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06.07.2013

10:35 Uhr

Dutschke spricht

Der Sicherheitsapparat der USA ist außer Kontrolle geraten

VonMarek Dutschke

Obama liebt die Sicherheit. Das zeigen nicht nur die Scharfschützen, die bei seinem Besuch in Berlin zugegen waren, sondern auch die Abhör-Affäre. Die Enthüllungen überraschen nicht: Die NSA ist zu weit gegangen.

Rudi-Marek Dutschke – Dutschke spricht. Marek Dutschke, geboren 1980, ist der Sohn von Rudi Dutschke.

Rudi-Marek Dutschke – Dutschke spricht. Marek Dutschke, geboren 1980, ist der Sohn von Rudi Dutschke.

Man kann Präsident Obama viel unterstellen, aber nicht, dass er mit zu wenig Gepäck unterwegs ist. Auf seiner jüngsten Reise nach Afrika hat er über 50 Sicherheitsfahrzeuge einfliegen lassen, darunter 14 gepanzerte Luxuslimousinen. Die Kosten für die Reise werden auf 100 Millionen Dollar geschätzt.

Insbesondere die Verwendung der vielen Frachtflugzeuge, die notwendig waren, um die Limousinen zu transportieren, musste mit viel Geld bezahlt werden. Als amerikanischer Steuerzahler würde ich mir wünschen, dass er weniger aufwendig reist. Auch in Berlin, wo Obama neulich zu Besuch gewesen ist, waren die Sicherheitsvorkehrungen sehr präsent.

Die Vorstellung war schon grotesk. Da sprach Obama auf der Bühne vor dem Brandenburger Tor von Freiheit und Freundschaft, und alles um ihn herum war von Scharfschützen umzingelt. Die Scharfschützen zielten auf die viertausend ausgesuchten freiheitsliebenden Freunde, die aufgrund der krassen Sicherheitskontrollen drei Stunden in der prallen Sonne bei 37 Grad ausharren mussten, um überhaupt dabei zu sein.

Altpräsident Richard von Weizsäcker ist dabei in Ohnmacht gefallen. Als hätte dies noch nicht gereicht, wurde vor dem Podium Obamas eine kugelsichere Scheibe aufgestellt, was zur Folge hatte, dass keine Stimmung zwischen Obama und den Zuschauern aufkam.
Die Beispiele aus Afrika und Berlin sind natürlich nur die Spitze des Eisberges. Sie sind die sichtbaren Symptome eines Sicherheitsapparates, der aus dem Ruder gelaufen ist. Edward Snowden ist es zu verdanken, dass nun etwas Licht in deren dunkle Aktivitäten gekommen ist. Es ist wahrlich nicht überraschend, dass die National Security Agency (NSA) die Fähigkeiten besitzt, verschiedene Kommunikationsmittel umfassend auszuspähen – da hätte man die letzten Jahre nur Zeitung lesen müssen.

In Berlin ist es ein offenes Geheimnis, dass in den oberen Stockwerken der russischen Botschaft Unter den Linden hunderte Geheimdienstler den Berliner Politbetrieb abhören. Natürlich war ebenfalls schon immer klar, dass auch westliche Geheimdienste versuchen, die Bundesregierung abzuhorchen. Das jetzt an die Öffentlichkeit gekommene Ausmaß der Abhöraktionen ist aber dennoch überraschend. Als Vater zweier Kinder mag ja die Vorstellung der ständigen Überwachung ihrer Aktivitäten einen bestimmten Reiz haben, aber eine Privatsphäre sollten sie schon irgendwann haben…

Kommentare (8)

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anacondafucker

06.07.2013, 16:12 Uhr

Da Der Islam zu Deutschland gehört und die Hälfte der Attentäter auf das Worldtrade Center aus ihrer Schläferposition von hier aus zugeschlagen haben, braucht sich niemand über die NSA-Aktivitäten zu wundern. Auch soll es ja deutsche Staatsbürger als Terroristen in Syrien geben.
Was soll also diese Heuchelei und Schlagzeilengenerierung.
Abgehört wurde schon immer und grüne Wahlwerbung hat in diesem Artikel nichts zu suchen.

Account gelöscht!

07.07.2013, 05:17 Uhr

Solche gehirnamputierten Arbeitsdrohnen wie sie wären lieber drüben hinter der hohen Mauer bei Ihrer Stasi geblieben! Sie werden auch noch merken was das bedeutet!
Sie glauben wirklich noch an Bin Laden und die 40 Räuber?

anacondafucker

07.07.2013, 06:42 Uhr

Aber sicher! Und Ihre dummen Kommentare können Sie nur veröffentlichen, weil in Nordfrankreich Hunderttausende junge Amerikaner für die Meinungsfreiheit solcher Verschwörungsdeppen wie Sie gefallen sind.
Wo man das Wort Depp gebraucht werden Sie sicher wissen.

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