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15.04.2014

14:57 Uhr

Der Finanzlotse

Nicht nur auf Wahlen schielen

VonHerbert Walter

Der demografische Wandel bedroht den Lebensstandard der künftigen Generationen. Der Politik fehlt der lange Atem, um das Thema wirkungsvoll anzugehen. Ein Jammer, denn drei Wege aus dem Dilemma liegen nah.

Herbert Walter

Herbert Walter – Der Finanzlotse. Herbert Walter führte von 2003 bis 2009 die Dresdner Bank.

Was haben die Rückkehr Griechenlands an den Kapitalmarkt und die von der Bundesregierung beschlossene Rente mit 63 gemeinsam? Beides sind grandiose Beispiele für die Kurzsichtigkeit der Politik. Die neue Griechen-Anleihe soll gute Stimmung für die kommende Europawahl machen, die Rente vor allem die Wahlchancen der SPD in vier Jahren verbessern.

Nur selten reicht der politische Zeithorizont einer demokratischen Regierung über den nächsten Wahltermin hinaus, und wenn doch, dann wird über langfristige Vorhaben gestritten wie unter Kesselflickern. Beispiele dafür sind hier zu Lande etwa die Energiewende oder die noch immer mit hohem Reizpotenzial ausgestattete Agenda 2010 von Bundeskanzler Gerhard Schröder.

Vermutlich ist die politische Kurzsichtigkeit auch der Grund dafür, dass die Herausforderungen des demografischen Wandels in Deutschland nicht die Beachtung findet, die er eigentlich haben müsste. Denn der hat es in sich.

Wir werden es einfach nicht ändern können, dass die Deutschen insgesamt weniger werden. 2030 werden in Deutschland nur noch 77 Millionen Menschen leben, etwa fünf Millionen weniger als heute. 2060  wird es nur noch zwischen 65 Millionen und 70 Millionen Bundesbürger geben, also 12 bis 17 Millionen weniger.

Das ist das eine. Das andere: Wir werden nicht nur weniger, sondern auch älter mit gewaltigen Auswirkungen auf unsere Bevölkerungsstruktur. Heute stehen 100 Erwerbstätigen 30 junge Menschen unter 20 Jahren und 34 Rentner über 65 gegenüber. Das Verhältnis zwischen Nicht-Erwerbstätigen und Erwerbstätigen liegt also bei 64 zu 100. Bis 2030 wird sich das auf 83 zu 100 und bis 2060 auf 98 zu 100 erhöhen.

Es liegt auf der Hand, dass das eine gewaltige Herausforderung für die Sicherung unseren Lebensstandards ist. Das betrifft zunächst einmal die Wachstumsperspektiven. Nur ausgesprochene Optimisten würden behaupten, dass wir die ökonomischen Auswirkungen des Bevölkerungsschwunds durch Produktivitätssteigerungen ausgleichen könnten.

Dann sind da die Auswirkungen auf die Staatsfinanzen. Weniger Menschen zahlen auch weniger Steuern, aber große Ausgabenblöcke bleiben bestehen oder werden sogar größer. Dazu zählen Investitionen in die Infrastruktur und die Versorgung der Bürger mit öffentlichen Leistungen. Dazu zählen aber vor allem steigende Belastungen im Gesundheitswesen und bei staatlichen Renten und Pensionen.

Schon jetzt gehen Wirtschaftsforscher davon aus, dass sich das reale Wirtschaftswachstum in den nächsten fünf Jahren in Deutschland im Schnitt um die 1,6 Prozent bewegen wird. Das ist alles andere als berauschend, obwohl wir bis dahin die demografischen Veränderungen noch gar nicht spüren werden.

Danach aber wird es bitter. Von 2020 bis 2050 prognostiziert die OECD uns ein jährliches reales Wachstum von gerade einmal einem Prozent. Das aber würden wir nur erreichen, wenn in einer „Vielzahl von Politikbereichen“ Maßnahmen ergriffen würden, um „die Tragfähigkeit der öffentlichen Sozialausgaben zu sichern“ und „sowohl die Produktivität, als auch die Erwerbsbeteiligung zu erhöhen“.

Kommentare (3)

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15.04.2014, 15:29 Uhr

Da sagen Sie was Wahres, Hr. Walter!
Der demographische Wandel ist genauso "brand" gefährlich, wie ein ESM oder das EEG!
Und ALLE DREI Probleme (EEG,ESM und demographischer Wandel) wurden von der Politik verursacht und durch die Medien immer weiter angeschürt.

Account gelöscht!

15.04.2014, 17:03 Uhr

genau das Gegenteil ist der Weg ...

hier:
http://www.heise(dot)de/tp/foren/S-Dafuer-lasst-uns-Streiten/forum-278066/msg-25088057/read/


.
.
die - „ links “ - ermöglichen nicht mehr die Vertiefung der Beweisführung,
sondern bieten Denunzianten die Möglichkeit,
die Löschung des – „ postings „ - zu fordern.
.
darum, SIE müssen das - (dot) – im „link„
durch einen - (.) Punkt - ersetzen, (in der Browser Adressleiste)
erst so funktioniert der „link „ wieder!

Account gelöscht!

15.04.2014, 19:14 Uhr

... eine FDP?

die A.f.D sollte sich Einreihen in die "US Hollywood Demokratie - Marionetten" .
Ihre, die großen Töne, kommen ebenso aus der durch nen Luftballon aufgeblasenen dicken Hose dieser weiteren Sytem-Partei,
wie bei all den Anderen.
Sorte ... "ich möcht` so gern - Dave Dugglie hör`n Hank Snoop und Charly Prise ...."

Public Relation
nur in einer anderen Form als bei den Die LINKE
mit ihrem ausschließlich Sonntags-Redner Gregor Gysi und Die im roten Kostüm.
Die immer dann Auffallen, wenn mit den par Stimmen eh nichts zu ändern ist oder wenn der Wirtschaft des Klassenfeindes zu benachteiligen ist.
(die EUR-ZONE ist/soll ja schon ein Linksfaschismus werden - also die ewige Warteposition für die Genossen - die Berufspolitiker, wie der Parkplatzwächter der jeden Morgen pünktlich sein Kassenhäuschen aufschließt)

Als die Sekundäre Ebene der politischen Partei, im besetzten Land (mit erklärter Total Überwachung,
der 1. Feindstaatenklausel)
den "Wählern", wir agieren nur im Bürgerinteresse vorspielen sollen, aufgebaut.

Für den Fall,
das widrige Gründe ein Bloßstellen der "Etablierten" notwendig machen sollten, die dann durch diese aufgebaute Sekundär-Gruppen ausgetauscht werden könnte.
So bleibt der Machterhalt von "US Hollywoods Demokratie - mit seinen Marionetten" auf jeden Fall gesichert!

ALLE Parteien in DE - nach bekannt werden von "PRISM" -- „Tempora“ –- „XKeyscore“ (2013) die bestehende GNU Verschlüsselung System abgeschafft und auf die Kommunikation per Handy bestehen, um damit Sichergestellt zu wissen, das die gesamte Kommunikation der Parteien (Mitglieder, Vorstände, Verbände) den Überwachungs-Tools und Such-Algorithmen
der "US Hollwoods Demokratie" zugeführt werden kann, damit nichts unvorhergesehenes im Land außer Kontrolle gerät - sind die Marionetten dieser Matrix! (Volksverräter)

ALLE Politiker sind Kompromittiert müssen Augenblicklich zurück treten, wegen der Erpressungsgefahr ihr Amt ruhen lassen!

was für eine Persönlichk

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