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02.09.2014

16:30 Uhr

Der Transformer

Facebook sammelt Klickköder ein

VonNico Lumma

Im Netz tobt ein ewiger Kampf um Aufmerksamkeit. Portale wie Buzzfeed setzen auf die virale Verbreitung, oft mit schrillen Überschriften. Auch wenn Facebook gegen die Klickfänger vorgeht: Verlage können von ihnen lernen.

Nico Lumma ist freier Berater und gehört zu den wichtigsten Internet-Köpfen in Deutschland.

Nico Lumma ist freier Berater und gehört zu den wichtigsten Internet-Köpfen in Deutschland.

Die Leser sind scheue Wesen. Ein Klick, schon lesen sie einen Artikel, noch einen Klick, und sie ziehen schon weiter. Das Web ist ganz anders als die gute alte Tageszeitung, die morgens vor der Haustür lag und die man beim Frühstück las. Mittlerweile wird zwar auch immer noch Print gelesen, aber die digitalen Formate sorgen für eine massive Verlagerung der Aufmerksamkeit.

Eine der Kernfragen ist: Wie kommen Leser zu den für sie passenden Inhalten? Lange Zeit war die Antwort klar. Entweder direkt über die Website oder über Google. Also wurden Portale für Suchmaschinen optimiert - was für die Nutzer die Folge hatte, dass oftmals die Inhalte nicht wirklich zur Überschrift passten oder wenig aussagekräftig waren.

In Zeiten von Facebook hat sich dieser Teil der Aufmerksamkeitsökonomie radikal verändert, denn nun lenken die Freunde die Aufmerksamkeit auf Inhalte. Wer einen Link teilt, der spricht eine Lese-Empfehlung an die Freunde aus. Die nachvollziehbare Entwicklung: Immer mehr Websites sind für das Teilen optimiert. Mit klickträchtigen Überschriften, die "Bild"-Schlagzeilen zahm erscheinen lassen, wird versucht, die größtmögliche Aufmerksamkeit zu erzielen und für die weitere Verbreitung der Inhalte zu sorgen.

Letzte Woche nun setzte Facebook zum vermeintlichen Gegenangriff an und erklärte, dass künftig Klickköder, sogenannte click baits, weniger stark gewichtet werden würden. Das ist nicht ungewöhnlich, Facebook versucht ständig, die Inhalte im Newsfeed der Nutzer möglichst relevant zu halten und sorgt dafür, dass extreme Ausschläge korrigiert werden. Dies ist bereits vor Jahren bei Postings über Facebook-Spiele passiert, nun soll die Penetranz von Buzzfeed, Upworthy und anderen viralen Angeboten zurückgedrängt werden.

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