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07.07.2012

13:38 Uhr

Dutschke spricht

Die kleine DDR in Berlin

VonMarek Dutschke

Der neue Flughafen ist längst nicht das einzige Beispiel für Missmanagement in Berlin. Ein besonders kurioser Fall ist auch das Märkische Museum. Hier zeigen sich sogar Parallelen zur DDR: Bei der Überwachung.

Rudi-Marek Dutschke – Dutschke spricht. Marek Dutschke, geboren 1980, ist der Sohn von Rudi Dutschke.

Rudi-Marek Dutschke – Dutschke spricht. Marek Dutschke, geboren 1980, ist der Sohn von Rudi Dutschke.

Das Land Berlin hat sich schon in der Vergangenheit beim Management verschiedenster Projekte nie mit Ruhm bekleckert. Der neue Flughafen stellt nun alles in den Schatten, ist aber nicht das einzige Beispiel. Ich bin ein großer Befürworter der staatlichen Einmischung und Förderung von Kultur, Nahverkehr, Wasser- und Stromversorgung. Es bedarf allerdings auch eines guten Managements, um den Bürgern die Vorteile der staatlichen Regulierung zu ermöglichen.

Dazu muss das Land Berlin auf der einen Seite die richtigen Menschen mit der Geschäftsführung dieser Bereiche betrauen, und auf der anderen Seite ist es wichtig, dass das Land seinen Aufsichtspflichten nachkommt. Dies ist leider zu selten geschehen. Vieles geht schief oder läuft aus dem Ruder.

Ein kurioser Fall des Missmanagements ist auch das Märkische Museum – und das schon seit etlichen Jahren. Das Museum liegt idyllisch am märkischen Ufer der Spree zwischen den Botschaftsgebäuden Angolas und der Volksrepublik China. Von Bäumen umrankt und von Kopfsteinpflastergassen umzäunt ist das Museum ein wahres Schmuckstück. Zum Areal gehört auch der Köllnische Park mit dem berühmten Bärenzwinger, in dem seit 1939 Braunbären als lebende Wappentiere beherbergt werden. Zurzeit sind dort zwei weibliche Bären untergebracht, Maxi und Schnute.

Wer sich in die Wallstraße verirrt, wird von der Architektur des Museums beeindruckt sein. Sie sieht aus wie eine gigantische mittelalterliche Kirche aus Backstein und wurde 1908 gebaut, um ein Museum für die Geschichte Berlins zu beherbergen. Tatsächlich ist ein Großteil des Gebäudes dem Bergfried der Bischofsburg in Wittstock/Dosse nachgeahmt worden.

Das Märkische Museum ist das Flagschiff der fünf Standorte der Stiftung Stadtmuseum Berlin. In den nächsten vier Jahren soll das Gebäude ausgeweitet werden, um der Rolle als Stadtmuseum der Bundeshauptstadt gerecht zu werden. Darauf kann man sich freuen. Aber die Gebäudeerweiterung löst nicht das Problem des Museums. Ich bin in den letzten acht Jahren zweimal dort gewesen, und beide Male war es kein Vergnügen.

Das Märkische Museum verfügt nicht nur über ein wundervolles Gebäude, sondern hat auch interessante Ausstellungstücke, die schön ausgestellt sind und auch zum Anfassen einladen. Da gibt es Tiere Berlins, einen Frisiersalon von 1900, ein altes Klassenzimmer, verzierte Kassen, Kaufmannsläden und vieles mehr. Der Rundgang machte aber keinen Spaß, da ich – während ich zugegebenermaßen als Albtraum aller Museumsangestellten in großer Gruppe mit einigen Kleinkindern anrückte – in jedem Raum vom Personal misstrauisch beäugt wurde.

Kommentare (10)

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Account gelöscht!

07.07.2012, 14:32 Uhr

Märkischen Museum - so'n Schmarrn. Schreibe Sie doch bei stern.de bei Herrn Jörges Herr Dutschke. Das wäre eine echte Entlastung für HB-Leser.

ApoSohn

07.07.2012, 14:53 Uhr

Liebe HB-Redaktion, bedenken Sie bitte, dass allein Papas Nachname noch keinen guten Journalisten macht.

SMB

07.07.2012, 15:24 Uhr

der Bogen zum Flughafendesaster ist aber weiter als die Luftbrücke...Kann mich den Vorrednern nur anschliessen. Jede Ausgabe von "Dutschke spricht" ist eine Enttäuschung.

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