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04.12.2013

12:34 Uhr

Der Ver(un)sicherer

Viel verkauft und unberechenbar

VonAxel Kleinlein

Die meisten Deutsche haben eine Lebenspolice abgeschlossen. Kunden haben kaum eine Chance, zu verstehen wie das Finanzprodukt funktioniert. Erträge lassen sich nicht nachrechnen. Der Versuch einer Erklärung.

Axel Kleinlein gilt aktuell als einer der schärfsten Kritiker der Versicherer. Er ist Vorsitzender des Vorstandes beim Bund der Versicherten.

Axel Kleinlein gilt aktuell als einer der schärfsten Kritiker der Versicherer. Er ist Vorsitzender des Vorstandes beim Bund der Versicherten.

Wir hatten vor wenigen Tagen unsere ordentliche Mitgliederversammlung. Eine Gelegenheit dass sich Mitglieder unseres Vereins und die Experten des BdV kennenlernen. Und unsere Mitglieder sind durchaus pfiffig und sehr engagiert. Zum Beispiel, wenn es darum geht, den eigenen Lebensversicherungsvertrag zu verstehen.

Konkret ging es um eine Kapitallebensversicherung mit Berufsunfähigkeitszusatzversicherung. Der Vertragsbeginn lag in den 70ern und endete vor zwei Jahren. Die Ablaufleistung war frustrierend und der Versicherungsnehmer wollte verstehen, warum.

Akribisch genau hat das BdV-Mitglied den Vertragsverlauf modelliert. Er hat beim Versicherungsunternehmen alles an Daten eingeholt, was er bekommen konnte und hat schließlich den Verlauf des Vertragsguthabens und Überschussguthabens erfasst. Er konnte aber noch immer nicht verstehen, wie es zu den einzelnen Werten kam.

Das Versicherungsunternehmen hat erst einmal einen Sachbearbeiter antworten lassen: Es würde ja stets nur der Sparanteil verzinst und für die Überschussbeteiligung bräuchte man die genauen Deklarationen, um selbst rechnen zu können. Der Versicherungsnehmer ließ sich denn dann auch diese Deklarationen aus den Anhängen zu den Geschäftsberichten zusenden. Ein genaues Nachrechnen war ihm aber immer noch nicht möglich.

Nach weiteren Nachfragen und weiteren Nachfragen und noch mehr Nachfragen gab es schließlich sogar auch ein Telefonat zwischen Versicherungsnehmer und dem Mathematikvorstand des Unternehmens. Bemerkenswert, denn es handelt sich immerhin um einen der Top-Ten-Versicherer.

Aber auch der Vorstand gab nur Antworten, die der Versicherte nicht verstand. Hier drehte sich ebenfalls alles um „Sparanteil“ und Verzinsung, die sich nicht auf die gesamte Prämie beziehen. Zur Verständlichkeit hat das nicht beigetragen. Auch weiterhin hatte das BdV-Mitglied mehr Fragen als Antworten.

Kommentare (8)

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Gegenunnoetigekritik

04.12.2013, 12:57 Uhr

Dieses Zerrede ist unglaublich. Wie als mit benannten "Hilfskrücken" soll das denn sonst erklärt werden? Vielleicht sollten Verbraucherschützer statt immer nur auf Versicherer zu schießen mal dem Aufklärungsgedanken nachkommen und genau solche Beschreibungen den Versicherten liefern, die verständlich sind. Von BdV und Verbraucherschützern kommt lustigerweise nie konstruktive Kritik. Außerdem wird hier die Barwertberechnung in schriftform erklärt, was natürlich für nicht-Mathematiker zu Irritationen führt. Vielleicht hilft mal aufmalen? Des Weiteren wird der BUZ Anteil in der Erklärung absolut vernachlässigt. Solcher Art Artikel bringen nur unnötig gegen Versicherungen auf und bieten keinerlei Lösungspotential.

Bacchus1

04.12.2013, 13:06 Uhr

Ich lese Ihre Kommentare nun schon seit einiger Zeit und habe für mich festgestellt, dass Sie der Masse der Menschen nach dem Mund "meckern".
Solche Personen kenne ich auch persönlich: Ständig wird erzählt was alles schlecht und böse ist, kritisiert und polemisiert.
Die Aufgabe eines guten (!) Kommentators liegt meiner Meinung nach, nicht nur in der kritischen Meinungsäußerung, sondern auch darin, konkrete Verbesserungsvorschläge mit einzuflechten.
Natürlich, dies erfordert einen erhöhten Aufwand und auch entsprechende Ideen. Zeigt aber auch die eigene Größe (Stichwort konstruktive Kritik).
Ich begrüße, dass Sie es immer wieder schaffen neue Themen zu kommunizieren (und dabei auch zu polarisieren), etwas mehr Selbstreflexion ist allerdings wünschenwert.

kuac

04.12.2013, 13:09 Uhr

Dann frage ich mich warum ein Produkt, das kein normaler Mensch (sowohl Verkäufer als auch Käufer)verstehen kann, legal vertriben wird? Das ist doch Lizenz zum Betrug.

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