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08.07.2014

14:16 Uhr

Der Transformer

Unternehmen, empört euch!

VonNico Lumma

Fast täglich werden neue Details zum Ausmaß der NSA-Überwachung bekannt. Die deutschen Unternehmen scheint das nicht zu interessieren. Sie sollten endlich aufbegehren, ein weiteres Abwarten ist gefährlich.

Nico Lumma ist freier Berater und gehört zu den wichtigsten Internet-Köpfen in Deutschland.

Nico Lumma ist freier Berater und gehört zu den wichtigsten Internet-Köpfen in Deutschland.

Bei vielen deutschen Unternehmen wird bereits beim Betreten des Werksgeländes deutlich darauf hingewiesen, dass nicht nur Fotografieren verboten, sondern auch die Nutzung von Datenträgern jeglicher Art zum Austausch von Informationen untersagt ist. So wollen sie sich vor Werksspionage schützen. Auch gegen Cyberspionage wird einiges getan, von Fingerabdruckscannern an Laptops bis hin zu komplexen Firewall-Strukturen soll Eindringlingen das Leben möglichst schwer gemacht werden. 

Nur eines bringt seitens der deutschen Wirtschaft kaum Reaktionen hervor: Die totale Überwachung des Internets durch amerikanische und britische Geheimdienste – und das im Land des Dauerexportweltmeisters.

Seit einem Jahr werden immer wieder neue Details über die Überwachungspraxis von NSA und dem britischen Geheimdienst GCHQ öffentlich. Die Reaktion der Kanzlerin ist wenig überraschend. Sie wartet ab. Bei ihrem politischen Ziehvater Helmut Kohl nannte man das noch verächtlich aussitzen, aber Merkel hat die ruhige Hand zu ihrem Markenzeichen auserkoren. Das Verhalten kaschiert die allgemeine Planlosigkeit der Bundesregierung aber nur bedingt. So hat Innenminister de Maiziére jetzt dargelegt, über die Bekämpfung von Feuer mit Feuer nachdenken zu wollen, um mit der Ankündigung einer möglichen Ausweitung des Geheimdienstauftrags auf Spionage in den USA ein Zeichen zu setzen.

Kommentare (5)

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Herr C. Falk

08.07.2014, 14:53 Uhr

Die deutsche Wirtschaft hat "politisch" weitgehend resigniert nach ihren Erfahrungen" mit einer Bundeskanzlerin Merkel, die ihre Partei in einem Ausmaß auf ihre persönlichen Befindlichkeiten zugeschnitten hat, wie man das kaum für möglich gehalten hat.

Der "Wirtschaftsflügel" der Union ist weitgehend entmachtet und ins pol. Abseits gestellt und spielt insofern in der Union nur noch eine sehr marginale Rolle.

Wenn Merkel in der NSA-Affaire mit allen Konsequenzen, die sich negativ für die deutsche Wirtschaft aus derselben ergeben, nicht unter Druck gesetzt wird, wird sie aus eigener Initiative nicht die Energie aufbringen, die notwendig ist, um deutsche Interessen und die Interessen der deutschen Wirtschaft tatkräftig und selbstbewußt gegenüber den US-Partnern zu befördern.

Herr Thomas Schmidt

08.07.2014, 16:05 Uhr

Mittlerweile gibt es gute Ansätze aus deutschen Landen, zumindest für KMU eine 'NSA-Freie' Kommunikation zu implementieren. Nur diese Lösungen müssen natürlich auch von der deutschen Industrie gestützt werden. Ein Beispiel hier ist www.securepim.com von der virtual solution ag in München. Damit ist eine hochsichere Kommunikation per APP-Container möglich und sogar per Smartcard absicherbar. Man muss es nur tuen!

Herr Thomas Schmidt

08.07.2014, 16:09 Uhr

Die Lethargie der Unternehmen ist nicht nachvollziehbar, zumal es hier bereits Lösungen für die NSA-FREIE Kommunikation gibt. Ganz vorne dabei sind deutsche Hersteller, wie virtual solution aus München, die mit securepim (www.securepim.com) ein hochsicheres Produkt zum Schutz von firmeninternen Daten entwickelt haben.

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