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17.12.2014

12:44 Uhr

Der Ver(un)sicherer

Der Riester-Renten-Retter

VonAxel Kleinlein

Und wieder ein Versicherer weniger, der die Riester-Rente anbietet. Die Riester-Rente steht vor dem Aus. Hilfe ist dringend notwendig. Warum das ein Job für Hartmut Mehdorn wäre.

Axel Kleinlein gilt aktuell als einer der schärfsten Kritiker der Versicherer. Er ist Vorsitzender des Vorstandes beim Bund der Versicherten.

Axel Kleinlein gilt aktuell als einer der schärfsten Kritiker der Versicherer. Er ist Vorsitzender des Vorstandes beim Bund der Versicherten.

Die Swiss-Life hat gerade angekündigt, sich von der geförderten Riester-Rente zu verabschieden. Und mit dem niedrigeren Garantiezins in zwei Wochen wird es zukünftig noch weniger Angebote geben. Besonders die schon etwas Betagteren werden weniger Auswahl haben, also diejenigen, die 45 Jahre oder älter sind. Die Riester-Rente steht vor dem Aus. Hilfe ist dringend notwendig. Doch was tun?

Mit diesen Gedanken schlummerte ich letzthin zu einem Nachmittagsschlaf ein. Wir waren gerade auf dem alljährlichen Kurztrip auf der Insel. Und nach dem Besuch des Wellenbades ist ein kleines Schläfchen gut angebracht. Und so verwob ich beim Einschlafen die drängende Riester-Frage mit den neuesten Nachrichten, die mich aus dem Radio in Morpheus Arme begleiteten.

Und dort im Traum erschien mir dann der Riester-Renten-Retter. Voller Elan und Tatkraft. Mit unendlicher Expertise darin, unrettbare Projekte wieder auf die Linie zu bringen. Der Retter der Heidelberger-Druck, der Reformator der Bahn, die Engelsgestalt der Air-Berlin und der Herkules des neuen Berliner Flughafens: Hartmut Mehdorn. Nun seine neue Aufgabe: die Rettung der Riester-Rente. Die Rettung der deutschen Altersvorsorge. Ein Traum-Job.
Mehdorn ist das Symbol des Festhaltens der deutschen Politik an gescheiterten Projekten. Er ist die Verkörperung des Grundsatzes, den „Schrecken ohne Ende“ stets zu ertragen. Das hat einen einfachen Grund: Denn für ein „Ende mit Schrecken“ ist immer jemand verantwortlich, für den „Schrecken ohne Ende“ eben nicht. Und so erscheint Mehdorn im Traum als Lichtgestalt des Riesterns. Er wird es richten. Wer, wenn nicht er?

Und so wie es Mehdorn stets gelang, aus dem Scheitern der Vorgängerprojekte einen Vorteil für die Nachfolgeaufgabe zu ziehen, so soll dies auch jetzt sein. Früher sanierte er die Bahn in den Boden, so dass dann der neue Arbeitgeber, eine Fluglinie, von den frustrierten Bahnkunden profitierte. Air Berlin musste aber dann damit leben, dass Mehdorn genau zur Flughafen GmbH wechselte, gegen die die Fluglinie eine Milliardenklage anstrengte.

Kommentare (3)

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Herr Marcus T.

17.12.2014, 13:21 Uhr

Wünsche ich Ihnen auch und noch ein kleiner Anreiz für´s nächste Jahr:
Vielleicht sollte man den Focus beim Verbraucherschutz und der entsprechenden Gesetzgebung – egal ob bei Banken oder Versicherungen – nicht in erster Linie auf eine möglichst umfangreiche Aufklärung und Dokumentation, was

a) nur viel bedrucktes Papier bedeutet und in der Praxis oftmals bei den Kunden nur zu Kopf-schütteln, Verwirrung und Verunsicherung bzgl. der Gesamtthematik führt
b) einen enormen Zeitaufwand für Kunden und Vertrieb bedeutet
c) die Kosten für die Produkte, die ja letzten Endes immer der Kunde trägt enorm steigert und somit die Rendite belastet
d) auch die Umwelt durch einen irrsinnigen Papier- und Materialverbrauch belastet
e) die Qualität von Beratung bzw. der Geldanlagen und Versicherungen der Bürger in der Ver-gangenheit meines Erachtens nicht gesteigert hat.

Mein Alternativ-Vorschlag zum Verbraucherschutz wäre hier: Reglementierung der Produkte (z.B. Genehmigung aller Versicherungstarife durch das unsinnigerweise eingestampfte Bundesamt für das Versicherungswesen wie anno dazumal – und aller zum Vertrieb an Privatanleger zugelassenen Bauspartarife/Investmentfonds/Anleihen durch die Bafin)
Wenn es keine schlechten, überteuerten Produkte gibt, sondern nur effektive, kostengünstige und renditestarke ist meines Erachtens mehr gewonnen als mit dem vorherrschenden bürokratischen Monstrum.

Herr Manfred Zimmer

18.12.2014, 11:40 Uhr

Versicherer können so einfach aussteigen, aber was ist mit den Versicherten?

Heute können wir die Schminke wegnehmen. Die "Sache: Riester-Rente" war ein Deal zwischen Herrn Maschmeyer und Herrn Schröder - möglicherweise per Handschlag gegen Zahlung von 2 mio. Euro.

Aber was ist mit den kleinen Leuten, die auf den Trick herein fielen?

Die Riester-Renten-Verträge auch noch von der BAFin prüfen und freigeben zu lassen, war wohl unterste Trickkiste der Beteiligten. Sie sollten zur Rechenschaft gezogen werden.

Aber genau dieser Aspekte könnte den Riester-Rentnern die Chance geben, Amtshaftung einzufordern und schadlos aus den Verträgen wieder auszusteigen.

Herr Markus Gerle

18.12.2014, 12:01 Uhr

Wenn es einen Preis für besonders böse Kommentare gibt, so sollter Herr Kleinlein ihn bekommen.
Dumm nur, dass er pass. Leider. Immerhin kann ich mich freuen, nie einen Riester-Vertrag abgeschlossen zu haben. Dann hätte ich längst eine Strafanzeige wegen Betrugs gestellt. Aber ob ich mit meiner Rürup-Versicherung besser fahre, werde ich wohl auch erst herausfinden, wenn ich ein Alter erreicht habe, ab dem ich mich nicht mehr so gut wehren kann.

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