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26.02.2012

12:37 Uhr

Dutschke spricht

Deutschland wird sich verändern

VonMarek Dutschke

Der Wahlkampf in den USA zeigt, wie sehr sich das Land verändert hat. Und auch in Deutschland steht ein Umbruch bevor. Wir sollten endlich akzeptieren, dass die Bundesrepublik zum Einwandererland geworden ist.

Rudi-Marek Dutschke – Dutschke spricht. Marek Dutschke, geboren 1980, ist der Sohn von Rudi Dutschke.

Rudi-Marek Dutschke – Dutschke spricht. Marek Dutschke, geboren 1980, ist der Sohn von Rudi Dutschke.

Als Barack Obama die Wahl zum Präsidenten gewann, war klar, dass der Zenit des „White Anglo-Saxon Protestant“ (WASP) Mannes als Leitfigur in der amerikanischen Politik überschritten war. Jeder Präsident von John F. Kennedy bis George W. Bush (egal ob Baptist, Epispokal oder Lutheraner) war dieser Gruppe zu zuordnen. Nun hat sich etwas verändert.

Gerade bei den Republikanern ist diese Wandlung überraschend. Hier war der WASP geradezu überdominant. Im aktuellen Vorwahlkampf hat Ron Paul, der einzige Protestant im Rennen, keine Chance hat die Nominierung zu bekommen. Die aussichtsreichen Kandidaten Rick Santorum und Newt Gingrich sind Katholiken, der Favorit Mitt Romney Mormone.

Diese Tatsachen spiegeln eine Veränderung in der Bevölkerungsstruktur wider. Der Anteil der WASPs an der Gesamtbevölkerung ist geschrumpft. Dagegen ist die Zahl der Katholiken durch den enormen Einwanderungsschub aus Süd- und Mittelamerika enorm gewachsen. Auch die Gruppe der asiatisch-stämmigen Amerikaner, die eine Vielzahl anderer religiöser Ansichten mitbringen, ist rasant gewachsen. Die Angst der WASPs vor schwindender Bedeutung drückt sich auch in unerträglichen fremdenfeindlichen Bezeichnungen wie „Anchor Babies“ and „FOB“ (fresh of the boat) aus.

Und auch aktuelle Debatten über Grenzüberwachung an der mexikanischen Grenze und einer möglichen Abschaffung des Geburtsortprinzips sind von den WASPs angestoßen und polarisieren die Nation. Ein Vorbild für Offenheit und Toleranz in der multikulturellen Gesellschaft sind die USA damit nicht. Ein wachsender Teil der Bevölkerung wird durch solche öffentlichen Debatten diskreditiert und viele Einwanderer-Communities wenden sich enttäuscht von der Politik ab.

Es gibt Parallelen zu Deutschland. Eine Parallele ist natürlich, dass alle Präsidenten der Bundesrepublik ältere weiße Männer gewesen sind. Auch die Wahl von Joachim Gauck im März wird daran nichts ändern. Der Taz Kolumnist Deniz Yücel hat es so kommentiert: „Es ist ein reaktionärer Stinkstiefel, der demnächst Bundespräsident dieses Landes werden wird. Aber er ist sicher nicht erste und wird vermutlich nicht der letzte bleiben.“

Kommentare (26)

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SabineM

26.02.2012, 12:57 Uhr

Und warum sollten wir Regierungsmitglieder mit Migrationshintergrund haben? Ist der weiße Deutsche nun nicht mehr tragbar? Unfassbar, diese anti-deutsche Hetze! Wenn es den Migranten hier in Deutschland nicht gefällt, sind sie frei, zu gehen!

parzeval

26.02.2012, 13:14 Uhr

Offenbar muß man Dutschke heißen, um Deutschland mit gescheiterten Ideologien zu beglücken.Ich kann partout nicht erkennen, warum es Deutschland nach der Öffnung für den Islam besser gehen soll.

djerod

26.02.2012, 13:49 Uhr

Ein schöner Artikel. Gemeinsam sind wir stark. Das ist eine universelle Regel, die gilt seitdem es Menschen gibt. Wenn wir anfangen zu verinnerlichen, dass uns trotz anderer Religion, Herkunft und Hautfarbe mehr verbindet als trennt werden wir alle davon profitieren.

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