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22.10.2014

11:54 Uhr

Der Ver(un)sicherer

Schlaglöcher mit privater Rente sanieren? Von wegen.

VonAxel Kleinlein

Da hat sich Herr Oppermann von der SPD ja etwas ganz feines ausgedacht. Er möchte unser Infrastrukturproblem besonders kreativ stopfen – mit Geld aus unserer privaten Altersvorsorge. Ein Irrsinn!

Axel Kleinlein gilt aktuell als einer der schärfsten Kritiker der Versicherer. Er ist Vorsitzender des Vorstandes beim Bund der Versicherten.

Axel Kleinlein gilt aktuell als einer der schärfsten Kritiker der Versicherer. Er ist Vorsitzender des Vorstandes beim Bund der Versicherten.

Wir haben ein Infrastrukturproblem. Autofahrer stellen das fest, wenn sie immer wieder neue Schleichwege suchen müssen. Wer zum Beispiel derzeit von der Provinzmetropole Henstedt-Ulzburg nach Norderstedt fahren will, muss einen Baustellenslalom meistern - immer gemeinsam mit vielen anderen Autofahrern. Und auch Bahnkunden stehen vor dem Infrastrukturdilemma, denn (außerhalb von Streiks) ließen sich viele Zugverspätungen durch bessere und modernere Technik vermeiden.

Bei jeder Baustelle auf einer Landstraße und jeder Zugeverspätung wegen Stellwerksproblemen beruhige ich mich natürlich mit einem glückseligmachenden Gedanken: Im Gegenzug hat der Staat ja endlich einen ausgeglichenen Haushalt! Die kommenden Generationen müssen dann weniger Staatsschulden abzahlen! Stattdessen müssen sie aber eben mit einer maroden Infrastruktur Vorlieb nehmen. Aber die Politik hat schon eine Lösung…

… eine Lösung, wie wir das mit der Infrastruktur hinbekommen, ohne dass die öffentliche Hand das finanziert. Und zwar sollen die Bürger das bezahlen! Ganz leicht ist das erst mal nicht, denn zunächst müssen wir „kreative Wegen suchen, wie privates Kapital in den Aufbau der Infrastruktur investiert werden kann“, so Herr Oppermann von der SPD.

Und ein Politiker wie Herr Oppermann ist auch kreativ. Sein Idee, wie das private Geld in die Infrastruktur fließen kann: Die Lebensversicherung! Was für eine Überraschung! Und was für eine neuer Weg!

Bisher sammeln die Lebensversicherer privates Geld ein, das dann über die Kapitalanlage der Versicherer dem Staat geliehen wird. Jetzt soll das von den Lebensversicherern eingesammelte Geld in Infrastrukturprojekte investiert werden!

Ein Unterschied zu früher: In der Vergangenheit wurde das Geld in die allgemeinen Staatsschulden investiert und der Lebensversicherungskunde wusste nicht, für welche Staatsausgaben sein Geld herangezogen wird. Durch die Investition in Infrastrukturmaßnahmen ist das ganz anders, denn nun weiß der Kunde ja, dass sein Geld eben in die Infrastruktur fließt. Warum das aber besser sein soll, erschließt sich erst mal nicht.

Kommentare (11)

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Drittes Auge

22.10.2014, 12:19 Uhr

"Denn wenn‘s schief geht, dann ist halt die Altersvorsorge futsch. Danke Herr Oppermann für diese großartige Idee! Das ist wirklich kreativ!"

Naja ist doch nichts neues. Die ganze sogenannte "Euro-Rettung" funktioniert doch letztlich nach diesem Prinzip. Als Politiker könnte ich da nicht mehr ruhig schlafen. Aber ist der Kontakt zur Realität erst ruiniert, lebt sichs völlig ungeniert in den Traumwelten der Politamateure.

Mir ist es jedenfalls schnuppe, ob meine Altersvorsorge durch Inflation, deflationäre Schuldenschnitte oder unrentable Investitionen verzockt wird.

Herr Rainer Feiden

22.10.2014, 12:30 Uhr

Der herr Oppermann ist nicht der erste der auf so gute Ideen kommt. Googeln Sie mal "EU-Sparbuch"! Der Herr Barbier hat doch unlängst auch damit geworben. Was ist eigentlich aus dieser brillanten Idee geworden?

Tja, wenn man Abgaben erhebt, die dann einer "anderen Verwendung" zuführt und sich dann über die Schäden dieser Andersverwendung wundert, dann kommt man aufg die tollsten Ideen. Der Irssin hat eben dieser Tage Methode.

G. Nampf

22.10.2014, 12:32 Uhr

@ Drittes Auge

"Denn wenn‘s schief geht, dann ..."

Immerhin bewahrheitet sich dann eine alte Weisheit: "Das Geld liegt auf der Straße" :-DDD

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