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03.11.2012

09:04 Uhr

Dutschke spricht

Es wird gewählt – Endlich!

VonMarek Dutschke

Barack Obama war bisher als Präsident eine Enttäuschung. Dennoch wird er am Dienstag wieder gewählt werden – mangels Alternativen. Denn Mitt Romney scheitert an seinem Auftritt. Und an seinem Weltbild.

Rudi-Marek Dutschke – Dutschke spricht. Marek Dutschke, geboren 1980, ist der Sohn von Rudi Dutschke.

Rudi-Marek Dutschke – Dutschke spricht. Marek Dutschke, geboren 1980, ist der Sohn von Rudi Dutschke.

Am Dienstag wird der neue Präsident der Vereinigten Staaten gewählt. Endlich, werden sich viele denken (ich auch), denn seit fast einem ganzen Jahr beschäftigen wir uns mit diesem Ereignis. Alle vier Jahre sind die deutschen Medien wie elektrisiert vom amerikanischen Wahlkampf und seinen Protagonisten.

Ich habe meine erste Kolumne zum amerikanischen Wahlkampf am 12. Januar geschrieben. Darin habe ich angemerkt, dass es wie bei den letzten Wahlen darum geht, Sachverstand in Wirtschaftsfragen erkennen zu lassen. Ich hatte behauptet, dass es unter den republikanischen Bewerbern niemanden gibt, der Obama das Wasser reichen könnte. Insbesondere Mitt Romney, habe ich angemerkt, eignet sich aufgrund seines Heuschrecken-Hintergrunds nicht unbedingt als Visionär und Umsetzer für umfassende Wirtschaftsreformen.

Seit jener Kolumne hat sich eigentlich nichts verändert. In diesen letzten Tagen des Wahlkampfes versucht Romney weiterhin, Obama vorzuwerfen, dieser hätte als Präsident versagt, weil die Wirtschaft sich nicht so stark erholt hätte, wie Obama sich das vorgestellt hat. Trotz alledem deuten die Umfragen auf einen Sieg für Obama hin. Zwar hat Obama nur einen sehr kleinen Vorsprung in den bundesweiten Umfragen, aber in bestimmten Swing States, insbesondere Ohio, scheint Obama den entscheidenden Vorsprung herausholen zu können.

Obamas anpackender Auftritt als Krisenmanager an der Ostküste hat ihm in den letzten Tagen sicherlich noch einige Sympathiepunkte eingebracht. Wahlentscheidend wird Orkan Sandy allerdings nicht sein. Obama wird am Dienstag wiedergewählt werden, weil die Amerikaner durchschaut haben, dass Romneys Wirtschaftsstrategie nur ein Ziel hat: Die Reichen sollen noch reicher werden. Seine Vorstellungen zur Bewältigung der Wirtschaftskrise lassen ja keine andere Schlussfolgerung zu. Sozialleistungen für die Armen und Steuerbegünstigungen für die Mittelschicht sollen reduziert werden, damit die Reichen und Superreichen entlastet werden.

Denn sie würden ja viele Arbeitsplätze in den USA schaffen. Eine naive Vorstellung! Die Vorstellung passt aber hervorragend in Romneys Weltbild. Auf der einen Seite stehen die erfolgreichen Unternehmer, die ihren Reichtum durch harte Arbeit und Erfindergeist errungen haben. Auf der anderen Seite sind die Sozialschmarotzer (laut Romney ist das die Hälfte der Bevölkerung), die immer nur meckern, Geld vom Staat haben wollen, und zu allem Übel auch noch demokratisch wählen.

Kommentare (16)

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Account gelöscht!

03.11.2012, 10:33 Uhr

Ach Herr Dutschke,

sie greifen ja wie ihr Vater gern in die alte Mottenkiste des Klassenkampfes.

Fällt ihnen denn nichts neues mehr ein?

Anleihenspezialist

03.11.2012, 12:44 Uhr

Ich habe Herrn Dutschke mal eine Mail geschickt und wollte antworten auf einen seiner Vorträge im HB. Bis heute keine Reaktion. Für mich ist Er ein selbstgefälliger junger Mann, der andere Weltbilder und Ansichten nicht akzeptiert. Warum Ihm HB hier eine ständige einseitige Dutschke - Plattform bietet, erschließt sich mir nicht. Man kann auch bei Herrn Dutschkes Artikeln nie eine neutrale betrachtensweise erkennen. Wenn das unserer zukünftiger Mediennachwuchs, dann guten Nacht Deutschland.

Account gelöscht!

03.11.2012, 12:48 Uhr

Wieso war Obama eine Enttäuschung? Wunder kann er nicht bewirken, angesichts der von den Republikanern geerbten Wirtschaftskrise und des antiquierten Demokratiesystems der USA mit der Blockade im Kongreß, aber was in seiner Macht stand, hat er unternommen. Die Einführung einer obligatorischen Gesundheitsversicherung (bzw. wenn man sich nicht versichert zahlt man Strafe) ist der Anfang. Natürlich muss die Macht der acht großen Versicherungsgesellschaften in den USA gebrochen werden, damit die Gesundheitsversicherung billiger wird. Das kommt noch.

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