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05.12.2014

18:36 Uhr

Die Frauenversteherin

Wir brauchen mehr Frauen, die sich trauen!

VonNora-Vanessa Wohlert

Nur selten sind Risikokapitalgeber weiblich – ein Grund dafür, dass Unternehmensgründerinnen es schwerer haben, für ihre Ideen Investoren zu finden. Denn an manche Ideen von Frauen glauben eben nur Frauen.

Die Autorin ist Gründerin der Business-Lifestyle-Plattform „EDITION F“.

Die Autorin ist Gründerin der Business-Lifestyle-Plattform „EDITION F“.

Auf Startup-Konferenzen sieht man stets eine ganz klassische Geschlechterverteilung: 90 Prozent Männer, zehn Prozent Frauen. Konferenzveranstalter legen sich Quoten für die Sprecher auf, große Unternehmensberatungen forschen nach den Gründen für die Gründerinnenarmut. Nur etwa zehn Prozent der Start-Ups werden von Frauen geschaffen.

Wenn es um Investoren geht, ist das Spiel das gleiche: Weibliche Business Angels oder Venture-Capital-Unternehmerinnen sind eine seltene Spezies. In der Forbes Midas Liste, die jährlich die Top 100 Investoren auszeichnet, gab es 2014 nur vier Frauen. Der klassische Risikokapitalgeber ist männlich.

Nun könnte man sagen, dass das kein Problem für die Produkte, Gründer oder Investments sein sollte. Investoren schauen auf Ideen, Teams und Märkte. Auf Skalierbarkeit. Dem war auch ich mir immer sicher. Und doch schauen männliche Risikokapitalgeber anders auf weibliche Themen.

Letztens erzählte mir eine Startup-Beraterin, die selbst bereits bei einigen Risikokapitalgebern gearbeitet hat, dass sie einmal selbst gründen wollte. Ihre Idee: Strumpfhosen im Abo. Als sie mit Investoren über die Idee sprach, winkten alle ab. Strumpfhosen seien ein Produkt von gestern. Wenig sexy. Alle Zahlen zum Markt überzeugten nicht, obwohl alle Fakten für das Produkt sprachen.

Gerade gestern saß ein weiblicher Business Angel bei uns am Tisch. Sie erzählte so leidenschaftlich von unserem Produkt wie meine Mitgründerin Susann und ich in Hochform.

Die Beispiele zeigen, dass es manchmal eben doch zählt, welches Geschlecht der Investor hat. Gerade in der Anfangsphase, wenn es noch keine Marktzahlen oder einen Proof-of-Concept gibt, müssen sich Investoren für das Thema leidenschaftlich begeistern und das geht nur, wenn sie das Produkt oder den Markt verstehen.

Es ist einfachste Psychologie: Wenn wir uns selbst mit dem Gegenüber oder der Idee identifizieren, die Idee vielleicht sogar ein Problem löst, das wir selbst haben, glauben wir stärker an den Erfolg.

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