie müssen auf ihren Anspruch auf Kind und Karriere beharren. Ich erlebe leider zu häufig, dass erfolgreiche, gut ausgebildete Frauen ihre berufliche Karriere mit Geburt des ersten Kindes sofort hinten anstellen. Sie wählen Teilzeitarbeit, geben Verantwortung ab oder bleiben ganz Zuhause. Oft nicht freiwillig, aber oft bereitwillig bleiben sie hinter ihrem Potenzial zurück. Unsere Gesellschaft akzeptiert dies und befürwortet weiterhin Verhaltensweisen, die nicht im Interesse der Frauen sind. Das ist schade und schädlich für die eigene Existenz.

Die Frauen, die ein aktives Berufsleben anstreben, sehen sich mit einigen Widrigkeiten konfrontiert. Trotz aller Bestrebungen mehr Frauen zu Kind und Karriere zu bewegen, tun sich viele Unternehmen schwer mit Wiedereinsteigerinnen. Sie bieten dreisterweise häufig Aufhebungsverträge an oder erschweren eine Rückkehr in Teilzeit. 

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