Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

28.01.2014

16:32 Uhr

Der Finanzlotse

Delle oder Trendumkehr?

VonHerbert Walter

Die aktuellen Turbulenzen an den Aktienmärkten verbreiten wieder Angst und Schrecken bei privaten Anlegern. Den Empfehlungen der Analysten sollten sie nicht bedenkenlos folgen.

Herbert Walter

Herbert Walter – Der Finanzlotse. Herbert Walter führte von 2003 bis 2009 die Dresdner Bank.

Bis zum Donnerstag der vorigen Woche war die Welt der Börsianer noch in Ordnung. „Wann knackt der Dax die Marke von 10.000 Punkten? Wie lange wird die Rally am Aktienmarkt noch gehen, zwei Monate, drei Jahre?“, das waren die Fragen, über die Fachleute wie Privatanleger fast ausschließlich diskutierten.

Dann kam der Freitag und plötzlich sieht die Welt ganz anders aus. Jetzt geht es darum, wie tief der Dax und andere Aktienindizes angesichts der Turbulenzen in den Schwellenländern fallen werden. Zeigt der Dax Widerstand bei 9000 Punkten oder ist mit einem weiteren Rückgang zu rechnen? Läutet der aktuelle Kursrutsch das Ende der Börsenhausse am Aktienmarkt ein oder ist es doch nur eine kurzfristige Delle im weiterhin intakten Haussetrend?

Zuverlässige Antworten auf diese Fragen wären jetzt im wahrsten Sinne des Wortes Gold wert. Nahe liegend wäre es, sich Rat bei den Fachleuten, insbesondere den Aktienanalysten, zu holen – wenn es da nicht für viele Anleger bittere Erfahrungen auch in der jüngeren Vergangenheit gegeben hätte.

2007, vor Ausbruch der US-Subprime-Krise, hatten viele Analysten sehr wohl erkannt und auch aufgeschrieben, dass in den USA viel zu viele Hypotheken an wenig solvente Kreditnehmer verkauft wurden. Sie warnten davor, dass diese Schuldner einen Rückgang der US-Immobilienpreise nicht oder nur sehr schwer überstehen könnten.

Daraus zogen sie aber keineswegs den Schluss, dass der amerikanische Immobilienmarkt auf eine Krise zusteuern könnte. Im Gegenteil, sie hielten einen spürbaren und länger anhaltenden Rückgang der US-amerikanischen Immobilienpreise für unwahrscheinlich. Wenn überhaupt, könne es sich dabei nur um eine kurzfristige Delle im Aufwärtstrend halten.

Heute wissen wir, dass das ein großer Irrtum war. Interessant ist nur, dass dieses Denkmuster auch jetzt wieder für die aktuelle Situation am Aktienmarkt genutzt wird. Sicherlich wird hier und da eingeräumt, dass  man für 2014 nicht mehr ganz so optimistisch sei, wie in den vergangenen zwei Jahren. Aber es spreche doch einiges dafür, dass sich die internationalen Aktienmärkte nicht am Ende, sondern immer noch mitten im Haussetrends befänden, heißt es etwa bei der Großbank HSBC in ihrer Prognose für 2014.

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Cassandra

28.01.2014, 18:20 Uhr

Die Aktienkredite an der NYSE sind mittlerweile auf unglaubliche 445 Milliarden USD angewachsen und der Minsky Moment rückt unaufhaltsam immer näher.

Gegen das was dann kommt war die Russlandkrise 1998 un die Finanzkrise 2007 nur ein kleiner Vorgeschmack.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×