Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

24.02.2012

11:07 Uhr

Connellys Corner

Piraten ahoi

VonAnne Connelly

Die Piratenpartei spiegelt den Zeitgeist einer neuen Generation wieder. Gelingt es ihr, sich auf Kernkompetenzen zu konzentrieren, so ist ein schneller Aufstieg möglich.

Anne Connelly – Connellys Corner. Anne Connelly ist eine Pionierin der Investmentfondsbranche.

Anne Connelly – Connellys Corner. Anne Connelly ist eine Pionierin der Investmentfondsbranche.

Neueste Umfrageergebnisse zeigen, dass die Piratenpartei in der Lage wäre, bei Wahlen bundesweit neun Prozent zu erzielen. Die Grünen, noch amtierende Partei des politischen Zeitgeists, schaffen es auf beachtliche 14 Prozent. Die FDP,  die eigentlich für liberale Themen stehen soll, bringt es auf magere drei Prozent. Die Ergebnisse zeigen, dass die Piraten eine ernstzunehmende Alternative werden können und dass mit ihnen zu rechnen ist. Es liegt nun an ihnen, die Gunst der Stunde für sich zu nutzen.

Themen für die Piraten gibt es genügend. Die Protestwelle rund um das multilaterale Abkommen „Acta“, besser bekannt als Anti-Produktpiraterie-Handelsabkommen, bietet eine ideale Plattform zur Profilierung. „Sopa“ ist ein weiteres Gesetzesvorhaben, das in den USA eingebracht wurde und dank massiver internationaler Proteste vorerst zum Erliegen gekommen ist. Dieses Vorhaben soll amerikanische Urheberrechtsinhaber weitreichende Möglichkeiten geben, den Zugriff auf geschützte Inhalte zu verhindern.  Selbstredend, dass die amerikanische Unterhaltungsindustrie ein wesentlicher Treiber dieser Gesetzesvorlage ist. Ist sie doch einer der ersten großen Verlierer in der neuen digitalen Welt.

Ein weniger in den Medien breit getretenes Thema aber enorm wichtiges, ist das europäische Forschungsprojekt „Indect“. Indect steht für ein geplantes „Intelligentes Informationssystem zur Unterstützung der Überwachung, Suche und Erkennung (von Personen)“, so zitiert es die Website der Piratenpartei. Bei mir schrillen alle Alarmglocken. Nach dem biometrischen Pass, Diskussionen um Bodyscanner, Kameras auf vielen Straßen, Handy-Ortung oder der Vorratsdatenspeicherung und Bundestrojanern kommt nun die große Vernetzung einzelner Elemente dieser unvollständigen Liste. 

Kommentare (6)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

RalphFischer

24.02.2012, 12:52 Uhr

Ich fand es traurig das von allem Möglichen ausgerechnet das "bedingungslose Grundeinkommen" auf dem Parteitag beschlossen wurde.

Das ist einfach kein Kernthema der Piraten und disqualifiziert jede ernsthafte Diskussion mit denen.

Wieauchimmer

24.02.2012, 18:40 Uhr

Ich kann diesem Artikel nur zustimmen, als ich das erste mal von Indect hörte, war ich echt schockiert.
Das ein Programm, welches die Grundrechte und das Grundgesetz mit Füßen tritt, auch noch mit EU Fördermitteln finanziert wird ist eine Unverschämtheit wie sie im Buch steht. Mit anderen Worten die EU Bürger finanzieren mit Ihrem Steuermitteln ein Programm gegen Ihre eigentlich rechtlich zugesicherte Freiheit. Aber damit ist noch nicht Schluss! Nach Fertigstellung soll das Programm auch ins Ausland exportiert werden, unter anderem in "Schwellenländer", also zum Beispiel in totalitäre Überwachungsstaaten wie die VR China und ähnliche.

sichSelbstReproduzierendesProduk

24.02.2012, 22:37 Uhr

teilweise,

junge Menschen machen Politik und bringen sich ein und was kommt...? Die etablierte Elite menschelt und klopft ihnen auf die Schulter. Aber sie sollen sich bitte schön nur ein wenig um ihr Internet kümmern und sonst sich lieber brav raus halten (und ausnehmen lassen?). Ma schaun, ob das funktioniert. Eine zugesprochene Kernkompetenz hat natürlich was für sich, aber schon das Thema ACTA führt über die Grenzen des Internets hinaus.

Ich empfehle den neuen Kaperbrief als Lektüre:
https://kaperbrief.org/wp-content/uploads/2012/01/Kaperbrief_Deu_Ausgabe_1_web_Neuauflage.pdf

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×