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19.11.2014

14:04 Uhr

Der Ver(un)sicherer

Und ewig grüßt ...

VonAxel Kleinlein

... die Versicherungswirtschaft mit immer derselben Leier: Auch künftig müssen sich Lebensversicherte mit schrumpfenden Überschussbeteiligungen abfinden. Immerhin: Ein Versicherer hat eine unkonventionelle Lösung parat.

Axel Kleinlein gilt aktuell als einer der schärfsten Kritiker der Versicherer. Er ist Vorsitzender des Vorstandes beim Bund der Versicherten.

Axel Kleinlein gilt aktuell als einer der schärfsten Kritiker der Versicherer. Er ist Vorsitzender des Vorstandes beim Bund der Versicherten.

Überraschung! Die Überschussbeteiligung bei den Deutschen Lebensversicherern wird im Großen und Ganzen sinken. Und schuld daran ist das aktuelle Marktumfeld. Das hat es auch in sich. Die Versicherer müssen sich derzeit vielfältigen Herausforderungen stellen. Das durfte ich auch am gestrigen Dienstag wieder auf einer spannenden Tagung lernen.
Der Vorstand eines großen Lebensversicherers beendete seinen Vortrag mit einer längeren Liste der „marktgetriebenen Herausforderungen“ und die daraus resultierenden „Anforderungen an die Produktgestaltung“: So sei die Kostenbelastung eine „zentrale Herausforderung“. Das kann ich bestätigen. Neu ist das aber nicht. Neu ist nur, dass durch den niedrigeren Garantiezins auch der letzte Kunde erkennen kann, dass deutliche Kosten von seinen Beiträgen abgezwackt werden.

Denn durch die niedrigere Garantieverzinsung können die hohen Kosten oft nicht mehr ausgeglichen werden und am Schluss wird dem Kunden dann weniger garantiert als er einzahlt. Damit einhergehend ist eine „Absenkung der Überschussbeteiligung und Garantien zu erwarten“. Auch das ist nicht neu. Die meisten Kunden kennen das auch gar nicht mehr anders. Für einige ist dieses Mal aber vermutlich neu, dass sie gar keine Überschüsse mehr bekommen.

Als Reaktion auf die niedrigen Zinsen soll es gar eine „Verlagerung“ zu „alternativen oder Teilgarantien“ geben und „neue Produktvarianten“ sollen das Neugeschäft zum Wachsen bringen. Aber Hand aufs Herz, auch das ist kein Aufreger angesichts der Produktinnovationen der letzten zehn Jahre.

Übrigens soll es auch eine „Verlagerung zu Biometrieprodukten“ geben und auch die „versicherungstechnischen Risiken“ sollten genauer betrachtet werden. Zeichnet sich da etwa eine Fokussierung auf das Kerngeschäft ab – auf die Absicherung echter Risiken? Aber habe ich das nicht auch schon vor ein paar Jahren gehört?

Und schließlich müssen sich die Versicherer besonders bei den fondsgebundenen Tarifen auf noch höhere Transparenzanforderungen einstellen. Das Jammern darüber ist aber auch schon ein Klassiker und keine wirklich neue Aufgabe.

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