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17.02.2012

12:06 Uhr

Connellys Corner

Pünktlich nach Hause gehen hat seinen Preis

VonAnne Connelly

Der öffentliche Dienst verlangt in den anstehenden Tarifverhandlungen gleich hohe Lohnsteigerungen wie die Industrie. Aber ist dieser Anspruch wirklich gerechtfertigt?

Anne Connelly – Connellys Corner. Anne Connelly ist eine Pionierin der Investmentfondsbranche.

Anne Connelly – Connellys Corner. Anne Connelly ist eine Pionierin der Investmentfondsbranche.

Professoren müssen jetzt mehr verdienen. Banker sollten tunlichst weniger verdienen. Und Verdi will  mehr Geld an öffentliche Bedienstete zahlen.

Die Gewerkschaft startet in die Tarifrunde für den öffentlichen Dienst mit einer Forderung von 6,5 Prozent. Sie will damit erwirken, dass öffentliche Angestellte in gleicher Höhe wie Angestellte in der Industrie vom Aufschwung profitieren. Ich frage mich, ob die Verdi-Leute Ähnliches beigetragen haben, um den Anspruch zu rechtfertigen? 

Schauen wir mal auf unsere vielen Ämter. Wer sich für eine Tätigkeit dort entscheidet, der weiß: Er kann sich auf feste Arbeitszeiten verlassen, ein stabiles Umfeld und eine Art Standortgarantie. All dies ist familienfreundlich obendrein. Angestellte können somit ein aktives Privatleben führen und sich auf ein fixes Gehalt verlassen. Arbeitnehmer brauchen und haben zumeist eine Sachkompetenz zur Berufsausführung. 

Sie benötigen aber auch eine gewisse Gelassenheit oder gar Trägheit, um in einem bedächtig agierenden Verwaltungswesen dauerhaft  bestehen zu können. Wörter wie „Eigenengagement“ und „Flexibilität“ zählen in der Regel nicht zu den Anforderungskriterien eines Amtsmitarbeiters. 

Diese Anforderungen finden sie jedoch in der Industrie. Sie werden dort gelebt und gefordert, damit Unternehmen effizient,  innovativ und wirtschaftlich erfolgreich sein können. Angestellte haben weder starre Arbeitszeiten noch ein stabiles Umfeld, da sich die weltweiten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen stets verändern.

Unternehmen bemühen sich vermehrt um ein familienfreundliches Miteinander, aber der Weg ist ein steiniger. Zusätzlich haben Angestellte ihren Beitrag in der Finanzkrise geleistet, ob in Form von Kurzarbeit, geringeren oder keinen Boni oder gar Stellenstreichungen. Ihnen steht ein angemessener Finanzausgleich zu.  

Kommentare (9)

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Account gelöscht!

17.02.2012, 13:01 Uhr

....... ein typisch "blonder Beitrag"!

fruend

17.02.2012, 13:47 Uhr

Oh, das ist ein peinlicher Beitrag. Connelly sollte zumindest Tarifbeschäftige im öffentlichen Dienst von Beamten unterscheiden können. Beide leisten, wie Beschäftigte in der freien Wirtschaft, i.d.R. gute Arbeit, Ausnahmen gibt es überall - hier wie dort.
Und offenbar ist Connelly, der "Pionierin der Investmentfondsbranche" entgangen, dass auch im öffentlichen Dienst im letzten Jahrzehnt massiv eingespart wurde. Ob 6,5% Gehaltserhöhung angemessen sind, das sei dahingestellt. Eine Argumentation auf den Niveau Connellys halte ich dem Handelsblatt nicht für angemessen.

Incredible

17.02.2012, 13:50 Uhr

Zuerst dachte ich es handelt sich einfach nur um einen dümmlichen Artikel. Doch mit dem Wissen um den Hintegrund der Autorin muss ich leider feststellen, dass der Artikel nicht dümmlich, sondern bösartig ist.
Die Spannweite des öffentlichen Dienstes ist sehr groß. Ich darf die Autorin also einladen, Doppelschichten als Krankenschwester zu machen oder mit einfach nur morgens um 5 bei Wind und Wetter den Müll zu leeren.
Auch würde ich gerne wissen, wie sie ein aktives Privatleben nach dem 20. Umzug als Berufssoldat führt oder sich ohne jegliche Flexibiltät und Eigenengagement als Polizist auf Streife bewährt.
Auch die starren Zeiten eines Feuerwehreinsatzes - Brände, Unfälle und so weiter nur von 08:00 - 16:00 Uhr - würden ihr sicher gefallen.
Aber sicher tragen die oben genannten Tätigkeiten auch nicht annähernd soviel zum Gemeinwohl bei wie die Manager von Investmentfonds.

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