Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

20.05.2014

13:44 Uhr

Der Finanzlotse

Crash oder kein Crash?

VonHerbert Walter

Keiner kann heute sagen, ob die Luft aus der chinesischen Immobilienblase langsam entweichen wird oder ob es zu einem plötzlichen Knall kommt. Für Anleger sind damit Risiken verbunden, es gibt aber auch Chancen.

Herbert Walter

Herbert Walter – Der Finanzlotse. Herbert Walter führte von 2003 bis 2009 die Dresdner Bank.

Die Deutschen sind die misstrauischsten Privatanleger in den großen Industrieländern. Nur jeder Sechste arbeitet bei seiner Geldanlage mit einem Finanzberater zusammen. In den USA sind das mit 55 Prozent dagegen mehr als dreimal so viele. Das ergab eine Studie, die der amerikanische Vermögensverwalter Legg Mason in zwanzig Ländern durchgeführt hat.

Für umso bemerkenswerter halte ich ein Ergebnis der Befragung, dass in Deutschland jeder zweite Investor bei seiner Anlagestrategie für 2014 auf internationale Aktien schielt und China für das mit Abstand attraktivste Anlageland weltweit hält. Die Deutschen schätzen den chinesischen Markt damit noch besser ein als die Chinesen selbst.

Wie passt diese positive Sicht eines China-Investments zu dem ansonsten schon fast ungesunden Misstrauen der deutschen Privatanleger?  Vielleicht haben wir Deutschen ja China gegenüber einen blinden Fleck, weil wir dort bald 30 Prozent unserer Autos verkaufen.

Ein altes Sprichwort besagt: Wenn China einen Husten kriegt, droht Deutschland eine Lungenentzündung. Viele Anleger haben daher letzte Woche die Ohren gespitzt, als Bill Gross, der Chef der Allianz-Fondstochter Pimco, von einer „chinesischen Grippe“ sprach, die zunehmend an Bedeutung gewinne.

Auch wenn an den asiatischen Aktienmärkten zu Beginn der Woche die Sorgen über die chinesische Wirtschaft zu Kursrückgängen geführt haben, geht die Mehrheit nicht von einer harten Landung aus. China werde sich schon irgendwie durchwursteln und das Schlimmste sollte der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt erspart bleibt, ist meist zu hören.

Ohne Frage hat zuletzt aber die Zahl derer stark zugenommen, die sich ein schlechtes Finale dieser Übertreibung vorzustellen können. Sehr viel Fantasie gehört jedenfalls heute nicht mehr dazu, sich in China einen „perfekten Sturm“ vorzustellen.

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

20.05.2014, 16:07 Uhr

Neben den Risiken im Immobiliensektor sollten die Risiken in Chinas Finanzsystem nicht übersehen werden. Besonders schwer einzuschätzen sind hierbei die Risiken durch den großen Anteil an Schattenbanken. Hier anzusetzen wird bei der Vermeidung einer chinesischen Blase von enormer Wichtigkeit sein!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×