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02.12.2014

14:03 Uhr

Der Transformer

Reguliert Google und Amazon!

VonNico Lumma

Das EU-Parlament diskutiert offen über eine Zerschlagung von Google, dabei sollte es sich eher den realen Problemen im Netz zuwenden. Dort ist teilweise eine Monokultur entstanden, die reguliert werden muss.

Nico Lumma ist freier Berater und gehört zu den wichtigsten Internet-Köpfen in Deutschland.

Nico Lumma ist freier Berater und gehört zu den wichtigsten Internet-Köpfen in Deutschland.

Google, aber auch Facebook, Amazon, Apple und andere Anbieter im Netz versuchen durch die geschickte Bündelung von Diensten die Nutzer möglichst eng an ihre Plattform zu binden. Das sorgt nicht nur für Wachstum, sondern eben auch für beständige Nutzung und dagegen ist erst einmal nichts einzuwenden.

Wir müssen aber darüber nachdenken, was diese engen Verflechtungen für die Verbraucher bedeuten. Ich will dies an ein paar Beispielen festmachen, indem ich Verfahren aus der analogen Welt mit denen aus der digitalen vergleiche.

Wenn ich ein analoges Buch kaufe, dann kann ich es lesen wann, wo und wie ich es will. Solange bis ich es verschenke, verkaufe, verleihe oder wegschmeiße. Bei einem digitalen Buch ist das anders: kaufe ich das Buch als iBook bei Apple, kann ich es nicht auf dem Amazon Kindle lesen und auch nicht auf einem Android Handy. Hier sehe ich den Verbraucher klar benachteiligt und gegängelt. Es fehlt eine rechtliche Regelung, die besagt, dass alle gekauften Medien mit offenen Standards verfügbar gemacht werden müssen, damit sie unabhängig von der Plattform weiter genutzt werden können. Das gilt für Bücher genauso wie für Musik, Videos oder Spiele.

Mittlerweile ist fast allen klar geworden, dass eine Suche oder eine Empfehlung über einen Algorithmus individuelle Ergebnisse liefert.

Wenn man im Buchladen nach einem Buchtipp fragt, dann wird einem auch erklärt, warum dieses Buch gerade jetzt empfohlen wurde. Im Web ist das anders. Google, Bing und andere Suchmaschinen zeigen Ergebnisse an, ohne zu erklären, wieso das Ranking so ist, wie es dargestellt wird. Amazon zeigt Empfehlungen an, basierend auf dem Einkaufsverhalten. Hier fehlt eine Regelung, die dazu führt, dass jeder Nutzer mit einem einfachen Click erfährt, wie die Gewichtung der Ergebnisse zustande gekommen ist.

Google ist in die Kritik gekommen, weil über die populäre Suche andere Dienste verlinkt werden und damit einen möglichen Wettbewerbsvorteil gegenüber konkurrierenden Produkten erlangen können. Dann muss man Regelungen finden, die deutlicher machen, dass es sich um Werbung für eigene Produkte handelt. Wenn eigene Produkte in den Suchergebnissen auftauchen, dann muss dem Nutzer auch deutlich gemacht werden, wieso dies passiert. Da hilft die oben angesprochene Transparenz. Generell muss Werbung wieder besser als solche kenntlich gemacht werden.

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

02.12.2014, 15:26 Uhr

EU-Deutschland hat tief und fest geschlafen, als Microsoft und Googel in den USA entstanden sind. EU-Deutschland hat es seit jeher verpasst zu diesen Internet Giganten schlagkräftige Gegen Giganten in der Internet-Computerwelt aufzubauen. EU-Deutschland wurde auch seit jeher durch unfähige und korrupte Politiker behindert einen eigenen Internetgiganten aufzubauen. Die EU ist nichts weiteres als ein US-Instrument um die europische Wirtschaftspolitik im Sinne der USA zu steuern.

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