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22.06.2013

14:06 Uhr

Dutschke spricht

Die Stärke der Demokratie zeigt sich beim Widerstand

VonMarek Dutschke

Über die jungen Demokratien in der Türkei und Brasilien rollt derzeit eine Protestwelle. Nun müssen die Regierungen beweisen, dass ihre demokratischen Systeme nicht nur auf dem Papier bestehen.

Rudi-Marek Dutschke – Dutschke spricht. Marek Dutschke, geboren 1980, ist der Sohn von Rudi Dutschke.

Rudi-Marek Dutschke – Dutschke spricht. Marek Dutschke, geboren 1980, ist der Sohn von Rudi Dutschke.

Einer der Gründerväter der USA, Thomas Jefferson, schrieb 1787: „Der Baum der Freiheit muss von Zeit zu Zeit mit dem Blut der Patrioten und der Tyrannen begossen werden. Dies ist der Freiheit natürlicher Dünger.“ Kurz zuvor war die so genannte Shays Rebellion gewaltsam beendet worden, bei der Veteranen des Unabhängigkeitskrieges und Kleinbauern gegen die für sie im Krieg entstandene hohe Schuldenlast protestierten. Als Reaktion auf die Rebellion waren viele Gründerväter überzeugt, dass die zukünftige Regierung auf Bundesebene über ein stehendes Heer verfügen sollte.

Doch Jefferson machte sich Sorgen, dass die junge Demokratie in den USA dabei war, der Regierung viel zu weit reichende Rechte einzuräumen. Er zog den Schluss, dass in einer Demokratie der Unzufriedenheit im Volk nicht durch Repressionen, sondern durch Austausch von Argumenten zu begegnen sei.

Die aktuelle Lage in der Türkei und Brasilien zeigt bei aller Unvergleichlichkeit doch interessante Parallelen mit den USA des achtzehnten Jahrhunderts. Die Türkei und Brasilien sind junge Demokratien. Beide Länder erleben seit der politischen Öffnung ein enormes Wirtschaftswachstum, das viel Wohlstand in die Länder getragen hat. Die Wachstumsraten der letzten zehn Jahren sind, abgesehen vom Krisenjahr 2009, beeindruckend.

Aber es ist leider so, dass die Verteilung des Wohlstands zunehmend ungerechter wird. Jugendliche und Studenten der aufstrebenden Mittelschicht sind nicht länger bereit, diese Situation hinzunehmen. Sie rebellieren gegen die Korruption der Eliten und fordern eine Ausweitung der bürgerlichen Freiheiten. Der geplante Abriss des Gezi-Park in Istanbul und die Ankündigung einer Erhöhung der Buspreise, sowie die hohen Kosten der Weltmeisterschaft in Brasilien waren lediglich die Ereignisse, die das Fass zum Überlaufen brachten. Viele Bürger fühlen sich von der politischen Elite verraten und machen ihrem Ärger Luft.

Kommentare (8)

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hakle_feucht

22.06.2013, 14:38 Uhr

Mein Tipp: weiter Wattebäuschen rüberwerfen.
Hinweise auf irgendwelche nebulösen "Verträge", die man ja auch löschen kann wenns grade paßt, um es an Klarheit weiterhin mangeln zu lassen.
Reagan hatte es vorbereitet und Dutschke jun legt vor: da war Ihr Vater aber weiter als Sie.

sry - es mußte mal gesagt werden.

Account gelöscht!

22.06.2013, 22:13 Uhr

Sehr geehrter Herr Dutschke,
Unvergleichlichkeit und Unvergleichbarkeit sind absolut zwei Paar Stiefel. Mir fällt immer wieder auf, dass die jüngeren Deutschen anscheinend (oder scheinbar?) ihre eigene Muttersprache nur noch suboptimal (neudeutsche Wortschöpfung Gerhard Schröders) in Wort und Schrift beherrschen.

Account gelöscht!

23.06.2013, 08:19 Uhr

die Türkei hat in der EU nichts zu suchen.

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