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23.12.2011

10:47 Uhr

Connellys Corner

Süßer die Verlockungen nie klingen

VonAnne Connelly

Bundespräsident Wulff konnte einer Verlockung nicht widerstehen. Im Angestelltendasein wird der Ermessungsspielraum für vermeintliche Verführungen immer kleiner. Hat Herr Wulff seinen verspielt?

Anne Connelly – Connellys Corner. Anne Connelly ist eine Pionierin der Investmentfondsbranche.

Anne Connelly – Connellys Corner. Anne Connelly ist eine Pionierin der Investmentfondsbranche.

Mal wieder macht ein eigentlich sympathischer Politiker  negative Schlagzeilen. Es sind private Entscheidungen, die wohl nicht gesetzeswidrig aber moralisch zumindest fragwürdig sind. Als unser höchstes Staatsoberhaupt muss er sich entsprechenden Anfragen stellen, das ist nur richtig. Ich bin sicherlich kein Philosoph oder Moralapostel, aber die Frage muss erlaubt sein: Mangelte es ihm schlicht an gesunden Menschenverstand bei der einen oder anderen Entscheidung?

Diese Problemstellung bringt ihn auf Augenhöhe mit dem Heer der arbeitenden Bevölkerung, die selbst gefordert ist, sich in mittlerweilen eng gesteckten Rahmen korrekt zu verhalten. Und daran muss Herr Wulff sich mindestens messen lassen.

Aufgrund von Korruptionsfällen und einhergehender Gesetzesänderung haben viele Unternehmen  strikte Verhaltensregeln für die Entgegennahme von Gefälligkeiten eingeführt. Angestellte werden unter anderem zu regelmäßigen, internen Schulungen gebeten und müssen Tests absolvieren, wie sich in eventuell kompromittierenden Situationen zu verhalten ist. Insbesondere die Entgegennahme von Präsenten und Einladungen beispielsweise zu sportlichen oder gesellschaftlichen Events unterliegen mittlerweile exakten Vorgaben und Grenzen.  Annahmen solcher Einladungen werden zunehmend kritisch beäugt und im Zweifelsfalle ablehnt oder durch den Teilnehmer bezahlt.

Verschärft wird dies noch durch den Fiskus, der die Versteuerung eines geldwerten Vorteils bei Bedarf einfordert.  Um dies in den Griff zu bekommen, verlange einige Unternehmen,  dass zum Beispiel Listen über eingehende Geschenke geführt werden, um zu prüfen, ob diese den Firmenregeln und denen des Fiskus entsprechen. Zur Weihnachtszeit erschwert ausgerechnet die Geschenkflut so manchem Angestellten den Alltag anstelle selbigen zu versüßen. Geldgeschenke gelten zu Recht als Tabu.

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

23.12.2011, 12:43 Uhr

Sachlichkeit tut not.
Diesem Desiderat hat der Beitrag gedient.
Merci

Account gelöscht!

23.12.2011, 13:15 Uhr

apropos Weihnachtsbaum

Was legt man als Anhänger einer freien christlich-korrupten Politik heuer unter den Baum? Ein Buch unserer „Doktoren“ Guttenberg (CSU), Silvana Koch-Mehrin (FDP), Stoiber Tochter (CSU), Jorgo Chatzimarkakis (FDP), und Daniel Volk (FDP)? Oder „Besser die Wahrheit“ von Christian Wulff (CDU)?

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